EKG wird fixer Bestandteil der sportmedizinischen Basisuntersuchung

Land Tirol und TGKK erweitern Leistungsbild der Sporttauglichkeitsuntersuchung

Kategorien: LHStv Geisler, Gesundheit, Sport AutorIn: Christa Entstrasser-Müller
Tirol ist das einzige Bundesland mit einer systematischen Sporttauglichkeitsuntersuchung für Kinder und Jugendliche im Breitensport – ab 1.12017 auch mit EKG. Darüber freuen sich avomed-GF Friedrich Lackner, Sportmediziner Erwin Zanier, LHStv Josef Geisler, TGKK-Obmann Werner Salzburger und Sportvorstand Reinhard Eberl.
Tirol ist das einzige Bundesland mit einer systematischen Sporttauglichkeitsuntersuchung für Kinder und Jugendliche im Breitensport – ab 1.12017 auch mit EKG. Darüber freuen sich avomed-GF Friedrich Lackner, Sportmediziner Erwin Zanier, LHStv Josef Geisler, TGKK-Obmann Werner Salzburger und Sportvorstand Reinhard Eberl.
Ab 1.1.2017 ist ein Ruhe-EKG fixer Bestandteil der Sporttauglichkeitsuntersuchung von jugendlichen SportlerInnen ab dem 12. Lebensjahr. Die entsprechenden Vereinbarung unterzeichneten LHStv Josef Geisler (re.), TGKK-Obmann Werner Salzburger (Mitte) und avomed-Geschäftsführer Friedrich Lackner.
Ab 1.1.2017 ist ein Ruhe-EKG fixer Bestandteil der Sporttauglichkeitsuntersuchung von jugendlichen SportlerInnen ab dem 12. Lebensjahr. Die entsprechenden Vereinbarung unterzeichneten LHStv Josef Geisler (re.), TGKK-Obmann Werner Salzburger (Mitte) und avomed-Geschäftsführer Friedrich Lackner.

Sport ist gesund. Sport ist aber auch mit Gefahren verbunden, wenn gesundheitliche Risiken und Erkrankungen nicht frühzeitig erkannt werden. Kinder und Jugendliche, die in Vereinen der Tiroler Sportfachverbände trainieren oder an Wettkämpfen teilnehmen, absolvieren deshalb eine sportmedizinische Untersuchung.

„Gesundheit und Vorbeugung gehen über alles. Wir folgen den einschlägigen Empfehlungen und weiten das Leistungsspektrum der sportmedizinischen Untersuchung im Breitensport aus. Für alle 12- bis 19-jährigen ist ein EKG ab 1.1.2017 fixer Bestandteil der bereits bestehenden Sporttauglichkeitsuntersuchung. Damit zeigt das Land Tirol gemeinsam mit der Tiroler Gebietskrankenkasse einmal mehr besondere Verantwortung für den Sportnachwuchs“, freut sich Sportreferent LHStv Josef Geisler über das neue Angebot.

Prävention im Breitensport

Seit 1999 bietet Tirol als einziges Bundesland zusätzlich zu den Leistungsdiagnostiken für SpitzensportlerInnen Sporttauglichkeitsuntersuchungen für Kinder und Jugendliche vom 6. bis zum 19. Lebensjahr an. Rund 2.000 Sporttauglichkeitsuntersuchungen werden in Tirol pro Jahr von den 191 niedergelassenen DiplomsportärztInnen bei Kindern und Jugendlichen durchgeführt. Etwa 1.200 Personen über dem 12. Lebensjahr werden die neue EKG-Untersuchung in Anspruch nehmen. Die dadurch entstehenden Mehrkosten teilen sich das Land Tirol und die Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK) im Verhältnis 50:50.

„Der Tiroler Gebietskrankenkasse als Gesundheitskasse ist es ein Anliegen, die Jugend Tirols für Sport zu begeistern und zu mehr Bewegung zu animieren. Die Sporttauglichkeitsuntersuchung ist eine wichtige Säule für die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen und ein weiteres Präventionsangebot. Deshalb finanzieren wir dieses Untersuchungsprogramm wesentlich mit“, steht TGKK-Obmann Werner Salzburger hinter der Sporttauglichkeitsuntersuchung neu.

Meilenstein in der sportärztlichen Betreuung

Für Erwin Zanier, Vertreter der SportmedizinerInnen in der Tiroler Ärztekammer, stellen das Tiroler Modell der sportmedizinischen Betreuung für Kinder und Jugendliche und die nunmehrige Integration eines Ruhe-EKG in die Basisuntersuchung „einen Meilenstein in der sportmedizinischen Betreuung dieser Altersgruppe in Österreich“ dar. „Wir haben in Anlehnung an die Empfehlung der Fachgesellschaften die Altersgrenze mit dem vollendeten 12. Lebensjahr angesetzt“, erklärt Zanier. Dies basiert auf der italienischen Corrado-Studie, in der eklatante Rückgänge beim plötzlichen Herztod von SportlerInnen nachgewiesen wurden.

Der avomed-Arbeitskreis für Vorsorgemedizin und Gesundheitsförderung in Tirol fungiert als Schnittstelle zwischen den Tiroler Sportärztinnen und dem Land Tirol sowie der TGKK. „Bisher wurden über 40.000 Kinder und Jugendliche von den niedergelassenen Sportärztinnen und Sportärzten untersucht. 39 Kinder und Jugendliche waren aufgrund der Früherkennung von Erkrankungen als wettkampfuntauglich einzustufen, bei 1.030 Sportlerinnen und Sportlern wurden weiter abzuklärende Auffälligkeiten am Herzen festgestellt“, erläutert avomed-Geschäftsführer Friedrich Lackner die bisherige Bilanz.

Mit Unterstützung des Landes werden im Rahmen der sportmedizinischen Betreuung jährlich rund 3.700 Tiroler Sportlerinnen sportmedizinisch bei niedergelassenen ÄrztInnen, am ISAG (Institut für Sport-, Alpinmedizin und Gesundheitstourismus) sowie am Krankenhaus St. Johann untersucht. „Die Sportabteilung des Landes ist im Bereich der Sportmedizin Bindeglied für Vereine, Verbände und deren Sportlerinnen und Sportler“, erklärt Sportvorstand Reinhard Eberl. Im Landesbudget sind für die Sporttauglichkeitsuntersuchungen und Leistungsdiagnostiken im Jahr 2017 über 360.000 Euro vorgesehen.