Landwirtschaft und ländlicher Raum

Landschaft

Im Rahmen der  Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) leistet die EU Direktzahlungen und marktbezogene Ausgaben ("Erste Säule") sowie Förderungen zur Entwicklung des ländlichen Raums ("Zweite Säule").

Für beide Bereiche stehen im EU-Finanzrahmen 2014-2020 (zu aktuellen Preisen) rund 420 Milliarden Euro (Martkbezogene Ausgaben und Direktzahlungen: 312 Milliarden Euro, Entwicklung des ländlichen Raums: 108 Milliarden Euro) zur Verfügung, das sind rund 39 % der gesamten EU-Haushaltsmittel.

Seitens der EU werden Österreich 2014 - 2020 aus dem  Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) ca. 4,9 Milliarden Euro für martkbezogene Ausgaben und Direktzahlungen und dem  Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) ca. 3,9 Milliarden Euro für die Entwicklung des ländlichen Raums zur Verfügung gestellt.

Der auf Tirol entfallende Anteil dieser Mittel hängt wesentlich vom Ausmaß der Akzeptanz und der tatsächlichen Beteiligung an den Maßnahmen ab. Voraussichtlich werden davon jährlich rund 90 Millionen an EU-Mittel, und zwar rund 45 Millionen Euro in die Marktordnungsmaßnahmen und Direktzahlungen, 45 Millionen Euro in die ländliche Entwicklung nach Tirol kommen.

Im Bereich der Marktordnung haben sich mit der Umstellung vom „historischen Modell der einheitlichen Betriebsprämie“ auf das neue „Regionalmodell“ ohne produktionsbezogene Koppelungen wesentliche Änderungen ergeben. Eine einheitliche Flächenprämie pro Hektar soll die Direktzahlungen vereinheitlichen und zur Vereinheitlichung zwischen den EU-Ländern beitragen. Dabei ist zur Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe ein Übergangszeitraum mit jährlichen Anpassungsschritten bis zum Jahr 2019 vorgegeben. In der ersten Säule werden Greening Maßnahmen in Form von umweltfreundlichen Landbewirtschaftungsmethoden, die zum Klima- und Umweltschutz beitragen, verpflichtend. Zur Erhaltung des Viehbestandes auf den Almen und der Unterstützung der Almbewirtschaftung ist eine gekoppelte Prämie möglich. Neu ist in diesem Bereich auch die Möglichkeit einer Zusatzzahlung zur Unterstützung für Junglandwirte  und eine spezielle Regelung für Kleinlandwirte. Sämtliche Zahlungen im Bereich der Marktordnung erfolgen zu 100% aus EU-Mittel.

Im Rahmen der ländlichen Entwicklung als 2. Säule der GAP erfolgte im Wesentlichen eine Weiterentwicklung des bestehenden Instrumentariums. Von den umfassenden Maßnahmen des österreichischen  Programms für die ländliche Entwicklung sind für Tirol insbesondere das  Agrar-Umweltprogramm (ÖPUL) mit dem biologischen Landbau und den Tierschutzmaßnahmen, die Ausgleichszulage (AZ) für Betriebe in Berggebieten zum Ausgleich der natürlichen Benachteiligung bei der Bewirtschaftung und die Investitionsförderung sowie die Niederlassungsprämie von besonderer Bedeutung. Daneben beinhaltet das Programm noch zahlreiche Maßnahmen für die Bereiche Bildung, Forstwirtschaft, Naturschutz sowie Dorferneuerung und Basisdienstleistungen (z.B. Breitbandausbau). Die Maßnahmen des Programms werden zu 50% aus EU-Mittel und zu 50% national durch Bund und Länder finanziert. Mindestens 30% der ELER-Mittel sind für klimarelevante Maßnahmen und mindestens 5% der ELER-Mittel für Maßnahmen im Bereich Leader zu verwenden. Leader hat die Umsetzung von lokalen Entwicklungsstrategien mit den strategischen Aktionsfeldern wie Steigerung der Wertschöpfung in Land- und Forstwirtschaft, Tourismus, Wirtschaft, Gewerbe, die Festigung oder nachhaltige Weiterentwicklung der natürlichen Ressourcen und des kulturellen Erbes (Natur- und Ökosysteme, Kultur, Handwerk) und die Stärkung der für das Gemeinwohl wichtigen Strukturen und Funktionen (Dienstleistungen, Nahversorgung, Regionales Lernen und Beteiligungskultur) zum Ziel.

Ein Teil des  Programms für die ländliche Entwicklung ist das  Leader-Programm, für das 5 % der EU-Fördermittel (Tirol: ca. 21 Millionen Euro; einschließlich Kofinanzierungsmittel ca. 26 Millionen Euro) reserviert sind. Die Inhalte von Leader werden ganz stark von den Regionen selbst bestimmt, die sich für Leader bewarben und ausgewählt wurden. Voraussetzung dafür ist die Erstellung einer „Lokalen Entwicklungsstrategie“ unter Einbeziehung möglichst großer Bevölkerungskreise. Auf Basis einer eingehenden Bestandsaufnahme in der Region werden in der Entwicklungsstrategie Themenfelder und Projekte formuliert, die durch Leader unterstützt werden. Leader fördert also sektorübergreifend die Entwicklung einer Region. Mögliche Inhalte für Lokale Entwicklungsstrategien ergeben sich aus den drei EU-Querschnittsthemen (Innovation, Umwelt, Klimawandel), den strategischen Zielen der EU, den thematischen Zielen der Strukturfonds der EU sowie den Prioritäten des Programms für die ländliche Entwicklung.


Nähere Informationen erteilen:

 Gruppe Agrar des Landes Tirol

 Gruppe Forst 

 Landwirtschaftskammer Tirol 

 BM für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft 

 Agrarmarkt Austria 

 

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