Euregio-Arbeitstreffen der drei Frauenlandesrätinnen

Zentrales Thema: Sicherheitsgefühl von Frauen stärken

Kategorien: LRin Baur, Frauen & Gleichstellung, Europaregion AutorIn: Iris Reichkendler
Frauenlandesrätin Christine Baur mit ihren Amtskoleginnen Sara Ferrari (Trentino) und Martha Stocker (Südtirol).
Frauenlandesrätin Christine Baur mit ihren Amtskoleginnen Sara Ferrari (Trentino) und Martha Stocker (Südtirol).

Zum ersten Mal trafen heute, dem 4. September, die Landesrätinnen für Frauen, Gleichstellung und Chancengleichheit der Euregio-Länder Tirol, Südtirol und Trentino in Bozen zusammen. „Wir haben in allen drei Ländern die gesetzliche Gleichstellung von Frauen erreicht“, sagte die Tiroler Frauenlandesrätin Christine Baur, „der nächste Schritt muss die gesellschaftliche Gleichstellung sein.“ An dieser wollen die drei Länder gemeinsam arbeiten. „Es ist wichtig, dass wir gemeinsamen Anliegen auch ein gemeinsames Erscheinungsbild geben. Auf diese Weise können wird die Themen an sich stärken“, betonte Südtiroler Landesrätin für Chancengleichheit Martha Stocker. Es gehe aber auch darum, voneinander zu lernen, denn die „Herausforderungen sind in allen drei Ländern die gleichen“, stellte ihre Trentiner Amtskollegin Sara Ferrari klar.

Ein Schwerpunkt des Arbeitsgesprächs war das Thema Sicherheit und damit verbunden die Frage, wie die gefühlte Sicherheit von Frauen auf der Straße gestärkt werden könnte. „Wir haben keine statistische Zunahme von Straftaten“, betonte LRin Stocker, es spiele aber auch das Sicherheitsgefühl der Frauen eine Rolle. „Die Kriminalstatistik geht zurück, die Aufklärungsrate steigt, trotzdem haben viele Frauen leider ein subjektives Gefühl der Unsicherheit“, stimmte LRin Baur ihr zu.

In den einzelnen Ländern gibt es verschiedene Maßnahmen, die darauf abzielen, das Sicherheitsgefühl von Frauen zu stärken. So gibt es in Tirol das Innsbrucker-Frauen-Nachttaxi, auch insgesamt 10.000 Taschenalarme werden ausgegeben. In Südtirol wurde eine App mit allen wichtigen Notrufnummern sowie der Möglichkeit einer Direktalarmierung der Polizei oder Feuerwehr entwickelt und im Trentino wurde ebenfalls ein Tool entwickelt, über das man bei Gefahr einen Notruf absetzen kann. LRin Ferrari wies in diesem Zusammenhang allerdings auch darauf hin, dass der Großteil der Gewalttaten gegen Frauen in ihrem persönlichen Umfeld passieren: Zu Hause, in Beziehungen.

Die Landesrätinnen diskutierten ebenfalls über die Vertretung von Frauen in politischen Gremien und darüber, wie die Beschäftigung von Frauen gefördert werden kann. Sie einigten sich darauf, in der Euregio gemeinsam einen Beschlussantrag einbringen, der darauf abzielt, einen Fonds einzurichten, mit dem Frauen unterstützt werden, die StartUps gründen. Weiters kündigten sie an, dass im Frühjahr 2018 Daten zur Lage der Frauen in Tirol, in Südtirol und im Trentino vorliegen werden. Mit dieser Erhebung wird einem Beschluss des Dreierlandtages vom April 2016 nachgekommen.

Auch auf das Datum der nächsten Frauen-Landesversammlung Tirol-Südtirol-Trentino einigten sich die Landesrätinnen Stocker, Baur und Ferrari: Sie wird am 10. November 2017 in Trient stattfinden.