Euregiospitze tagte in Franzensfeste

LH Platter: „Europaregion verfolgt einheitliche Verkehrsstrategie konsequent weiter“

Kategorien:  LH Platter Europaregion AutorIn: Bettina Sax
An den Außen- und den jeweiligen Landesgrenzen sollen mithilfe von Schildern Einheimische und Gäste in der Europaregion begrüßt werden.
An den Außen- und den jeweiligen Landesgrenzen sollen mithilfe von Schildern Einheimische und Gäste in der Europaregion begrüßt werden.
LH Günther Platter betonte im Rahmen der anschließenden Pressekonferenz einmal mehr die Bedeutung einer einheitlichen, gemeinsamen Verkehrsstrategie.
LH Günther Platter betonte im Rahmen der anschließenden Pressekonferenz einmal mehr die Bedeutung einer einheitlichen, gemeinsamen Verkehrsstrategie.

Heute, Mittwoch, tagten die Landeshauptleute der Euregio, Tirols LH Günther Platter, Südtirols LH und derzeitiger Euregiopräsident Arno Kompatscher sowie der Trentiner LH Maurizio Fugatti, in Franzensfeste. Im Rahmen der Vorstandssitzung des Europäischen Verbundes für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) tauschte sich die Euregiospitze rund um die Themen Mobilität, Jugend und einheitliche Zusammenarbeit aus.

Nachhaltige Verkehrsstrategie im langfristigen Fokus

Einmal mehr bekräftigten die drei Landeshauptleute die Bedeutung einer gemeinsamen und nachhaltigen Verkehrspolitik: „Insgesamt sind wir derzeit auf einem guten Weg, der einen leichten Optimismus verspüren lässt: Mit der Konzessionsvergabe der Südtiroler A 22 an Südtirol bzw. Trentino können wesentliche Weichen für eine einheitliche Korridormaut auf der südlichen Brennerseite gelegt werden. Mit dem dortigen parallelen Ausbau der Eisenbahninfrastruktur im Brennerkorridor werden auch wichtige Voraussetzungen für eine nachhaltige Verlagerung des Güterschwerverkehrs auf die Schiene geschaffen“, sagte LH Platter. Die Verhandlungen in Bayern bezüglich der Zulaufstrecken des Brenner Basistunnels sind in Bewegung gekommen. Zudem wurde mit den ÖBB vereinbart, auch den Ausbau der Rollenden Landstraße zu forcieren.

Gleichzeitig sollen die Projektbetreiber der Zulaufstrecken sowie die zuständigen Ministerien in Österreich, Italien und Deutschland aufgefordert werden, die von der Europäischen Kommission in Aussicht gestellten 50 Prozent Kofinanzierung für den Schienenausbau bestmöglich auszuschöpfen bzw. in den kommenden Finanzierungsperioden bei der Europäischen Union aktiv darum anzusuchen.

„Eine ganzheitliche Vorgehensweise der Europaregion gemeinsam mit den Partnern bringt uns große Schritte weiter“, ist sich LH Platter sicher. Dass der unnötige Umwegtransit auf die Schiene verlagert werden und gemeinsam der Druck auf Bayern aufrechterhalten bleiben müsse, darin waren sich die drei Landeshauptleute einig.

„Willkommen in der Europaregion Tirol, Südtirol und Trentino“

Entlang der Euregio-Außengrenzen bzw. regionalen Grenzübergänge sollen außerdem Schilder mit dem Schriftzug „Willkommen – Benvenuti“ bzw. für das Ladinische auch „Willkommen – Benvenuti – Bëgnodüs“ sowie dem Logo der Europaregion angebracht werden. Dass damit Einheimische und Gäste in der Europaregion begrüßt werden, sei auch in Sachen Bewusstseinsbildung für eine gemeinsame Europaregion wichtig: „Im Sinne der gelebten Gemeinschaft ist das eine Maßnahme, mit der wir an unseren Außengrenzen darauf aufmerksam machen, in welchem Gebiet sich die Menschen gerade befinden. Ein sichtbarer Ausdruck unserer Herzlichkeit, Stärke und unseres Zusammenhaltes“, sagte LH Platter.

Grenzüberschreitende Mobilität bei Aktionstagen

In Sachen Mobilität legten die drei Landeshauptleute heute die zukünftigen Euregio-Mobilitätstage fest: Am Tag des Euregio-Festes in Neumarkt (Südtirol), Samstag den 21. September, sowie am Samstag, den 12. Oktober 2019 zum Kaiser Maximilian Fest in Innsbruck, können die öffentlichen Verkehrsmittel der Europaregion Tirol, Südtirol und Trentino wieder kostenlos genutzt werden. Dies gilt für InhaberInnen eines EuregioFamilyPasses, eines VVT-Jahres-, SeniorInnen- oder Semestertickets.

Tirol übernimmt Euregio-Präsidentschaft

Nach zwei Jahren, in welchen die Euregio unter der Präsidentschaft Südtirols stand, wird Tirol diese offiziell am 12. Oktober 2019 übernehmen. Dem blickt LH Platter erwartungsvoll entgegen: „Ich freue mich darauf, in den zwei Jahren unter Federführung Tirols zahlreiche Projekte und Ideen umzusetzen, die die Euregio noch näher und stärker zusammenbringen. Unsere Expertinnen und Experten bereiten sich bereits auf die Präsidentschaft vor und sind dabei, Konzepte auszuarbeiten.“


Weitere Meldungen aus der EVTZ-Vorstandssitzung

Verstärkte Kooperation der Europaregion: Tirol, Südtirol und Trentino wollen künftig ihre Arbeit mit dem gemeinsamen Tirol-Büro in Brüssel intensivieren. „Ein geschlossener, gemeinsamer Auftritt unserer Europaregion auf europäischer Ebene ist unausweichlich, um unsere regionalen Interessen stark zu vertreten“, so LH Platter. Auch soll dadurch die Europaregion mehr Sichtbarkeit erhalten und damit die Einflussmöglichkeit gestärkt werden.

Landesfeuerwehr-Jugendwettbewerb: Von 28. bis 30. Juni 2019 findet in Telfs der Landesfeuerwehr-Jugendwettbewerb der Europaregion Tirol, Südtirol und Trentino statt. Insgesamt sind es über 2.000 teilnehmende Jugendliche – auch Gruppen aus dem benachbarten Bayern werden erwartet.

Tiroltage beim Europäischen Forum Alpbach: Anlässlich des 350. Jubiläums der Universität Innsbruck steht der Tiroltag 2019 ganz im Zeichen der Forschung in der Europaregion. Auch heuer werden der Euregio-JungforscherInnenpreis und der Euregio-Innovationspreis verliehen.

Junge ForscherInnen gesucht: Die Euregio wird heuer erstmals einen Sonderpreis unter dem Motto „Junge Forscher gesucht“ ausschreiben. Infolge der Wettbewerbsausschreibung 2019/2020 soll die Siegerin bzw. der Sieger einen zweitätigen Studienaufenthalt in Brüssel erhalten.

Ein Motto – viele Euregio-Museen: Der Vorstand der Europaregion hat zudem beschlossen, im Jahr 2021 in den Museen in der Europaregion ein gemeinsames Themenjahr unter dem Motto „Transit-Transport-Mobilität“ durchzuführen.