Netzwerken am Euregio-Museumstag 2019 in Innsbruck

Museale Arbeit zu Gedenk- und Jubiläumsjahren im Fokus

Kategorien:  Kunst & Kultur Kultur Tirol & Europa Europaregion LRin Palfrader AutorIn: Benjamin Graus
Kulturlandesrätin Beate Palfrader spricht beim Euregio-Museumstag über die vielfältige Museumslandschaft in der Europaregion.
Kulturlandesrätin Beate Palfrader spricht beim Euregio-Museumstag über die vielfältige Museumslandschaft in der Europaregion.
(V. li.) Monika Sommer (Direktorin Haus der Geschichte Österreich, Wien), LR Beate Palfrader, Angelika Fleckinger (gf. Leiterin der Abteilung Museen des Landes Südtirol) und Claudio Martinelli (Vorstand der Kulturabteilung des Trentino)
(V. li.) Monika Sommer (Direktorin Haus der Geschichte Österreich, Wien), LR Beate Palfrader, Angelika Fleckinger (gf. Leiterin der Abteilung Museen des Landes Südtirol) und Claudio Martinelli (Vorstand der Kulturabteilung des Trentino)

Seit 2010 kommen am jährlichen Euregio-Museumstag Fachleute zusammen, um sich gemeinsam mit aktuellen Themen und Entwicklungen im Museumswesen auseinanderzusetzen. Dieses Mal waren es rund 140 Teilnehmende aus Tirol, Südtirol und dem Trentino, die sich heute im Haus der Musik in Innsbruck trafen. Ausgehend vom Maximilianjahr 2019 standen die Chancen, aber auch die Herausforderungen im Mittelpunkt, die sich in der musealen Beschäftigung mit Gedenk- und Jubiläumsjahren ergeben.

Tirols Kulturlandesrätin Beate Palfrader eröffnete die Fachtagung gemeinsam mit Claudio Martinelli, Vorstand der Kulturabteilung des Trentino, und Angelika Fleckinger, der geschäftsführenden Leiterin der Abteilung Museen des Landes Südtirol. Dabei unterstrich sie sowohl den Wert der vielfältigen Museumslandschaft, mit der die Euregio aufwarten kann, wie auch die Möglichkeit des fachlichen Austauschs über die Landesgrenzen hinaus. Zum heurigen Thema des Euregio-Museumstages – „Jubiläums- und Gedenkjahre: Chance und Herausforderung für Museen“ – weiß LRin Palfrader: „Museen spielen eine zentrale Rolle in der Erinnerungskultur. Sie prägen unser kollektives Gedächtnis und haben eine identitätsstiftende Funktion in unserer Gemeinschaft. Es gilt daher, die Museen in ihrer wertvollen Arbeit gegen das Vergessen und Verdrängen zu bestärken und sie als Orte der Aufklärung und des kritischen Diskurses zu fördern.“

LRin Palfrader lobte das große Engagement der Museumsfachleute und hob das Potential der Museen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit hervor: „Durch zeitgemäße und innovative museale Kulturarbeit können geografische und kulturelle Grenzen überbrückt und Verbindungen geschaffen werden. Die rege Teilnahme am Museumstag zeigt, dass die Vernetzung im Museumswesen funktioniert und die Museen ihre Verantwortung im Bereich der Erinnerungsarbeit engagiert wahrnehmen“, so LRin Palfrader.

Abwechslungsreiches Programm mit Blick gen 2021

Die Gründungsdirektorin des Hauses der Geschichte Österreich in Wien, Monika Sommer, spannte im Hauptvortrag einen weiten thematischen Bogen und nannte aktuelle und historische Beispiele, wie Jubiläen und Jahrestage den öffentlichen Diskurs prägen: Beispielhaft hob sie etwa die Möglichkeit für die Geschichtswissenschaften hervor, ihren Erkenntnissen im Rahmen von Jubiläums- und Gedenkjahren zu breiter Resonanz zu verhelfen. Im Anschluss folgte eine Podiumsdiskussion sowie ein Ausblick auf das Euregio-Themenjahr der Museen 2021 mit dem Schwerpunkt „Transport – Transit – Mobilität“, auf das sich ExpertInnen beim Euregio-Museumstag 2018 verständigt hatten. Im Zuge der Euregio-Vorstandssitzung in Bozen am 25. September wurde dieses Programm bereits genehmigt, ebenso wie Rahmenbedingungen zu Förderungen für kleinere, teilnehmende Museen. Am Nachmittag steht bei der Tagung hingegen der Besuch der verschiedenen Maximilian-Sonderausstellungen in Innsbruck am Programm, um das Tagungsthema anhand von Praxisbeispielen zu vertiefen.