Earth Overshoot Day: 2017 schon am 2. August

Ab dem 2. August 2017 verbraucht die Menschheit mehr, als die Erde verkraften kann

Der "Earth Overshoot Day" (auf Deutsch Erdüberlastungstag, Welterschöpfungstag oder Tag der ökologischen Verschuldung) wird wie folgt definiert: An diesem Datum überschreitet die globale Nachfrage nach natürlichen Ressourcen die Fähigkeit der Erde, diese Ressourcen nachwachsend zur Verfügung zu stellen. Ab dem Earth Overshoot Day sind Nachfrage und Bereitstellung natürlicher Ressourcen somit nicht mehr im Gleichgewicht, sondern lebt die Menschheit über ihre Verhältnisse, sozusagen auf Pump. Weltweit wird mehr verbraucht, als natürlicherweise nachwachsen kann. Übertragen auf jede und jeden einzelnen von uns, hätten wir am 1. August bereits unser gesamtes Jahresgehalt ausgegeben (auch jenen Teil, den wir noch gar nicht verdient haben).

Wir leben momentan so, als hätten wir jährlich 1,7 Erden zur Verfügung. Wir haben aber nur eine einzige Erde und können uns nicht einfach eine zweite aus dem Kofferraum holen. Der  World Wide Fund For Nature (WWF) prognostiziert, dass wir 2020 zwei Planeten verbrauchen werden und 2050 sogar unvorstellbare drei. Eine Trendumkehr der letzten 30 Jahre ist bislang nicht in Sicht.

Auf nationaler Ebene sieht es nicht besser aus

Österreich ist leider keine Ausnahme, was den ressourcenintensiven Lebensstil betrifft. Der österreichische Earth Overshoot Day wurde nämlich deutlich früher berechnet: Bereits am 11. April 2017 war Österreichs Anteil an den globalen Ressourcen verbraucht. Seither leben die Österreicherinnen und Österreicher auf Kosten der Natur und  künftiger Generationen.

Und auch zu Lasten der benachteiligten drei Viertel der Weltbevölkerung. Dass die globalen Ressourcen im Schnitt überhaupt bis zum 2. August reichen, ist nämlich den ökonomisch Schwachen geschuldet. Die Mehrheit aller Erdenbürger verbraucht recht wenig, was sich zwar rechnerisch positiv auswirkt, aber ein eklatantes Ungleichgewicht darstellt.

Nur rund ein Viertel der Menschheit - im wesentlichen die Industrie- und Schwellenländer - verantwortet aufgrund ihres konsumorientierten Lebensstils den Großteil der planetaren Übernutzung. Würde die ganze Menschheit so verschwenderisch leben wie wir Österreicherinnen und Österreicher, wären 3,6 Erden erforderlich. Wohingegen Indien mit 0,6 Planeten auskommt.

Der Earth Overshoot Day kommt immer früher

1987 fiel er noch auf den 19. Dezember, 2000 auf den 1. November, 2005 auf den 20. Oktober, 2010 auf den 21. August, 2015 auf den 13. und 2016 auf den 8. August. Errechnet wird der Ressourcenhunger der Welt (und auch einzelner Nationen) vom  Global Footprint Network

Für jedes weitere Jahr ohne Richtungskorrektur steigen die Versäumniskosten an: Verschärfung bestehender Ungerechtigkeiten, Ressourcenkonflikte, Kriege, Hunger oder Naturkatastrophen.

Während wir uns zunehmend bei der Erde verschulden, kann sie sich immer weniger erholen. Anders ausgedrückt: Ein bisschen über unsere Verhältnisse zu leben ginge vorübergehend vielleicht sogar. Doch auf Dauer schwindet die Fähigkeit der Erde zur Regeneration.

Was kann ich dagegen tun?

Es ist längst überfällig, Wirtschaft und Konsum so zu gestalten, dass sie enkeltauglich funktionieren. Produktionsweisen und Konsumgewohnheiten der Weltgemeinschaft müssen sich ändern. Wer nicht will, dass der Earth Overshoot Day immer früher statt findet, sollte generell weniger konsumieren. Und zum Beispiel recyceln und reparieren, zu Ökostrom wechseln, Leitungswasser trinken oder saisonale, regionale und fair erzeugte Lebensmittel kaufen. Um seinen persönlichen Fussabdruck zu verringern, muss man gemäß der Plattform  Footprint Österreich lediglich die  5-F-Regeln befolgen.


Dokumente der Plattform Footprint zum österreichischen Earth Overshoot Day 2017: