Land Tirol fördert Erforschung der „Freizeitkrankheit“

Studierende in Landeck werden eingebunden

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LR Bernhard Tilg
LR Bernhard Tilg

Rund 150.000 Euro genehmigte die Tiroler Landesregierung auf Antrag von Wissenschafts- und Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg für die Erforschung der sogenannten „Freizeitkrankheit“. Damit wird ab 2020 für drei Jahre eine Post-Doc-Stelle am Institut für Sport-, Alpinmedizin und Gesundheitstourismus (ISAG) an der Landesuniversität UMIT finanziert, die das erhöhte Auftreten von Erkrankungen zu Urlaubsbeginn untersuchen wird. In der Fachwelt wird dieses Phänomen als „Leisure Sickness“ bezeichnet.

Wer beruflich unter großem Druck steht, wird nicht selten in den ersten Urlaubstagen krank. Migräne, fiebrige Erkältungen, Magenbeschwerden oder sogar ein Herzinfarkt können die Folge sein. Der Körper fährt nämlich unter dem starken beruflichen Stress die Immunabwehr auf ein Höchstniveau. Fällt dieser Stress plötzlich ab, fährt der Körper die Produktion der Abwehrzellen abrupt herunter, sodass sich Krankheitserreger Zutritt verschaffen können.

Vorangegangene Studien unter der wissenschaftlichen Leitung von Assoz. Prof. Cornelia Blank und Univ.-Prof. Wolfgang Schobersberger (ISAG) legen jedoch nahe, dass neben möglichen physiologischen und immunologischen Erklärung weitere Faktoren wie zum Beispiel unser Freizeitverhalten eine wichtige Rolle spielen können.

Wenn die Auftretenswahrscheinlichkeit der Freizeitkrankheit reduziert werden kann, ergibt dies einen Wettbewerbsvorteil für die Tiroler Tourismusbetriebe. „Ein evidenzbasiertes Angebot für die Unternehmen zur Prävention dieser Erkrankung ist das Forschungsziel“, so LR Tilg und weiter: „Die Ergebnisse dieser Studie können auch in der betrieblichen Gesundheitsförderung von Nutzen sein“.

Im Urlaub krank zu werden führt zu einem negativen Effekt für die gesamte Urlaubserfahrung. Darüber hinaus ist in vielen Teilen Tirols ein Trend hin zum Gesundheitstourismus zu erkennen. Daher können die Erforschung der Freizeitkrankheit und in weiterer Folge die daraus ableitbaren Maßnahmen das Angebot von Tourismusunternehmen stimmig ergänzen.

„Dabei entstehen konkrete Synergien zum Studium Wirtschaft, Gesundheits- und Sporttourismus von der Universität Innsbruck und UMIT am Standort Landeck. Diese Studierenden können während ihrer Ausbildung in ein Forschungsprojekt eingebunden werden. Die Ergebnisse fließen dann unmittelbar in die Lehre zurück“, führt LR Tilg aus.