Aktuelles

1. Entfall der Anerkennungspflicht für Photovoltaikanlagen nach dem Ökostromgesetz ab 1. Jänner 2018

Mit Inkrafttreten der "kleinen Ökostromgesetznovelle", BGBl. I Nr. 108/2017, entfällt ab 1. Jänner 2018 die Verpflichtung zur Anerkennung von nicht rohstoffabhängigen Ökostromanlagen (Photovoltaikanlagen, Wasserkraftanlagen, Wind).

Für das ab Anfang 2018 zur Verfügung stehende Förderkontingent werden daher keine Ökostrom-Anerkennungsbescheide mehr benötigt ( https://www.oem-ag.at/de/neues/).

Aus verwaltungsökonomischen Gründen ist daher vorgesehen, für alle beim Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung Wasser-, Forst- und Energierecht, bis zum 30. November 2017 einlangenden vollständigen Anträge auf Anerkennung einer Photovoltaikanlage noch einen Anerkennungsbescheid zu erlassen. Für später einlangende Anträge sowie unvollständige Anträge ist die Erlassung eines Anerkennungsbescheides jedoch nicht mehr vorgesehen. Es entfallen somit künftig auch die Gebühren für den Ökostrom-Anerkennungsbescheid.


2. Solarstromspeichersysteme: Förderung bis 31. Mai 2018 verlängert

Mit 15. Juli 2017 ist die bisherige Förderung für intelligente Stromspeichersysteme ausgelaufen. Die neue Förderung startet am 1. Oktober und sieht ein vereinfachtes Verfahren vor. Stromspeicher können aber bereits ab 16. Juli ohne vorherigen Antrag angeschafft und eingebaut werden. Voraussetzung ist, dass die Förderbestimmungen eingehalten werden. Ansuchen sind ab 1. Oktober online möglich.

Neuer Verfahrensablauf

Bisher war es erforderlich, den Förderantrag VOR dem Erwerb einer Speicheranlage einzubringen und der Behörde in einem zweiten Schritt die Fertigstellung zu melden. Für Antragsteller mit erteilten Förderzusagen vor dem 15. Juli gilt diese Regelung weiterhin. Mit der neuen Richtlinie ist der Förderantrag erst NACH Inbetriebnahme über Online-Ansuchen zu stellen.

Technische Voraussetzungen beachten

Um Fördersicherheit zu erhalten, ist es besonders wichtig, die technischen Voraussetzungen der Richtlinie (Punkt 5) zu beachten. Ob der gewählte Stromspeicher den Vorgaben entspricht, ist ganz einfach über die Hersteller-Liste herauszufinden (siehe Downloads). Überdies ist darauf zu achten, dass der Stromspeicher durch ein Fachunternehmen installiert und sicher in Betrieb genommen wird. Die Inbetriebnahme muss im Zeitraum vom 16. Juli 2017 bis 31. Mai 2018 erfolgen.

Was wird gefördert

Gefördert werden Privathaushalte in Tirol, die über eine bestehende oder neu anzuschaffende Photovoltaikanlage mit maximal 7,5 KWpeak verfügen und ein intelligentes Stromspeichersystem anschaffen. Fördermittel werden bis zu einer nutzbaren Speicherkapazität von 6 kWh gewährt. Die Gesamtkapazität des Stromspeichers kann höher sein.

Eine Auflistung der förderfähigen Stromspeichersysteme inklusive Steuerungen finden sie auf der Hersteller-Liste.

Transparente Förderberechnung

Vereinfacht wurde auch die Berechnung der Förderhöhe. Für die ersten zwei Kilowattstunden nutzbare Speicherkapazität (Mindestkapazität) ist ein fixer Sockelbetrag von 1.700 Euro vorgesehen, die 3. bis 6. Kilowattstunde wird mit einem stufenweise abfallenden Betrag gefördert. Die intelligente Steuerung (Lastmanagementsystem) wird zusätzlich mit 500 Euro berücksichtigt. (Die Steuerung kann auch unabhängig vom Stromspeicher gefördert werden.) Die maximal Förderung beträgt 3.500 Euro.

Maximale Förderhöhen für intelligente Stromspeichersysteme

 

Tabelle Stromspeichersysteme

Das Ziel der Förderung

Mit Solarstromspeicher können Haushalte den Eigenverbrauch von klimafreundlichen Solarstrom mehr als verdoppeln. Eine intelligente Steuerung unterstützt den effizienten Einsatz des Sonnenstroms im Haushalt zusätzlich. So kann der selbst erzeugte Solarstrom für den eigenen Bedarf im Haushalt bestmöglich genutzt und ausschließlich Überschussstrom ins öffentliche Netz eingespeist werden.

Überblick zum Förderablauf

Die neue Richtlinie, eine Checkliste zum Ablauf, die Liste der Hersteller und wichtige Hinweise zu den Bestimmungen sind in den Downloads zu finden. Auch die Vorlagen für die Bestätigungen durch Hersteller und Fachunternehmen stehen hier bereit.

Online-Anträge können ab 1. Oktober unter www.tirol.gv.at/formulare gestellt werden.

 Richtlinie Intelligente Stromspeichersysteme für Photovoltaikanlagen 2017/2018
 Checkliste zum Verfahren
 Wichtige Fragen
 Liste der förderfähigen Stromspeichersysteme und intelligenten Steuerungen (Herstellerliste) 
 Überblick Förderhöhe

Weitere Vorlagen für Bestätigungen:

 Fachunternehmer-Erklärung Stromspeichersystem
 Fachunternehmer-Erklärung Steuerung
 Hersteller-Erklärung Stromspeichersystem
 Hersteller-Erklärung Steuerung
 Verständigungsschreiben an Gemeinde/Baubehörde

Weitere Informationen zu Photovoltaikanlagen

 Leitfaden zur aktuellen Bundesförderung sowie Formulare
 Photovoltaik-Fibel des Bundes
 Photovoltaik-Rechner
 OeMAG-Abwicklungsstelle für Ökostrom


Förderung für Solarstromspeichersysteme 2016/2017

Für Antragsteller mit erteilten FÖRDERZUSAGEN vor dem 15. Juli gilt die Regelung weiterhin.

 Richtlinie Intelligente Stromspeichersysteme für Photovoltaikanlagen 2016/17 
 Online-Formular „Fertigstellungsmeldung zur Landesförderung Intelligente Stromspeichersysteme und intelligente Steuerungen für Photovoltaikanlagen“
 Bestätigung des Elektrounternehmens zur Fertigstellungsmeldung (Intelligente Steuerung)
 Bestätigung des Elektrounternehmens zur Fertigstellungsmeldung (Batteriespeicher mit Intelligenter Steuerung)


3. NATIONALER GEWÄSSERBEWIRTSCHAFTUNGSPLAN

Der  Nationale Gewässerbewirtschaftungsplan 2015 (NGP 2015) wurde am 25. August 2017 veröffentlicht.

Ferner wurde die Nationale Gewässerbewirtschaftungsplanverordnung 2009 - NGPV 2009 am 25. August 2017 im Bundesgesetzblatt  BGBl. II Nr. 225/2017 kundgemacht ( konsolidierte Fassung).


4. Novelle zum Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz 2010, Energie-Control-Gesetz, Ökostromgesetz 2010

Mit dem Bundesgesetz  BGBl. I Nr. 108/2017 werden das Ökostromgesetz 2012, das Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz 2010, das Gaswirtschaftsgesetz 2011, das KWK-Punkte-Gesetz und das Energie-Control-Gesetz geändert sowie das Bundesgesetz, mit dem zusätzliche Mittel aus von der Energie-Control Austria vewalteten Sondervermögen bereitgestellt werden.

Die wesentlichen Änderungen:

Elektrizitätswirtschafts- und - organisationsgesetz 2010 (ElWOG 2010):

  • Gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen: Ermöglichung der gemeinsamen Nutzung von Erzeugungsanlagen (insbesondere PV-Anlagen) auf Mehrfamilienhäusern und anderen Gebäuden

E-Control-Gesetz:

  • E-Mobilität: Einrichtung eines von der Regulierungsbehörde zu führenden Ladepunktregisters

Ökostromgesetz 2010:

  • Anerkennung von Ökostromanlagen durch den Landeshauptmann nur noch bei rohstoffabhängigen Anlagen (keine Anerkennungspflicht somit bei PV-Anlagen, Wasserkraftanlagen, Windkraftanlagen ab 1.1.2018)
  • Erhöhung der Mittel für Investitionszuschüsse für Kleinwasserkraftanlagen
  • Höheres Unterstützungsvolumen für Biogasanlagen durch Nachfolgetarife (durch eigenständige-Nachfolgetarifverordnung) ab 1.1.2018

Neue Einspeisetarife für Ökostromanlagen

Mit Verordnung des Bundesministers für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft,  BGBl. II Nr. 459/2015, geändert durch,  BGBl. II Nr. 397/2016, werden die Einspeisetarife für die Abnahme elektrischer Energie aus Ökostromanlangen geregelt.

Für PV Anlagen gelten folgende Tarife bzw. Förderungen:

  • Die Investitionszuschüsse für Anlagen mit einer Enpgassleistung bis 200 kWpeak betragen 40 % der Errichtungskosten, maximal jedoch 375 EUR/kWpeak (2015: 30 % der Errichtungskosten bzw. 200 EUR/kWpeak).
  • Gefördert werden ausschließlich PV Anlagen mit einer Engpassleistung von 5 bis 200 kWpeak, die auf oder an einem Gebäude angebracht sind.
  • Der Einspeisepreis bei Antragstellung und Vertragsabschluss 2016 beträgt 8,24 Cent/kWh (2015: 11,5 cent/kWh).
  • Der Einspeisepreis bei Antragstellung und Vertragsabschluss 2017 beträgt 7,91 Cent/kWh

Biogas-Nachfolgetarifverordnung 2017 - N-FT-VO 2017

Mit der Verordnung des Bundesministers für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft vom 28. Juli 2017,  BGBl. II Nr. 201/2017, werden für Ökostromanlagen auf Basis von Biogas mit Wirksamkeit ab 1. August 2017 Einspeisetarife nach Ablauf der Kontrahierungspflicht mit der Ökostromabwicklungsstelle (Nachfolgetarife) festgesetzt.


4. Beratungsförderung Revitalisierung von KIeinwasserkraftwerken

Die Steigerung der Stromerzeugung unter Berücksichtigung von Anforderungen der Gewässerökologie stehen im Mittelpunkt der Beratungsinitiative zur Revitalisierung von Kleinwasserkraftwerken mit einer Leistung bis zu 10 MW.

Das Beratungsangebot des Landes ist zweistufig und sieht in der Stufe 1 ein kostenloses, individuelles Beratungsgespräch durch unabhängige ExpertInnen vor. Die zweite Stufe umfasst eine Vor-Ort-Begehung, in der das technische und wasserwirtschaftliche Revitalisierungspotenzial grob abgeschätzt und konkrete Maßnahmen zur Realisierung des Potenzials vorgeschlagen werden.

Die Budgetmittel für die zweite Stufe sind zur Gänze ausgeschöpft. Es können daher keine Zusagen für die zweite Stufe der Revitalisierungsförderung erteilt werden.

Förderansuchen sind beim Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung Wasser-, Forst- und Energierecht, Landhaus 2, Heiliggeiststraße 7-9, einzubringen. Das Beratungsangebot wird nach Maßgabe der budgetären Möglichkeiten bis 30. November 2018 verlängert. 

 Förderantrag (mit Ausfüllhilfe)

 Förderrichtlinie Revitalisierung Kleinwasserkraft

 Infoflyer Beratung Revitalisierung Kleinwasserkraft

 Beratungsförderung Revitalisierung Kleinwasserkraft – Wasser Tirol


5. Energieeffizienzsteigerung bestehender Straßenbeleuchtungen

Das Land Tirol fördert gemeinsam mit dem Lebensministerium über die Kommunalkredit Public Consulting GmbH (KPC) die Optimierung von bestehenden Straßenbeleuchtungen in Gemeinden.

Die Grundlage für die Förderung bildet das  Informationsblatt Energiesparen in Gemeinden.

Die Unterstützung von KPC und Land besteht in einer pauschalierten Förderung pro Lichtpunkt:

  • 15 Euro pro Lichtpunkt bis 40 Watt (Anteil Land 6 Euro)
  • 30 Euro pro Lichtpunkt über 40 Watt (Anteil Land 12 Euro)
  • Zuschlag für Lichtsteuerung 20 % auf die ermittelte Pauschalförderung (18 bzw. 36 Euro pro Lichtpunkt)

Die Förderung ist mit 30 % der förderfähigen Prozentsätze begrenzt.

Zur Förderabwicklung:

Die Landesförderung wird als zusätzliche Förderung zu jener der KPC gewährt. Das Förderansuchen ist an die Abteilung Wasser-, Forst- und Energierecht, Landhaus 2, Heiliggeiststraße 7-9, 6020 Innsbruck zu richten ( wasser.energierecht@tirol.gv.at). Dem Ansuchen ist das Förderansuchen an die KPC in Ablichtung und unter Anschluss sämtlicher Unterlagen, die auch an die KPC zu übermitteln sind, anzuschließen. Die Formulare für das Förderansuchen an die KPC finden Sie unter  www.meinefoerderung.at/webufi/?execution=e1s1&cluster=spar.

Zusätzlich gewährt das Land als Bonus eine Förderung für die Lichtplanung, die von einem befugten Lichtplaner zu erstellen ist. Die Bonusförderung beträgt 60 % der tatsächlichen Planungskosten, maximal jedoch EUR 3.000,--.


6. Anerkennung als Ökostromanlage

Der Bescheid des Landeshauptmannes über die Anerkennung als Ökostromanlage bildet eine Voraussetzung für eine Antragstellung um Förderung.

Der  Antrag auf Anerkennung einer Anlage als Ökostromanlage ist beim Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung Wasser-, Forst- und Energierecht, Landhaus 2, Heiliggeiststraße 7-9, einzubringen.

Der Antrag hat insbesondere folgende Daten und Unterlagen zu beinhalten:

  • vollständig ausgefüllter und unterfertigter Antrag (Download)
  • Netzvertrag mit dem Stromversorger und Zählpunktbezeichnung
  • Baubewilligung der Gemeinde (bei PV-Anlage mit einer Engpassleistung bis 25 kW) bzw. Anzeige der örtlich zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde nach dem Tiroler Elektrizitätsgesetz (bei PV-Anlagen mit einer Engpassleistung über 25 kW bis höchstens 250 kW) oder Bewilligung der örtlich zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde nach dem Tiroler Elektrizitätsgesetz (bei PV-Anlagen größer 250 kW)

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass nur vollständige Anträge auf Anerkennung von Anlagen bearbeitet werden. Bei unvollständiger Antragstellung erfolgt eine Zurückweisung des Antrags.

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