Klimawandelanpassung: Regenwasser nutzen, Trinkwasser sparen, Kanäle entlasten

Nachhaltige und ressourcenschonende Regenwassernutzung.

Kategorien:  LHStvin FelipeLandwirtschaftNachhaltigkeitWasserwirtschaft AutorIn: Clemens Rosner
LHStvin Ingrid Felipe: "Die Extremwetterphänomene werden mit steigendem Trink- und Brauchwasserbedarf einhergehen."
LHStvin Ingrid Felipe: "Die Extremwetterphänomene werden mit steigendem Trink- und Brauchwasserbedarf einhergehen."
Regina Heckmann und Sohn Peter bei der Kontrolle des eingegrabenen Regenwassertanks .
Regina Heckmann und Sohn Peter bei der Kontrolle des eingegrabenen Regenwassertanks.
Regina Heckmann und Sohn Peter gießen mit dem gesammelten Regenwasser ihren Gemüsegarten und ihre Wiese.
Regina Heckmann und Sohn Peter gießen mit dem gesammelten Regenwasser ihren Gemüsegarten und ihre Wiese.

Aufgrund der großen Nachfrage verlängert das Land Tirol das Projekt „Regenwassernutzung im Tiroler Oberland“ im Rahmen der Konjunkturoffensive 2020 um eine zweite Projektphase bis Ende 2021 in der KLAR! - Klimawandelanpassungsmodellregion, wie Klimaschutzlandesrätin LHStvinIngrid Felipe bekannt gibt: „Die Region zählt aufgrund ihrer inneralpinen Lage zu den niederschlagsärmsten Gebieten des Alpenraums. Die Extremwetterphänomene werden mit steigendem Trink- und Brauchwasserbedarf einhergehen. Eine nachhaltige und ressourcenschonende Regenwassernutzung in diesen Gebieten spielt daher eine zunehmend wichtige Rolle bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Dabei wollen wir die Menschen in dieser besonders sensiblen Region unterstützen.“

Projekt „Regenwasserspeicher in der KLAR! Kaunergrat“

Bereits im Jahr 2018 wurden mit dem Projekt „KLAR! Regenwassernutzung“ die Gemeinden und die Bevölkerung über die Sinnhaftigkeit der Nutzung von Regenwasser in Zeiten des Klimawandels aufgeklärt und interessierten BürgerInnen ein finanzieller Anreiz für die Installation von Regenwasserspeichern in privaten Gärten geboten. In den Gemeinden Fließ und Faggen wurden so insgesamt bereits 32 Wasserspeicher mit einem Fassungsvermögen von etwa 136.000 Liter eingebaut. Regina Heckmann, Bäuerin in der Gemeinde Fließ, hat das Angebot in Anspruch genommen:

„Uns hat das Projekt ‚Regenwasserspeicher‘ sehr geholfen. Wir konnten in diesem Frühjahr das Wasser schon zum Beregnen des Gemüsegartens und eines Feldes unterhalb von unserem Haus nutzen.“ Im Konjunkturpaket 2020 stehen nochmals 50.000 Euro für die Klimawandelanpassungsmaßnahmen zur Verfügung, womit knapp 50 Speicher mit einem Fassungsvermögen von rund 200.000 Litern gefördert werden können.

Regenwasser nutzen – Trinkwasser sparen – Kanäle entlasten

„Die äußerst trockenen Sommer der letzten Jahre haben verdeutlicht, dass der Klimawandel im vollen Gange ist. Hitzeperioden und Trockenheit werden in Zukunft in Tirol genauso verstärkt auftreten, wie Starkregenereignisse. Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel und steht schon heute nicht mehr überall unbegrenzt zur Verfügung“, sagt die Projektkoordinatorin der KLAR!, Ulrike Totschnig.

Eine Person in Österreich verbraucht pro Tag circa. 150 Liter Wasser, die Hälfte davon wird beim Trinken, Kochen, Baden oder Geschirrspülen, der Rest für die Klospülung, Bewässerung vom Garten, oder bei der Autowäsche verbraucht. Mit einem Regenwasserspeicher können bis zu 50 Prozent des Trinkwasserverbrauchs durch Regenwasser ersetzt werden. Die Regenwassertonnen entlasten durch die Zurückhaltung der Wassermassen bei Starkregenereignissen zudem Kanalsysteme und Bäche. „Für viele Menschen in Tirol ist es kaum vorstellbar, dass wir uns über das Wasser Gedanken machen müssen. Doch der Klimawandel stellt uns vor diese herausfordernde Aufgabe. Durch lokal wirksame Anpassungsmaßnahmen wirken wir den globalen Veränderungen entgegen“, beton LHStvin Felipe.

6 Gemeinden – eine Modellregion

Die Gemeinden Fließ, Prutz, Faggen, Kauns, Kaunerberg und Kaunertal haben sich zu einer Klimawandelanpassungsmodellregion zusammengeschlossen, welche sich seit dem Jahr 2018 gezielt und strukturiert mit den Möglichkeiten zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels auseinandersetzt und realisiert sukzessive konkrete Maßnahmen und Projekte, wie Hans-Peter Bock, Bürgermeister der Gemeinde Fließ berichtet: „Beim Thema „Klimawandel“ kommt den Gemeinden eine wichtige Schlüsselfunktion zu. Sie können direkt vor Ort konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel setzen. So sehen und spüren die Menschen, dass wir alle einen Beitrag leisten können.“