Rechte der Allgemeinheit

Das Forstgesetz 1975 ermächtigt jedermann, den Wald zu Erholungszwecken zu betreten und sich dort aufzuhalten, wobei das Betreten wörtlich zu nehmen ist: Reiten, Radfahren oder Campieren beispielsweise ist ohne Zustimmung des Eigentümers verboten.

Das Sammeln von Pilzen, Beeren und wildwachsendem Waldobst ("kleine Waldnutzung") für die eigene Verwendung (nicht zu Erwerbszwecken!) ist zulässig, solange der Waldeigentümer sich diese Nutzungen nicht vorbehält. Einschränkungen für das Sammeln von Pilzen ergeben sich außerdem aus der Tiroler Pilzschutzverordnung, nach der wildwachsende Pilze in der Zeit von 7:00 Uhr bis 19:00 und bis zur Höchstmenge von zwei Kilogramm je Person gesammelt werden dürfen.

Das Entzünden eines Feuers ist im Wald und gegebenenfalls auch in Waldnähe, wenn Verhältnisse vorherrschen, die die Ausbreitung eines Waldbrandes begünstigen, durch unbefugte Personen verboten, ebenso wie der unvorsichtige Umgang mit feuergefährlichen Gegenständen (z.B. Wegwerfen von brennenden Zigaretten). Ständige Zelt- oder Lagerplätze können durch eine behördliche Bewilligung von diesem Verbot ausgenommen werden. Auch jegliche Waldverwüstung ist verboten, wobei sich dieses Verbot gegen jedermann richtet. Zur Waldverwüstung gehört unter anderem die Ablagerung von Müll, Gerümpel oder Klärschlamm.

Nach dem Forstgesetz 1975 macht sich strafbar, wer Erde, Rasen oder sonstige Bodenbestandteile in mehr als geringem Ausmaß oder stehendes oder geerntetes Holz oder Harz aneignet. Dabei bleiben nur Bagatelldelikte tatsächlich vollkommen unbedeutenden Umfangs verwaltungsstraffrei.
Im Übrigen steht es dem Waldeigentümer frei, auch diese Sammeltätigkeiten zu verbieten und durch entsprechende Kennzeichnung kundzumachen; dann stellt jedwede derartige Tätigkeit eine Besitzstörung dar.

In Anbetracht dieser Rechtslage ist daher anzuraten, vor dem Sammeln von Totholz und Reisig das Einvernehmen mit dem Eigentümer bzw. Nutzungsberechtigten herzustellen.

Daneben ist zu beachten, dass der Wald Lebensraum für viele Tiere ist - der Waldbesucher sollte das Wild nicht aufschrecken und beunruhigen.

Inhaltliche Rückfragen zum Thema richten Sie an: waldschutz@tirol.gv.at