Das Projekt Newfor

Die Gruppe Forst beteiligt sich derzeit am „Alpine Space Projekt Newfor“. Ziel des Projektes ist eine verbesserte Holztransportlogistik im alpinen Raum.

Insgesamt arbeiten 14 Partnerorganisationen aus sechs Ländern zusammen. Dies ermöglicht Erfahrungsaustausch sowie länderübergreifende Zusammenarbeit. Ziel der Gruppe Forst ist die Verbesserung der Holztransportlogistik in Tirol.

Holztransportlogistik in Tirol

Unterstützung der Waldbesitzer bei Holzbringung, Holzabfuhr und Holzvermarktung ist einer der Arbeitsschwerpunkte der Waldaufseher. Jährlich werden  in Tirol ca. 1,5 Mio. Kubikmeter Holz genutzt, das sind 60.000 LKW-Fuhren, die überwiegend von den Waldaufsehern eingewiesen werden.

Das Projekt NEWFOR soll klären, ob es möglich ist, ein routingfähiges Forstwegenetz als Grundlage für ein Forstnavigationssystem zu erstellen. Dieses System soll für Holzindustrie, Frächter und Waldbesitzer eine arbeitssparende Planung der Holztransporte gewährleisten und die Waldaufseher entlasten.

Die Datengrundlage des Forstnavigationssystems muss auch regelmäßig aktualisiert werden. Es ist daher geplant gemeinsam mit den Waldaufsehern und Frächtern eine Vorgangsweise für die regelmäßige Aktualisierung des Wegenetzes zu erarbeiten.  Basis für das routingfähige Forstwegenetz wird die Erfahrung der Waldaufseher als Experten vor Ort sein.

Herausforderungen bei der Navigation von Holztransporten im alpinen Raum

In Europa werden bereits Forstnavigationssysteme erfolgreich eingesetzt, bisher allerdings kaum im alpinen Raum. Ein wesentlicher Unterschied zu dem gewöhnlichen Navigationssystem für öffentliche Straßen ist, dass es nur sinnvoll eingesetzt werden kann, wenn es möglich ist die Verwendung unterschiedlicher Fahrzeuge zu berücksichtigen. Ein routingfähiger Forstwegegraph muss unterschiedliche Befahrbarkeitsklassen, beispielsweise LKW mit Anhänger oder Traktorbefahrbarkeit, beinhalten.

Holztransport ist im Gebirge häufig mit hohen logistischen Herausforderungen verbunden. Gefahrenstellen, Wendemöglichkeiten und Parkgelegenheiten für LKW-Anhänger müssen den Fahrern bekannt sein.

Im alpinen Raum werden häufig Seilkräne für die Bringung des Holzes eingesetzt. Ein Seilkran kann die Forststraße und gegebenenfalls damit verbundene Wendemöglichkeiten blockieren. Für die Navigation des Holztransportes ist es zudem wichtig auf welcher Seite des Hindernisses das Holz abzuholen ist.

Bei der länderübergreifenden Zusammenarbeit sollte auch die übliche Länge, in der das Holz ausgehalten wird, bedacht werden. In Tirol ist beispielsweise 4 Meter die häufigste Länge, in Frankreich sind es 18 Meter.