Der Betrieb

Die Tiroler Landesforstgärten – mehr als nur ein Forstpflanzenproduzent!

Für die Wiederbewaldung und Sicherung der genetischen Vielfalt des Tiroler Waldes bieten die Tiroler Landesforstgärten ein breites Programm an. Neben der Produktion von heimischen Nadel- und Laubhölzern zählen auch die Beratung in Aufforstungsfragen, Bewirtschaftung der Samenplantagen (Lärche, Fichte, Tanne, Spirke), Beerntung von Saatguterntebeständen und laufende Ergänzung der forstlichen Samenbank mit Klengung in der betriebseigenen Samenklenge dazu. Im Jahr 2018 konnten Dank einer Vollmast mehr als 20 Tonnen Zapfen aus allen Tiroler Wuchsgebieten geerntet werden – alleine bei der Lärche waren es rund 13 Tonnen. Die Produktion von klimafitten Forstpflanzen ist gesichert und wird durch langfristige Lagerung des Saatgutes im Kühlraum der eigenen Samenbank gewährleistet.

In den Tiroler Landesforstgärten werden neben wurzelnackten Pflanzen auch Topfpflanzen in durchwurzelbaren Töpfen erzeugt, um die Ausbildung der baumartenspezifischen Wurzeln zu ermöglichen und damit die Standfestigkeit der Bäume zu erhöhen.

Neben WaldbesitzerInnen aus Tirol sowie aus angrenzenden Bundesländern sind auch Privatpersonen, die nur einzelne Bäume oder Sträucher brauchen, in den Betriebsgärten Bad Häring, Nikolsdorf und Stams herzlich willkommen.

Die Organisation der Tiroler Landesforstgärten erfolgt im Wesentlichen dezentral über drei Forstgartenaußenstellen.

  • Stams - Bereich Wipptal und Tiroler Oberland
  • Bad Häring - Bereich Innsbruck und Tiroler Unterland
  • Nikolsdorf - Bereich Osttirol

Für die Gesamtleitung und Verwaltung ist die Zentrale der Tiroler Landesforstgärten in Innsbruck zuständig.

Leistungen im Interesse des Landes

Erhaltung der genetischen Sicherheit und Vielfalt durch

Lärchenplantage
  • die forstliche Samenbank für alle Herkünfte mit laufender Ergänzung
  • Samenplantagen für Hochlagen-Lärchen, Fichten und Spirken
  • eine Generhaltungsplantage für die Tanne
  • Freilandbeerntung von Spezialherkünften unter Aufsicht der Bezirksforstinspektionen
  • 20 Jahre Saatgutvorrat für die wichtigsten Hauptbaumarten Tirols

Samenklenge

Samenklenge

In der Samenklenge werden die Baumsamen aus dem Zapfen herausgelöst.

  • Koordination der Zapfenernte
  • Klengung der Zapfen für die eigene Samenbank, der Wildbach- und Lawinenverbauung und Private
  • Klengung von Spezialherkünften

Pflanzen für Extremstandorte

Jugend vom Forstgarten bei der Lärchen- und Fichtensaat

Pflanzen für Extremstandorte werden mit Mykorrhizapilzen geimpft (Symbiose zwischen Pflanzenwurzel und Pilz). Diese Maßnahme verbessert den Anwuchserfolg enorm.
Vor allem in der Schutzwaldverjüngung und in der Hochlagenaufforstung werden diese Pflanzen verwendet. Für die Zirbe ist eine 100%ige Mykorrhiza-Impfung notwendig, da sie im Hochgebirge ohne diese Symbiose chancenlos wäre.

Pflanzenproduktion

Edellaubhölzer

In den Tiroler Landesforstgärten werden auf einer Anbaufläche von ca. 31 ha jährlich rund 2 Millionen Forstpflanzen produziert und vermarktet. Der Produktionsanteil der Landesforstgärten liegt in Tirol bei etwa 70%.
Die waldbaulich sehr wertvollen und von der Öffentlichkeit geforderten Mischbaumarten wie Tanne und Laubhölzer werden praktisch zu 100% von den Landesforstgärten produziert und zu günstigen Preisen an die Waldbesitzer abgegeben.
Seit Bestehen der Tiroler Landesforstgärten (1966) wurden etwa 130 Millionen Forstpflanzen an Tirols Wald abgegeben.

Beratung

Bestens geschulte Mitarbeiter beraten Waldbesitzer, andere Abteilungen des Landes, die Wildbach- und Lawinenverbauung und Privatpersonen bei Pflanzenwahl und Aufforstung.