BASCH - Biotop- und Artenschutz im Schutz- und Bergwald

Interreg-Projekt Österreich-Bayern

Laufzeit: Juni 2017 – Mai 2020; Volumen ca. 1,2 Mio. Euro; 75% Förderung aus EFRE-Mitteln

Die Herausforderung

Projektplakat

Der Bergwald in den Alpen ist zugleich wertvoller Lebensraum für eine große Vielzahl von Arten, Erholungs- und Freizeitort für die Bevölkerung und Lieferant des Rohstoffs Holz. Besondere Bedeutung hat der Bergwald als Schutz vor Naturgefahren wie Steinschlag oder Lawinen. Zwischen Naturschutz und dem Schutz vor Naturgefahren treten jedoch immer wieder Zielkonflikte auf. So benötigen schützenswerte Arten häufig Waldstrukturen, die nicht immer optimal für die Erfüllung der Schutzfunktionen sind, zum Beispiel lichte Wälder oder Wald-Offenlandübergänge. Eine Optimierung der Schutzfunktion kann sich nachteilig auf den Schutz bestimmter Arten und Lebensräume auswirken und umgekehrt. Gesetzliche Ziele des Naturschutz auf der einen Seite, zum Beispiel im Rahmen der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (Natura 2000) stehen Zielen der Forst- und Waldgesetze auf der anderen Seite zum Teil widersprüchlich gegenüber. Dies führt in der Praxis zwischen Naturschutz und Forstwirtschaft immer wieder zu Konflikten oder zu Verzögerungen in der Planung und Durchführung wichtiger Maßnahmen auf beiden Seiten.

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Unterstützung durch Hilfsmittel der EU

Die EU erachtet die Inhalte und Zielsetzungen des Projektes für wesentlich und unterstützt es im Rahmen des INTERREG V-A Programmes Österreich-Bayern 2014 – 2020.

Das Programm ist eines von 60 grenzübergreifenden Förderprogrammen innerhalb der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit (ETZ). Ein Ziel des Programmes ist die Verbesserung der Biodiversität durch grenzüberschreitende Managementstrukturen von Schutzgebieten, Biodiversitätspartnerschaften sowie Arten- und Biotopschutzprojekten. So soll als Ergebnis unter anderem der Erhalt der Artenvielfalt gesichert, aber darüber hinaus auch der Entstehung von Nutzungskonflikten vorgebeugt werden. Die im Projekt gesteckten Ziele leisten somit einen wichtigen Beitrag für die im Programm definierten Ergebnisse.

Projektziele

  • Feststellen der unterschiedlichen Interessen beim Schutz und der Bewirtschaftung von Berg- und Schutzwäldern
  • Herausarbeitung bestehender Konflikte und Synergien zwischen Forstwirtschaft und Naturschutz
  • Entwicklung von planerischen und kommunikativen Strategien zur besseren Umsetzung des Biotop- und Artenschutzes unter Berücksichtigung der Schutzwaldbelange

Beabsichtigte Aktivitäten und Ergebnisse

  • Definition von Anforderungen verschiedenster geschützter Tier- und Pflanzenarten und die Auswirkungen auf diese durch Schutzwaldmanagement sowie Bewirtschaftung.
  • Erarbeitung eines Konzeptes fürgrenzüberschreiendes Monitoring der definierten Arten in zwei NATURA 2000 – Gebieten (Karwendel und Dreiländereck im Bereich Saalach).
  • Identifizierung prioritärer Schutzwaldgebiete und Erarbeitung einer integralen Planung für definierte Waldtypen im Projektgebiet Karwendel.
  • Entwicklung von Methoden zur länderübergreifenden Priorisierung und Dokumentation von Schutzzielen des Natur- und Naturgefahrenschutzes als Unterstützung zur Konfliktminimierung.
  • Entwicklung gemeinsamer Handlungsempfehlungen in Beispielbeständen zur optimalen Berücksichtigung des Naturschutzes und des Schutzwaldmanagements sowie Good Practice Beispiele in Demonstrationsobjekten.
  • Das Projekt wird durch eine umfassende Konfliktstudie wissenschaftlich begleitet, wobei Akteure aktiv eingebunden werden.
  • Verbreitung der Projektergebnisse in den klassischen Medien sowie Etablierung eines ressort- und länderübergreifenden Lehrganges, um so eine langjährige grenzüberschreitende Kooperation zu sichern.

Projektpartner

  • Lehrstuhl für Wald- und Umweltpolitik der Externer Link TUM (Lead-Partner)
  • Land Tirol
  • Land Externer Link Salzburg
  • Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (Externer Link LWF)
  • Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (Externer Link ANL)
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