Wald schützt Lebensraum

Schutzwald – Tirols Lebensversicherung vor Naturgefahren

Tirol – das Herz der Alpen – wäre ohne Schutzwald nicht bewohnbar. Der Wald ist für unser Land das billigste und wirksamste Schutzsystem vor den Kräften der Natur. In Kombination mit örtlicher technischer Verbauung trägt er entscheidend zur Sicherung unseres Lebensraumes bei. Die Ansprüche an die Schutzleistung des Bergwaldes steigen durch zunehmende Siedlungs- und Wirtschaftstätigkeit in unseren engen Tälern. Neue Wege zur Risikovorsorge sind notwendig. Das Projekt EGAR (1998-2001) zeigt über einen neuen, interdisziplinären Ansatz die Konfliktzonen zwischen Naturgefahren und Landnutzungen auf (Gefahrenhinweiskarte).

Der Schutzmantel Wald verschleißt

Schutzwald

Der Wald bedeckt in Tirol ungefähr 40% der Landesfläche, mehr als 60% davon ist Schutzwald. Dieser schützt den Boden vor Verkarstung und Erosion, den Siedlungsraum vor Lawinen, Steinschlag und Muren. Aber nur gesunde und ökologisch stabile Schutzwaldbestände können ihre Aufgaben in gut erfüllen. Aufgrund flächiger Überalterung, mangelnder Verjüngung, Schädigungen durch Immissionen und Nebennutzungen (Weide, Wild) ist der derzeitige Zustand der Tiroler Schutzwälder unbefriedigend.

Schutzwald bringt kein Geld - er kostet

Die Waldarbeit in den Steilhängen ist teuer und gefährlich. Für den Waldbesitzer ist es unmöglich auf extremen Schutzwaldstandorten die notwendigen Maßnahmen aus dem Holzerlös zu finanzieren. Seit 1972 wird deshalb Tirols Schutzwald im Rahmen  qualitativ verbessert. Das Land Tirol, der Bund und die Waldbesitzer finanzieren derzeit rund 200 Projekte zur Schutzwaldverbesserung mit einem Mitteleinsatz von rund 10 Mio. Euro jährlich.

Typische Maßnahmen zur Schutzwaldverbesserung sind:

Schutzwald
  • Wiederverjüngung nach kleinflächiger Holznutzung und Belassen hoher Stöcke
  • Jungwuchs- und Dickungspflege zur Stabilisierung
  • Hochlagenaufforstung zur Hebung oder Sicherung der Waldgrenze
  • Basiserschließung zur pfleglichen und rationellen Bewirtschaftung
  • boden- und bestandesschonende Seilbringung oder Hubschrauberbringung
  • einfache technische Maßnahmen gegen Schneegleiten und Steinschlag
  • Wald- und Weidetrennungen  

Das Landeschutzwaldkonzept – eine Gesundheitskur für den Wald

Das Landesschutzwaldkonzept weist ca. 250.000 ha Wald mit hoher und mittlerer Schutzfunktion als verbesserungsbedürftig aus. 71.600 ha davon sind dringendst zu verbessern. Vielfach fehlende Bewirtschaftung, schlechte Bodenverhältnisse und Klimaextreme machen es dem Schutzwald schwer sich von selbst ausreichend zu verjüngen. Auch Vergrasung oder Verkrautung der Standorte, gebietsweise überhöhte Schalenwildbestände und Waldweide sowie Schneeschub setzen ihm arg zu. Die Schutzwaldverbesserung wird überwiegend  im Rahmen geförderter Projekte durchgeführt.

Ein ausgeklügeltes Controllingsystem misst den Erfolg der Maßnahmen, ermöglicht eine Dringlichkeitsreihung und justiert die Projekte feinfühlig nach. Auf diese Weise können die Fördermittel ihre zielorientierte Wirkung am besten entfalten um die Qualität der Schutzwälder Tirols zu verbessern. Den Gesamtbericht zum Landesschutzwaldkonzept können sie hier  downloaden.

Inhaltliche Rückfragen zu diesem Thema richten Sie an:  forstplanung@tirol.gv.at