:nab - Naturpotentiale alpiner Berggebiete

Acht Partner haben ein Ziel. Sie entwickeln bis 2006 gemeinsam ein neues System zur Erkennung und zum vorbeugenden Schutz von Hochwasser, Muren, Rutschungen und Lawinen.

Die Länder des Alpenraumes haben in vielen Bereichen ähnliche Probleme und Herausforderungen. Beispielsweise der knappe Siedlungsraum, die saisonal hohen Bevölkerungsdichten, oder die allgegenwärtige Bedrohung durch Naturgefahren. Obwohl das „Katastrophengedächtnis“ der Gesellschaft sehr kurz ist, erinnern wir uns noch lebhaft an den August 2002 als halb Europa unter Wasser stand oder an Pfingsten 1999 als im gesamten Alpenraum eine Vielzahl von Rutschungen und Muren große Sachschäden anrichtete.
Verschärfend dazu, kommen die Aussagen von Klimaforschern, welche eine deutliche Zunahme von Niederschlagsextremereignissen in den kommenden Jahren prognostizieren.

Die EU hilft bei der Suche nach neuen Lösungen:

Als eine Reaktion auf diese Tatsachen wurde von der EU das Projekt „:nab“ im Rahmen des Interreg IIIb-Alpenraumprogrammes genehmigt.
Eine Zielrichtung dieses EU- Alpenraumprogrammes ist der Schutz von Bevölkerung und Infrastruktur vor natürlichen Gefahren. Dieses Ziel soll durch den Austausch von Informationen und Methoden, sowie mit der Entwicklung und Durchführung von gemeinsamen Maßnahmen erreicht werden. (Risikoanalyse, Stärkung der Schutzwälder, Vorhersage und Monitoring von Naturgefahrenprozessen, Strategieentwicklung und Maßnahmenplanung zur Risikominimierung).

Ziele :nab:

  • Entwicklung eines innovativen Risikomanagements zur nachhaltigen Risikominimierung von Naturgefahren.
  • Die länderspezifischen Risikobewertungsmethoden werden erstmals zu einem transnational abgestimmten Verfahren gebündelt und weiterentwickelt.
  • Entwicklung von Leitlinien zur schutzfunktionalen Bewirtschaftung von Bergwäldern. durch eine flächige Beurteilung der Wirkung von Standort, Vegetation, Wasserhaushalt, Landnutzung zum Schutz vor Hochwasser, Erosion und Muren
  • Entwicklung von Analyse- und Planungsinstrumente zur Bewertung von Wildbacheinzugsgebieten und Schaffung transnationaler Standards
  • Über ein Internet-gestütztes Informationssystem als Basis für ein transnationales Wissensnetzwerk.

Hintergrund:

Mit dem EFRE Art. 10 Projekt C2e “EGAR” (1998-2001) wurde die gemeinsame Problemlösung mit Schwerpunkt regionale Beurteilung des Naturgefahrenpotential erfolgreich praktiziert und eine Vertiefung empfohlen (Handbook of good practises). Dieser erfolgreiche Weg soll in :nab weiterentwickelt werden.

Beabsichtigte Aktivitäten und Ergebnisse:

  • Verbesserung der fachübergreifenden Zusammenarbeit und Koordination sowie gemeinsame Weiterentwicklung von Methoden und Instrumenten zur Risikominimierung von Naturgefahren
  • Optimierung standardisierter, transnational abgestimmter Berwertungsverfahren von Hang- u. Grabenprozessen sowie Transportvorgängen in Einzugsgebieten auf regionaler und lokaler Ebene und Ableitung von Szenarien und Schutzmaßnahmen.
  • Flächige, standardisierte und transnational abgestimmte Beurteilung der aktuellen Standortsverhältnisse und der potentiellen Vegetation in Testgebieten (Standortsmodellierungsverfahren), Ausarbeitung eines Praxishandbuches, sowie die Entwicklung abgestimmter Managementpläne (Zieltypenkatalog) für die Erfassung und prozessorientierte Bewirtschaftung von Schutzwäldern
  • Minimierung der Nutzungskonflikte – Konzeption und Aufbau eines Naturraummanagements (inkl. Managementpläne und Maßnahmenplanung)
  • Aufbau eines Internet-gestützten Informationssystems sowohl für die beteiligten Dienststellen als auch als Basis für die Verbreitung der Ergebnisse

Gesamtaufwand für das Projekt „:nab“ im Zuge von Interreg IIIb-

Durch die Beteiligung der 8 Partner und der EU konnte für das Projekt ein beträchtlicher finanzieller Rahmen erstellt werden. Die ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung des Projektes „:nab“.
Gesamtsumme für die Laufzeit 2003-2006 (4 Jahre) 1,450.000

Partner:

  • Amt der Tiroler Landesregierung (Forstdienst, Agrarwirtschaft, Raumplanung, Hydrografie, TIRIS)
  • Bundesministerium für Land- u. Forstwirtschaft, Umwelt, Wasserwirtschaft
  • Forsttechnischer Dienst für Wildbach u. Lawinenverbauung – Sektion Tirol
  • Südtiroler Forstdienst
  • Bayrische Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft – Freising
  • Bayrisches Landesamt für Wasserwirtschaft
  • Wildbach- und Lawinenverbauung Slowenien
  • Schweizer Gebirgswaldpflegegruppe
  • Region Lombardei

Kontaktpersonen:

Name

Organisation

Telefon

E-mail

DI Kurt Ziegner Amt der Tiroler Landesregierung - Gruppe Forst 0043/512/508-4560 k.ziegner@tirol.gv.at
DI Hubert Siegel Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft 0043/01/71100-7204 hubert.siegel@bmnt.gv.at
Dr. Hans Angerer Forsttechnischer Dienst für Wildbach- und Lawinenverbauung – Geologische Stelle 0043/512/59612-25 johann.angerer@bmnt.gv.at
Dr. Günther Bunza Bayerisches Landesamt für Wasserwirtschaft 0049/89/9214-1040 guenther.bunza@lfw.bayern.de
Dr. Reinhard Mössmer Landesanstalt für Land- und Forstwirtschaft 0049/8161-714956 moe@lwf.uni-muenchen.de
DI Christoph Hintner Amt der Südtiroler Landesregierung 0039/471/415345 christoph.hintner@provinz-bz.it
Dr. Enrico Sciesa Direzione Generale Territorio e Urbanistica, Regione Lombardia 0039/02/67654690 enrico_sciesa@regione.lombardia.it
Dr. Ales Horvat Torrent and Erosion Control Service – Slowenien PUH d.d. - Slowenien 00386/1/4775200 ales.horvat@puh.si
Raffael Schwitter Gebirgswaldpflegegruppe - Schweiz 0041/81/3034122 raphael.schwitter@bzwmaienfeld.ch