Rotwildmanagement Tirol

Beitrag der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sowie des Tiroler Forstdienstes

Baum- und Stangenholz
Kräftige Durchforstung mit Begünstigung von Mischhölzern verbessert das Äsungsangebot und entlastet so Jungwuchsflächen vor Verbissdruck.

Das Gutachten des Institutes für Wildtierkunde behandelt die notwendige Absenkung des Rotwildstandes auf das Niveau von vor ca. 10 Jahren, das heißt im Landesschnitt um ein Drittel. Begleitend werden zusätzliche Maßnahmen empfohlen. Auch Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sollen zur Wildschadensminderung und zur Abschusserleichterung beitragen. Der Tiroler Forstdienst muss sich dabei unterstützend einbringen.

Ein Arbeitskreis hat sich mit zieldienlichen Möglichkeiten und der Umsetzung von Maßnahmen beschäftigt. Übliche Pflegemaßnahmen in verschiedenen Altersstadien der Wälder, wie Dickungspflegen, Durchforstungen aber auch der naturnahe Waldbau mit überwiegend kleinflächigen Nutzungen, die das Ankommen von Naturverjüngung fördern, wirken generell Lebensraum verbessernd für unsere Schalenwildarten und Wildschaden mindernd. Diese Maßnahmen sind bereits geübte forstliche Praxis. Besondere Maßnahmen zur Abschusserleichterung bedürfen allerdings des direkten Zugehens der Jägerschaft auf die Waldbesitzerin bzw. den Waldbesitzer!

Der Tiroler Forstdienst ist bereit, im Rahmen seiner Möglichkeiten, beratend und steuernd an einer Verbesserung der Situation zu arbeiten. Intensive Beratungstätigkeit bei den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern, ein Förderwesen, das naturnahen Waldbau begünstigt, sowie die Erarbeitung von Entscheidungshilfen zum Waldbau zeigen in den letzten Jahren bereits große Fortschritte bei Pflege, Nutzungsformen und Baumartenwahl. Dieser Weg ist konsequent fortzusetzen! Die geplante Absenkung des Rotwildstandes könnte das Aufkommen der eingeleiteten Verjüngung besonders von Mischbaumarten erleichtern, sofern auch andere Schalenwildarten dem Lebensraum angepasst bewirtschaftet werden.

Es ist allerdings alleinige Entscheidung der Grundeigentümerin oder des Grundeigentümers, ob sie/er spezielle Nutzungen zur Erleichterung des Abschusses durchführt, Schussschneisen anlegt oder deren Freihaltung, die Durchführung von Äsungsverbesserungen oder das Errichten jagdlicher Einrichtungen duldet. Dies muss direkt von der Jägerin oder dem Jäger mit der Waldbesitzerin oder dem Waldbesitzer ausgehandelt werden. Wo es einer Erlaubnis der Behörde bedarf, wird der Forstdienst behilflich sein.

Forstliche Maßnahmen zur Lebensraumverbesserung des Rotwildes sind:

Jungwuchspflege:

Belassen der Verbissgehölze; lediglich Ausmähen der mindest erforderlichen Pflanzen (kein flächiges Freischneiden);
gezielter Einzelschutz vor allem von Mischbaumarten

Dickungspflege:

frühzeitige und kräftige Eingriffe fördern die Krautschicht; Belassen der Verbissgehölze

Durchforstung:

frühzeitige und kräftige Eingriffe fördern die Krautschicht; besondere Förderung oder Erhaltung der notwendigen Mischbaumarten

Endnutzung:

Sie sollen so durchgeführt werden, dass die Wiederbewaldung überwiegend durch Naturverjüngung geschehen kann. Dabei sind laut Prof. Reimoser Kahlschläge möglichst zu vermeiden.

Durch die kleinflächige Nutzung unserer Waldbestände entstehen mehr Bestandesränder, damit wird das Äsungsangebot wesentlich verbessert, gleichzeitig erhöht sich die Pflanzenanzahl durch Naturverjüngung und vermindert sich dadurch der Verbissdruck auf die Einzelpflanze. Die im Waldbauhandbuch der Waldtypisierung Tirol vorgeschlagenen Nutzungsverfahren und die Empfehlungen zu Baumartenwahl und Pflegemaßnahmen haben diese naturgemäße Waldbewirtschaftung zum Ziel.

Maßnahmen zur Abschusserleichterung und Äsungsverbesserung auf konkreten Wunsch der örtlichen Jägerinnen und Jäger

Anlegen von Schussschneisen, Reviereinrichtungen, Einbringen von Verbissgehölzen oder anderer Äsungspflanzen an Wegböschungen, Wildwiesen etc.;
örtliche und zeitliche Einschränkung der forstlichen Nutzungen im Bereich der Brunftplätze während der Hauptbrunftzeit

Maßnahmen zur Vermeidung von Beunruhigungen

Absperren der Forststraßen mit Schranken
Unterstützung von Projekten zur Besucherlenkung (Bsp.: Netzwerk Naturraum Brixental)
Möglichst keine forstlichen Nutzungen im Fütterungsbereich während der Notzeit des Rotwildes;
der Forstdienst unterstützt die Schaffung von Ruhezonen und jagdlichen Sperrgebieten – jagdliche Raumplanung

Information und Aufruf zur Umsetzung

Information und Aufruf zur Umsetzung

Der Tiroler Forstdienst

übernimmt die Information der eigenen Mitarbeiter, der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer im Zuge der forstlichen Öffentlichkeitsarbeit wie Forsttagsatzungen, Waldbesitzerversammlungen und ähnliche Veranstaltungen sowie durch die Medien Tiroler „Forstdienst“, Internetauftritt des Landesforstdienstes; die Anweisung der Forstaufsichtsorgane erfolgt durch die BFI-Leiter in Dienstbesprechungen.

Die Landwirtschaftskammer Tirol

informiert Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer in den Medien „Festmeter“, „Bauernzeitung“ und bei geeigneten Veranstaltungen.

Der Tiroler Jägerverband

ist für die ausreichende Information der Jägerschaft verantwortlich!

Detaillierte Informationen erhalten Sie beim Leiter der Arbeitsgruppe, Anregungen dazu bitte ebenfalls an:

HR DI Artur Perle
Amt der Tiroler Landesregierung
Abteilung Forstplanung
A-6020 Innsbruck,
Bürgerstraße 36
Tel: +43 (0)512 508 4540
Fax: +43 (0)512 508 4545
 artur.perle@tirol.gv.at
www.tirol.gv.at/wald