Bioindikation

Abgase aus Industrie, Verkehr und Hausbrand können unsere Wälder schädigen. Schwefeldioxid, Stickoxide, Kohlenwasserstoffe und das Ozon sind nur einige Schadstoffe, die sich negativ auf die Vitalität der Bäume auswirken und den Waldzustand beeinträchtigen. Seit den frühen 80iger Jahren wird daher der Schadstoffgehalt in den Blättern und Nadeln der Waldbäume kontrolliert.

Was ist Bioindikation?

Grafik: Österreichisches Bioindikatornetz 2016

Pflanzen nehmen Schadstoffe aus der Luft und dem Boden auf. Die in den Blättern/Nadeln gespeicherten Schadstoffmengen lassen Rückschlüsse auf die Luftqualität zu. Insbesondere dort, wo keine apparativen Messungen von Luftschadstoffen gemacht werden, ist die Bioindikation eine kostengünstige Kontrollmethode zur Überwachung der Luftqualität. Im Allgemeinen werden österreichweit in größeren Ballungsräumen höhere Schadstoffimmissionen über die Nadelgehalte nachgewiesen. In Tirol ist in den letzten Jahren speziell der Großraum Schwaz/Brixlegg mit zum Teil sehr hohen Kupfer- und vor allem Quecksilbernadelgehalten auffallend.

Schwefelgehalte der Fichtennadeln in Tirol

Mittlere Schwefelgehalte der Fichtennadeln in Tirol

Lokal hohe Schwefelbelastungen sind in den letzten Jahren kaum mehr aufgetreten. Die maximale jährliche Schwefelbelastung auf den Probepunkten des Bioindikatornetzes sind demnach laufend gesunken. Der forstgesetzliche Grenzwert von 0,11 % Gesamtschwefel im 1. Nadeljahrgang bzw. 0,14 % Gesamtschwefel im 2. Nadeljahrgang wurde in den letzten Jahren nur mehr an einzelnen Punkten erreicht bzw. überschritten.
Sowohl die mittleren Schwefelwerte als auch die Maximalgehalte an Schwefel liegen in Tirol unter den Werten in den meisten anderen Bundesländern Österreichs.

Link zur Online-Datenbank des Bundesforschungs- und ausbildungszentrums für Wald in Wien, wo alle Daten der Länder zusammengefasst dargestellt sind.  http://bfw.ac.at/ws/bin_online.auswahl

Saurer Regen

Diagramm: Entwicklung des pH-Wertes von Regen und Schnee in Tirol

Seit den 1980er Jahren hat die Belastung der Vegetation in Mitteleuropa durch den sogenannten Sauren Regen kontinuierlich abgenommen. Saurer Regen hat einen pH-Wert unter 5,6 und entsteht durch die Luftverschmutzung, insbesondere durch säurebildende Abgase wie NO, NO2 und SO2. In Tirol ist seit Messbeginn ein kontinuierlicher Anstieg der pH-Werte an den drei Langzeitmessstellen erkennbar, wobei in Innervillgraten (Bezirk Lienz) seit 2002 meist die höchsten pH Werte im Niederschlag gemessen werden konnten. Im Allgemeinen bringen heute Regen und Schnee nur mehr verhältnismäßig geringe Stoffeinträge mit sich, was zu einer langsamen Verbesserung des Wirkungssystems Boden-Pflanze führt. Der stetige Eintrag von Stickstoff als Pflanzennährstoff über die nasse Deposition ist jedoch für den Erhalt nährstoffarmer Ökosysteme heute immer noch als kritisch zu bezeichnen.