Waldschäden

Im Jahr 2019 große Schäden durch Schneebruch

Schneedruck und Windwurf

Im Jahr 2019 sind im Zuge von witterungsbedingten Extremereignissen rund 719.000 m³ Schadholz angefallen. Den Hauptteil davon machten Schneebrüche durch Nassschnee im Jänner und vor allem im November in weit überdurchschnittlichem Ausmaß von 522.000 m³ aus. Die durchschnittliche Schadholzmenge wurde dadurch um mehr als das Dreifache übertroffen.  Allein in Osttirol sind über 300.000 m³ Schneeschäden (59 %) zu beklagen.  

Durch Stürme wurden Bäume im Ausmaß von rd. 165.000 m³ auf 1.305 ha geworfen. Die meisten Schadholzmengen durch Wind waren in den Bezirken Innsbruck-Land (33 %), Landeck (21 %) und Schwaz (16 %) zu verzeichnen.

Lawinen führten zu überdurchschnittlichen Schadholzmengen im Ausmaß von 27.000 m³. Das meiste Lawinenholz ist im Bezirk Innsbruck Land (31 %) aufgetreten, gefolgt von den Bezirken Reutte (19 %) und Imst (16 %).

Schäden durch Borkenkäfer

Die Schadholzmenge durch Borkenkäfer verringerte sich im Jahr 2019 im Vergleich zu den letzten Jahren sehr deutlich auf 55.000 m³ und lag somit auch unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre (69.000 m³). Die lange kühl-feuchte Wetterperiode im Mai verzögerte die Borkenkäferentwicklung drastisch, sodass die Aufarbeitung des frischen Befalls an stehenden Bäumen in den Tieflagen rechtzeitig von statten ging.

Luftschadstoffe

Luftschadstoffe bewirken in den Pflanzen Stress. In unseren Wäldern treten derzeit keine akut giftigen Schadstoffbelastungen auf, jedoch können die über viele Jahre einwirkenden Schadstoffgehalte das Waldökosystem nachhaltig beeinflussen. Dadurch können Nährstoffeverhältnisse aus dem Gleichgewicht geraten und ausgewaschen werden und können die Bodenflora und die für das Baumwachstum so wichtige Mykorrhiza nachteilig beeinflusst werden. Der regional zu hohe Eintrag von Stickstoff und die vorherrschende Ozonbelastung sind langfristig für den Wald als kritisch zu bezeichnen. Der pH-Wert des Niederschlags hat in den letzten Jahren erfreulicherweise zugenommen. Damit ist der Niederschlag weniger sauer und werden weniger Nährstoffe aus den Nadeln ausgewaschen.
Lexikon waldschädigende Luftverunreinigung und Klimawandel

Nutzungskonflikte und Verjüngung des Waldes

Intensive Weidewirtschaft und nicht an den Lebensraum angepasste Wildstände bei Rot-, Reh- oder Gamswild können zu empfindlichen Schäden an der Waldverjüngung führen. Die Tanne kann sich z.B. derzeit aufgrund des Äsungsdruckes des Schalenwildes in vielen Wäldern des Nordalpenraumes nicht ausreichend verjüngen. Liegt eine flächenhafte Gefährdung des Waldes durch Wildschäden vor, so sind diese Bereiche gutachtlich zu erfassen und der Jagdbehörde mitzuteilen.

Im Jahr 2019 waren 75 Gutachten über eine flächenhafte Gefährdung des Waldes gültig. Diese beziehen sich auf eine Waldfläche von 1.442 ha. Die Gutachten mussten wegen Schälschäden und/oder Verbiss- und Fegeschäden erstellt werden. Darüber hinaus wurden in 83 Revieren waldgefährdende Wildschäden durch die Bezirksforstinspektionen an die Jagdbehörden gemeldet; diese betrafen 1.108 ha.

Inhaltliche Rückfragen zum Thema Wald richten Sie an: waldschutz@tirol.gv.at