Waldschäden

Im Jahr 2016 fielen über 1/3 der Holznutzung als Schadholz an

Schneedruck und Windwurf

Balkendiagramm: Schadholz im Tiroler Wald durch Wind, Schnee und Muren

Im Jahr 2016 sind im Zuge von witterungsbedingten Extremereignissen über 200.000 m³ Schadholz angefallen, dieses wurde zum Großteil durch Stürme verursacht; am meisten betroffen waren Wälder in den Bezirken Kitzbühel, Landeck, Reutte und Schwaz. Durch Schneebruch wurden eine  weit unterdurchschnittliche Holzmenge von 14.500 m³ gebrochen bzw. geworfen. Hauptbetroffen war der Bezirk Innsbruck-Land.

Schäden durch Borkenkäfer

Balkendiagramm: Schadholz im Tiroler Wald durch Borkenkäfer

Die Schäden durch Borkenkäfer sind zuletzt nach langjährig geringer Schadholzmenge im Jahr 2016 sprunghaft auf 115.000 m³ angestiegen.  Dies ist eine Folge des großen Schadholzanfalles nach Stürmen im Jahr 2015 und der langen warmen Wetterphase im Herbst 2016. Die Borkenkäfer sind im Jahr 2016 für  30 % des Schadholzes bzw. 10 % der gesamten Holznutzungsmenge Tirols verantwortlich.

Luftschadstoffe

Luftschadstoffe bewirken in den Pflanzen Stress. In unseren Wäldern treten derzeit keine akut giftigen Schadstoffbelastungen auf, jedoch können die über viele Jahre einwirkenden Schadstoffgehalte das Waldökosystem nachhaltig beeinflussen. Dadurch können Nährstoffeverhältnisse aus dem Gleichgewicht geraten und ausgewaschen werden und können die Bodenflora und die für das Baumwachstum so wichtige Mykorrhiza nachteilig beeinflusst werden. Der regional zu hohe Eintrag von Stickstoff und die vorherrschende Ozonbelastung sind langfristig für den Wald als kritisch zu bezeichnen. Der pH-Wert des Niederschlags hat in den letzten Jahren erfreulicherweise zugenommen. Damit ist der Niederschlag weniger sauer und werden weniger Nährstoffe aus den Nadeln ausgewaschen.
 Lexikon waldschädigende Luftverunreinigung und Klimawandel

Nutzungskonflikte und Verjüngung des Waldes

Balkendiagramm: Entwicklung der Gutachten über flächenhafte Gefährdung des Waldes durch Wildschäden in Tirol

Intensive Weidewirtschaft und nicht an den Lebensraum angepasste Wildstände bei Rot-, Reh- oder Gamswild können zu empfindlichen Schäden an der Waldverjüngung führen. Die Tanne kann sich z.B. derzeit aufgrund des Äsungsdruckes des Schalenwildes in vielen Wäldern des Nordalpenraumes nicht ausreichend verjüngen. Liegt eine flächenhafte Gefährdung des Waldes durch Wildschäden vor, so sind diese Bereiche gutachtlich zu erfassen und der Jagdbehörde mitzuteilen.

Im Jahr 2016 waren 49 Gutachten über eine flächenhafte Gefährdung des Waldes gültig. Diese beziehen sich auf eine Waldfläche von 1.313 ha. Die Gutachten mussten wegen Schälschäden und/oder Verbiss- und Fegeschäden erstellt werden. Darüber hinaus wurden in 77 Revieren waldgefährdende Wildschäden durch die Bezirksforstinspektionen an die Jagdbehörden gemeldet; diese betrafen 1.809 ha. Der Rückgang gegenüber den Vorjahren begründet sich zum Teil in der Verankerung der Verjüngungsdynamik in die Abschussplanung, die künftig dafür sorgen soll, dass bei zu großem Wildeinfluss auf die Waldverjüngung unmittelbar bei der Abschussplanung und Abschusserfüllung darauf reagiert wird.

Inhaltliche Rückfragen zum Thema Wald richten Sie an:  waldschutz@tirol.gv.at