Wasserkreislauferhebung

Wasserkreislauf in Österreich; Wasserbilanz für das Österreichische Bundesgebiet, 1961-1990 (n. Kresser, 1994)

Die Hauptaufgabe des Hydrographischen Dienstes besteht in der laufenden Erweiterung des hydrographischen Grundlagenmaterials als Basis jeder wasserrelevanten Planung. Dies erfordert die Erfassung des Wasserkreislaufes durch Beobachtung folgender Komponenten:

Niederschlag, Lufttemperatur, Verdunstung, Eis im Gebirge
Wasserstand und Wassertemperatur an Flüssen und Seen
Durchfluß an Fließgewässern, Schwebstoff und Geschiebe
Eis in Flüssen und Seen
Wasserstand und Wassertemperatur des Grundwassers
Schüttung, Wassertemperatur, Leitfähigkeit und Trübe von Quellen
Bodenwasser

Beispiele für Nutzanwendungen

  • Genauere Kenntnis der Wasserhaushaltsgrößen sowohl hinsichtlich von Mittelwerten als auch von Variabilität nach Größe, Zeit und räumlicher Verteilung (Starkregen, Hochwasser, Niederwasser- Grundwasserproblematik, Änderungen der Wasserreserven im Gletschereis usw.)
  • Die hydrographischen Daten sind Basis jeder wasserwirtschaftlichen Planung
  • Quantitative Datengrundlage für die Ermittlung der Wassergüte
  • Hochwassernachrichtendienst
  • Über die Regionalisierung der einzelnen Elemente des Wasserkreislaufes wird eine genauere Abschätzung der Werte für Gebiete ohne Messungen ermöglicht
  • Beitrag zur Erstellung eines Wasserhaushaltsmodells für Österreich
  • Der Datenbestand liefert die Grundlage für die hydrologischen Teile von Klimamodellen
  • Die hydrographischen/hydrometeorologischen Daten bilden die Grundlage für die Beurteilung der Auswirkungen möglicher Klimaszenarien auf den Wasserkreislauf
  • Bewertung von außergewöhnlichen Naturereignissen wie z.B. Trockenperioden oder Hochwasser
  • Lösung innerstaatlicher und zwischenstaatlicher Konflikte über Nutzung und Schutz der Wasserresourcen mittels genauer und anerkannter hydrologischer Daten
  • Differenzierte Abschätzung der Bodenkontamination in den verschiedenen Tiroler Talschaften durch Sammlung und Auswertung von Niederschlagsproben nach Unfällen in kerntechnischen Anlagen (z.B. Reaktorunfall) zwecks Eingrenzung und Abstufung von Gefährdungszonen für die Bevölkerung (fixer Bestandteil im Strahlenalarmplan)
  • Die 14.00 Uhr-Meßwerte der Lufttemperatur sind Grundbestandteil für die Bodenwertschätzung durch die Finanzlandesdirektion
  • In Tirol werden monatlich 23 Regenwasserproben gesammelt und auf  Tritium untersucht
  • Aus zahlreichen in- und ausländischen Publikationen ist erkennbar, daß der Nutzen der hydrographischen Daten die Gestehungskosten um ein Mehrfaches übertrifft. Die große Bandbreite des Kosten-Nutzen-Verhältnisses hängt von den verschiedenen Randbedingungen ab und variiert stark von Projekt zu Projekt