LIFE PROJEKT - C12 Artenschutz Pinswang

Life Projekt C.12 Artenschutzmaßnahmen in Pinswang

In den Lechauen der Gemeinde Pinswang werden von Anfang bis ca. Mitte des Jahres 2021 Arbeiten für den Amphibienschutz durchgeführt. Das Life Projekt mit der Bezeichnung „Lech Life C.12 Artenschutzmaßnahmen“ beinhaltet zwei Baustellen in unmittelbarer Nähe des Lechs sowie eine Baustelle am Erschbacherweiher. Von diesen Maßnahmen sollen vor allem der Kammmolch, Laubfrosch und Kreuzkröte profitieren. Alle diese Arten sind in Tirol vom Aussterben bedroht und weisen im unteren Lechtal ihre wichtigsten und im Fall der Kreuzkröte einzigen Vorkommen in Tirol auf.

Artenschutzmaßnahme 1: Teichbau neben dem Fussballplatz:

In der Unterpinswanger Aue entstehen mehrere Amphibiengewässer. Die Teiche werden im Grundwasserbereich so angelegt, dass ein Teil immer Wasser führt und andere Teile im Winter trocken fallen. Zusätzlich wird eine alte Lechverbauung, die nicht mehr benötigt wird zurückgebaut, um in der Aue wieder offene und besonnte Bereiche zu schaffen. Neben Amphibien werden auch viele andere seltene und gefährdete Tiere und Pflanzen in diesen Tümpeln eine neue Heimat finden.


Artenschutzmaßnahme 2: Rodungs- und Grabungsarbeiten im Bereich der Stromleitungstrasse in der Oberpinswanger Aue

Im Lauf der letzten Jahrzehnte hat sich das Erscheinungsbild des Lechs geändert. Wo früher weiträumige Schotterbänke und Tümpel das Lechbild prägten, wachsen jetzt dichte Gehölzbestände. Der ursprüngliche Lebensraum von Tieren und Pflanzen, die auf Schotterflächen angewiesen sind, verschwinden immer mehr. Unterhalb der Stromleitung werden Stauden und Jungbäume entfernt, südlich der Stromleitungstrasse werden vorsichtig beschattende Fichten entnommen. Teilweise wird im Anschluss der Oberboden abgetragen, um offene Schotterflächen zu schaffen. Es werden Laichgewässer für Amphibien, insbesondere die seltene Kreuzkröte und den Laubfrosch angelegt. Um deren Ansprüche bestmöglich zu erfüllen, werden diese Tümpel nur während der warmen Jahreszeit befüllt sein. Aber auch das seltene Waldwiesenvögelchen (Anmerkung: ist kein Vogel sondern ein Schmetterling) benötigt die entstehenden Lichtungen und hat somit beste Bedingungen um sich fortzupflanzen.


Artenschutzmaßnahme 3: Erschbachweiher

Der Erschbachweiher ist ein besonderes Kleinod und Heimat von seltenen Pflanzen und Tieren, wie der Kriechsellerie und sechs Amphibienarten, darunter Laubfrosch, Kamm- und Teichmolch. Bei dieser „kleinen“ Maßnahme wird ein zusätzlicher Flachwasserbereich neben dem bestehenden Gewässer angelegt und im verwachsenen Westteil punktuell und vorsichtig wieder offene Wasserstellen geschaffen. Viele Arten werden von dieser Maßnahme profitieren.