Starker Regen und Schneefall bis 25. Dezember

Gebietsweise im Westen bis zu 150 cm Neuschnee zu erwarten, Lawinengefahr steigt, Fahrverhalten bei Autofahrten den Straßenverhältnissen anpassen

Kategorien:  SicherheitKatastrophenschutzLawinen/Muren/HochwasserVerkehrBürgerserviceSicherheitVerkehr AutorIn: Florian Kurzthaler
Auf dem Bild ist ein Pannendreieck auf einer schneebedeckten Straße zu sehen
In den nächsten Tagen sollen die Fahrverhältnisse ganz besonders den witterungsbedingten Straßenzuständen angepasst werden.

Der Westen Österreichs und damit auch das Bundesland Tirol liegen im Einflussbereich eines mächtigen Tiefdrucktroges. Westliche Gebiete Tirols geraten am Sonntag, 22. Dezember, an dessen Rückseite und in Folge dessen zunehmend in eine stürmische Nordwestströmung. Diese bleibt bis zur Wochenmitte bestehen und führt immer wieder mit viel Feuchtigkeit beladene Frontensysteme atlantischen Ursprungs bei schwankenden Temperaturen an die Alpennordseite. Hervorzuheben sind dabei eine Kaltfront mit anschließenden Stauniederschlägen zum Montag hin, eine markante Warmfront am Dienstag und die rasch darauf folgende Kaltfront zum Mittwoch hin. Danach folgt zumindest vorübergehend eine Beruhigung.

Größenordnung der Niederschläge: Von Sonntagabend (22.12.) bis Mittwochabend (25.12.) sind nach den aktuellen Vorhersageunterlagen oberhalb von 1500 bis 2000 m gebietsweise insgesamt 100 bis 150 cm Neuschnee zu erwarten, in besonders anfälligen Regionen sowie hochalpin könnten die Summen auch noch etwas größer ausfallen.

Hauptgebiet der Niederschläge: Silvretta – Arlberg – Allgäuer/Westliche Lechtaler Alpen: 100 – 150 cm, lokal mehr Östliche Lechtaler – Karwendel – Wilder Kaiser 70 – 100 cm, lokal 120 cm Samnaungruppe – Glockturmgruppe – Kaunergrat – nördl. Geigenkamm – nordwestliche Stubaier – östliche Tuxer Alpen – Zillertaler Alpen – Tauernkamm: 50 bis 80 cm, teils 100 cm Südliche Ötztaler, Stubaier Hauptkamm, Brenner, westliche Tuxer Alpen: eher 30 bis 60 cm, lokal 80 cm.

Nullgradgrenze, Schneefallgrenze: Zum Montag hin sinkt die Schneefallgrenze auf einen Bereich um 800 / 900 m. Mit der Warmfront am Dienstag erfolgt ein schnell fortschreitender Anstieg der Schneefallgrenze auf rund 1700 m. Am Mittwoch voraussichtliches Sinken auf rund 1000 m.

Besondere Bemerkungen: Zu beachten ist der aus heutiger Sicht markante Wassereintrag durch starken Regen/Nassschneefall bis rund 1800 m im Laufe des Dienstags. Zusätzlich beständig starker Wind. Aufgrund der kleinräumigen und schnell ziehenden Frontensysteme besteht ab Dienstag noch erhöhte Unsicherheit bezüglich Intensität und exaktem Ablauf.

Das Land Tirol ruft zu Vorsicht bei Skitouren abseits der gesicherten Pisten auf. In weiten Teilen des Landes herrscht am Montag, 23. Dezember, Lawinenwarnstufe 4, also große Lawinengefahr.

Darüber hinaus weist das Land Tirol explizit darauf hin, die Fahrverhältnisse bei Autofahrten in den betroffenen Niederschlagsgebieten vor allem oberhalb der Schneefallgrenze bei Schneefahrbahn den Straßen- und Witterungsverhältnissen anzupassen!

 

Quelle: ZAMG