Neues von der EUSALP AG4

Analyse zu grenzüberschreitende Pendlerströme im Alpenraum veröffentlicht!

Auspendler Alpenraum

Der Anteil der Grenzpendler, die mindestens eine Staatsgrenze auf dem Weg zwischen Wohnort und Arbeitsplatz überschreiten, liegt im Alpenraum deutlich über den europäischen Durchschnittswerten. Das ergab eine umfassende Studie, durchgeführt von der Universität Nürnberg-Erlangen im Auftrag des Landes Tirol Sachgebiet Verkehrsplanung, in Funktion als Leiter der EUSALP Aktionsgruppe 4 Mobilität.

Die alpenweite Studie analysiert bestehende grenzüberschreitende Pendlerströme anhand von Ein-und Auspendlern, sowie anhand der Qualität der Straßen- und Schieneninfrastruktur in 12 ausgewählten Fallstudien. Zu den sogenannten Pendler-Hotspots, die in der Studie näher untersucht werden, zählen auch die Tiroler Grenzregionen im Rätischen Dreieck (mit Graubünden und Südtirol) sowie die Euregio Inntal im Raum Kufstein – Rosenheim (Bayern).

Bei Betrachtung des gesamten Alpenraums sind es die strukturellen und räumlichen Merkmale der Arbeitsmärkte die einen signifikanten Einfluss auf die Pendlerströme ausüben, wobei dieses zwischen ländlichen und urbanen Gebieten stark variieren. Daraus abzuleiten ist die stark ausgeprägte Pendlerkultur in Richtung Schweiz, Liechtenstein und Monaco. In Bezug auf die Mobilitätsinfrastruktur ist das Bild noch komplexer und hängt stark von strukturellen Faktoren wie die Geomorphologie der Gebiete oder den Verstädterungsgrad ab.

Die Analyse zu grenzüberschreitende Pendlerströme im Alpenraum ist Teil des Externer Link Projekts CrossBorder, finanzier über den Alpine Region Preparatory Action Fund (ARPAF). Das Projekt befasst sich mit der Analyse der grenzüberschreitenden Pendlerströme im Alpenraum und erarbeitet Lösungsansätze zur Verbesserung der punktuellen Verkehrsbelastung in Pendlerregionen.

Das Projekt entwickelte sich aus der EU Strategie für den Alpenraum (EUSALP) und wird von den Aktionsgruppen Mobilität (AG4) und Konnektivität (AG5) umgesetzt. Projektpartner sind neben der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete SAB (Co-Leiter AG5), das Land Tirol (Leiter der AG4 im Auftrag der EVTZ Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino) und CIPRA International.

 Die gesamte Studie steht hier zum download bereit.


3. EUSALP AG4 Mobilitätskonferenz am 20. Juni 2018 in Trient

Roundtable Discussion
v.l.n.r. Moderatorin Sabine Amhof, Florian Mussner (LR Südtirol), Ingrid Felipe (LHStvin Tirol), Mauro Gilmozzi (LR Trento) und Elisa de Berti (LR Veneto)

Die EUSALP-Mobilitätskonferenz am 20. Juni in Trient bot die Gelegenheit, das Thema sekundäre Verkehrsnetze und ihre Anbindung an die großen europäischen Verkehrskorridore im Alpenraum auf Experten- und politischer Ebene zu diskutieren. Organisiert wurde die Konferenz von der EUSALP-Aktionsgruppe 4, deren Vorsitz die Europaregion Tirol – Südtirol – Trentino hat. Neben Tirols Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe waren der Landeshauptmann von Südtirol, Arno Kompatscher und die Verkehrslandesräte von Südtirol, Florian Mussner, Trento, Mauro Gilmozzi und Veneto, Elisa De Berti vor Ort.

„Das Thema Verkehr hat für die Makroregion Alpenraum eine große Bedeutung. Die oberste Priorität hat weiterhin die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene. Dies haben wir auch im EUSALP-Präsidentschaftsprogramm als Schwerpunkt verankert“, erläuterte Landeshauptmannstellvertreterin Felipe. Felipe strich zudem die Bedeutung der Zusammenarbeit im Alpenraum hervor: „Es ist wichtig, länderübergreifend unsere Partnerregionen im Alpenbogen von unseren Plänen zu überzeugen und mit ihnen gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Die Arbeitsgruppe der EUSALP leistet hier hervorragende Arbeit, die wir dann auf politischer Ebene umsetzen wollen“.

Die 3. EUSALP AG4 Mobilitätskonferenz fand im Rahmen der diesjährigen Tiroler EUSALP Präsidentschaft statt.

Externer Link Résumé der 3. EUSALP AG4 Mobilitätskonferenz (Englisch).

LHStvin Ingrid Felipe im Interview

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Europadebatte zum Thema Verkehr und Transit im Alpenraum

v.l.n.r Ewald Moser (Leiter EUSALP AG4), Herbert Dorfmann (MdEP), Arno Kompatscher (LH Südtirol), Isabella De Monte (MdEP), Roberto Bizzo (Ldtg.-Präs. Südtirol) und Georg Mayer (MdEP).
v.l.n.r Ewald Moser (Leiter EUSALP AG4), Herbert Dorfmann (MdEP), Arno Kompatscher (LH Südtirol), Isabella De Monte (MdEP), Roberto Bizzo (Ldtg.-Präs. Südtirol) und Georg Mayer (MdEP).

Anlässlich des Europatages am 09. Mai 2018 lud der Südtiroler Landtag zu einer Europadebatte zum Thema Verkehr und Transit im Alpenraum nach Bozen ein. Die drei Mitglieder des Europäischen Parlaments, Herbert Dorfmann (Europäischen Volkspartei, SVP), Georg Mayer (Europa der Nationen und der Freiheit, FPÖ) und Isabella de Monte (Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten, PD) sowie DI Ewald Moser, Verkehrsexperte der Tiroler Landesverwaltung und Leiter der EUSALP Aktionsgruppe 4 Mobilität (AG4) referierten zum Thema Verkehr und Transit im Alpenraum.

Der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher stellte Verkehr und Transit als ein wichtiges europäisches Thema dar, das ein gemeinsames Vorgehen der Kommunen, Regionen und Staaten mit der EU verlangt. Der freie Warenverkehr führt zu Wirtschaftswachstum und Wohlstand kommt jedoch mit einer erhöhten Umweltbelastung für den sensiblen Alpenraum einher. MdEP Herbert Dorfmann bezieht sich auf den in den letzten Jahren beängstigend angestiegenen Straßenverkehr durch den Alpenraum und verlangt nach einer Verlagerungsdebatte die den Personen- und Warenverkehr auf der Straße und der Schiene berücksichtigt. MdEP Georg Mayer unterstrich die Notwendigkeit noch vor der Fertigstellung des Brenner Basistunnels (BBT) geeignete Maßnahmen gegen die Verkehrsbelastung umzusetzen und sieht Investitionen in den Ausbau des Schienenverkehrs nicht nur als Entlastung der Bevölkerung, sondern insbesondere auch als eine Investition in die europäische Wirtschaft. MdEP Isabella de Monte verweist auf das Mobilitätspaket der Europäischen Kommission „Externer Link Europa in Bewegung“ das u.a. das Ziel verfolgt unlautere Konkurrenz zu bekämpfen, die Umweltverträglichkeit zu verbessern und den sozialen Ausgleich zu fördern.

Der Leiter der EUSALP AG4 Ewald Moser präsentierte die AG4 als Plattform zur Koordinierung und Harmonisierung der Aktivitäten der Alpenländer und -regionen für ein nachhaltiges Verkehrs- und Mobilitätssystem und stellte eines der Hauptziele der AG4, die Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene, in den Fokus seiner Präsentation. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Vortrages bezog sich auf die Entwicklung des Transitverkehrs am Brenner mit dem Hinweis auf den starken Anstieg des Verkehrsaufkommens, insbesondere des Straßengüterverkehrs. In diesem Zusammenhang wurde die Bedeutung des Brenner-Basistunnel als wichtiger Bestandteil der Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene verdeutlicht und auf die Notwendigkeit der Verladeterminals und Zulaufstrecken sowie Begleitmaßnahmen und guten Zusammenarbeit aller Beteiligten hingewiesen, damit die Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene gelingt.


2. EUSALP AG4 Mobilitätskonferenz am 25. Oktober in Bozen

v.l.n.r Elisa De Berti (LR Veneto), Mauro Gilmozzi (LR Trento), Harald Sonderegger (Ldtg.-Präs.Vorarlberg), Ingrid Felipe (LHStvin Tirol), Florian Mussner (LR Südtirol)
v.l.n.r Elisa De Berti (LR Veneto), Mauro Gilmozzi (LR Trento), Harald Sonderegger (Ldtg.-Präs.Vorarlberg), Ingrid Felipe (LHStvin Tirol), Florian Mussner (LR Südtirol)

Im zweiten Jahr der Europäischen Strategie für den Alpenraum (EUSALP) ist es der Aktionsgruppe 4 Mobilität (AG4) ein Anliegen die Zusammenhänge zwischen Wirtschaft und Mobilität in den Vordergrund zu stellen und die Vernetzung der verschiedenen Akteure zu festigen. Möglichkeit zum intensiven Austausch bot die 2. Mobilitätskonferenz der EUSALP AG4 am 25. Oktober 2017 in Bozen mit dem Fokus auf wirtschaftliche Akteure im Verkehr im Alpenraum.

Die Interessensvertreter, unter anderem Thomas Baumgartner, Präsident der FERCAM AG und Paolo Duiella, Präsident der Interbrennero S.p.A. präsentierten die organisatorischen und logistischen Herausforderungen im alpinen Güterverkehr und appellieren auf einen Dialog mit der Wirtschaft bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene. Der wachsende Verkehr im Alpenraum zählt zu den größten Herausforderungen für die ökologische und ökonomische Entwicklung der Alpenregionen. Deshalb unterstrichen die anwesenden Politiker, darunter der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher, der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter sowie mehrere Verkehrslandesräte der Alpenregionen, dass grenzüberschreitende, harmonisierte Verkehrsverlagerungsmaßnahmen im Güter- und Personenverkehr notwendig sind um eine nachhaltige Entwicklung der Alpen zu garantieren.

Neben dem Ausbau des Schienennetzes bedarf es Investitionen in die digitale Infrastruktur und einer Reform der Mauttarife. Diese Themen finden sich auch im Arbeitsprogramm der AG4 wider, das die Harmonisierung und Umsetzung von Verlagerungsmaßnahmen mit dem Fokus auf Mautsysteme unterstützt und die Intermodalität und Interoperabilität im Personen- und Güterverkehr fördert. Einen Blick in die Zukunft des Brennerkorridors erhielten die Konferenzteilnehmer am Nachmittag beim Besuch im BBT Infopoint Franzensfeste und der anschließenden Baustellenbesichtigung des Brennerbasistunnels in Mauls. Mit der Europäischen Strategie für den Alpenraum EUSALP wurde durch die Aktionsgruppe 4 Mobilität (AG4), unter der Leitung der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino, eine Plattform der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit eingeführt. Die Aufgabe der AG4 besteht darin, ein gemeinsames Verständnis für Verkehrspolitik und Mobilität zu schaffen, gemeinsame Ziele zu definieren sowie spezifische Aktivitäten und Projekte umzusetzen.

 Resume 2. EUSALP AG4 Mobilitätskonferenz (english)