iMonitraf!

iMONITRAF! Jahresbericht 2018

Trend annual average daily traffic: all vehicles 2005-2007
Annual average daily traffic: all vehicles 2005-2017

Im Jahr 2018 setzten die Alpenregionen entlang der wichtigsten Transitkorridore ihre Zusammenarbeit zur Gestaltung gemeinsamer politischer Rahmenbedingungen fort. Das Lobbying auf europäischer Ebene zur Berücksichtigung des Toll Plus Vorschlags der Regionen in der Revision der Wegekosten-Richtlinie stellt erneut einen Fokus der gemeinsamen Aktivitäten ein. Das Jahr 2018 kann hier als Meilenstein gesehen werden: vier von fünf konkreten Externer Link Vorschlägen aus der iMONITRAF! Resolution zu Toll Plus sind nun im vorliegen Vorschlag des Europäischen Parlaments zur Revision der Richtlinie reflektiert (Stand Oktober 2018).

Zudem hat sich iMONITRAF! einen Externer Link Review zur Bedeutung innovativer Technologien für die iMONITRAF! Strategie vorgenommen, um das Design gemeinsamer Maßnahmen besser auf technologische Trends und Entwicklungen ausrichten zu können.

Die Networking-Aktivitäten, die Ergebisse des Reviews zu innovativen Technologien sowie weitere Themen sind im Jahresbericht 2018 des iMONITRAF! Netzwerks zusammengefasst. Er stellt zentrale Entwicklungen bei den regionalen und nationalen Maßnahmen im Bereich Güter- und Personenverkehr dar, zeigt Trends bei den wichtigen Verkehrs- und Umweltindikatoren und skizziert Agenda und Stossrichtungen für die Zukunft. Um Sie in die weitere Diskussion mitzunehmen, laden wir Sie herzlich zur Lektüre unseres Berichts ein.

 Download: iMONITRAF! Jahresbericht 2018

iMonitraf!-Netzwerk diskutiert Maßnahmen zur Verkehrsverlagerung in Brüssel

v.li.: MdEP Michael Cramer, MdEP Karoline Graswander-Hainz, MdEP Christine Revault d'Allonnes-Bonnefoy, LHStvin Ingrid Felipe
v.li.: MdEP Michael Cramer, MdEP Karoline Graswander-Hainz, MdEP Christine Revault d'Allonnes-Bonnefoy, LHStvin Ingrid Felipe

Mit der Organisation von zwei Informations- und Netzwerkveranstaltungen am 23. Januar 2018 in Brüssel beteiligt sich das iMONITRAF! Netzwerk aktiv am Überarbeitungsprozess der Richtlinie 1999/62/EG zur Erhebung von Gebühren für die Benutzung bestimmter Verkehrswege durch schwere Nutzfahrzeuge (ugs. Wegekostenrichtlinie).

LHStvin Ingrid Felipe lud gemeinsam mit den Europaabgeordneten Michael Cramer und Karoline Graswander-Hainz zu einem Mittagsevent im Europäischen Parlament (EP) ein, um Maßnahmen zur Verlagerung des Güterverkehrs von Straße auf Schiene zu diskutieren und Entscheidungsträgern die spezifischen Voraussetzungen von alpinen Regionen zu erläutern. Die Berichterstatterin zur Revision der Wegekostenrichtlinie im EP Christine Revault d'Allonnes-Bonnefoy stellte in diesem Zuge den ersten Berichtsentwurf des Verkehrsausschusses vor und lud das iMONITRAF! Netzwerk ein, noch bis zum 20. Februar 2018 Änderungsvorschläge einzubringen.

Im Rahmen der Abendveranstaltung im Außenamt der Europaregion in Brüssel diskutierten am Podium die Europaparlamentarier Michael Cramer, Karoline Graswander-Hainz und Herbert Dorfmann mit den Verkehrslandesräten aus Tirol und Südtirol, Ingrid Felipe und Florian Mussner mit Vertretern der Europäischen Kommission und Experten im Schienenverkehr über die Auswirkungen der Wegekostenrichtlinie auf den Güterverkehr im Alpenraum.

iMONITRAF! Arbeitsprogramm 2017 – 2018

Das Netzwerk iMONITRAF! wird für die Jahre 2017 und 2018 unter der Leitung von Tirol – Sachgebiet Verkehrsplanung weitergeführt. Das Arbeitsprogramm der nächsten zwei Jahre sieht die Vertiefung von Toll Plus in Hinblick auf die Auswirkungen des Mautsystems auf den Regionalverkehr vor, denn es gilt mit der Einführung des Toll Plus Systems negative ökonomische Auswirkungen in den Alpenregionen zu vermeiden. Dafür sind besondere Regelungen für den Regionalverkehr, unter Berücksichtigung der Fahrzeuggröße und der zurückgelegten Distanz, notwendig.

Die erfolgreiche Implementierung der iMONITRAF! Maßnahmen steht im engen Zusammenhang mit der bevorstehenden Revision der EU-Wegekostenrichtlinie. iMONITRAF! wird somit weiterhin das Sprachrohr der betroffenen Alpenregionen sein und deren Anliegen im Rahmen des Revisionsprozesses auf europäischer Ebene vertreten.

In der neuen Phase 2017-2018 liegen die Leitung sowohl von iMONITRAF! als auch der EUSALP Action Group 4 beim Land Tirol; dadurch können die Stärken und Synergien der beiden Netzwerke auch zukünftig optimal genutzt werden.

Tirol übernimmt iMONITRAF! Vorsitz

v.l.n.r. Mobilitätslandesrat Florian Mussner mit Gastgeberin Regierungsrätin Barbara Bär und Tirols LH-Stellvertreterin Ingrid Felipe
v.l.n.r. Mobilitätslandesrat Florian Mussner mit Gastgeberin Regierungsrätin Barbara Bär und Tirols LH-Stellvertreterin Ingrid Felipe

Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Resolution während des politischen Roundtables am 2. November 2016 in Luzern (Schweiz), bestätigen die politischen Vertreterinnen und Vertreter der Alpenregionen ihr Engagement zur Umsetzung einer ambitionierten und beispielhaften Verkehrspolitik für den Alpenraum und zur Stärkung einer harmonisierten Vorgehensweise. Ein zentraler Punkt ist hierbei die Einführung eines Toll Plus Systems mit dem Ziel, die Gebührensysteme entlang der wichtigsten Transitkorridore weiter zu vereinheitlichen und dadurch einen wichtigen Schritt für eine gemeinsame Verkehrsverlagerungspolitik zu setzen. Eine verstärkte Zusammenarbeit in diesem Sinne garantiert das Netzwerk der Alpenregionen iMONITRAF!, dessen Weiterführung unter der Leitung des Landes Tirol für die Jahre 2017 und 2018 beschlossen wurde.

 Resolution Luzern 2016

Toll Plus – ein ambitioniertes Mautsystem für den Straßengüterverkehr

Das Netzwerk der Alpenregionen iMONITRAF! hat durch die Ausarbeitung von Toll Plus als Mautsystem für den Straßengüterverkehr bereits erste Schritte hin zur Konkretisierung der gemeinsamen Verkehrsverlagerung und Verkehrsverteilung eingeleitet. Das Toll Plus System sieht die Anpassung der Mautgebühren an den Alpentransitkorridoren unter Berücksichtigung der externen Kosten vor. Eine schrittweise Implementierung, unter Beachtung regionaler Charakteristika und zur Vermeidung überproportionaler wirtschaftlicher Auswirkungen ist in der politischen Resolution von Luzern (2016) vorgesehen.

 iMONITRAF! Studie zu Toll Plus

Monitraf Partnerregionen

Das Bild zeigt die Verkehrsentwicklung entlang der wichtigsten Alpenkorridore. Am Brenner hat sich der Güterverkehr zw. 1990 und 2010 verdoppelt.
Quelle: iMonitraf! Synthesis report, INFRAS, Zürich 2012.

Bedingt durch steigende Verkehrszahlen haben sich das Land Tirol, die Zentralschweizer Regierungskonferenz (CH), der Kanton Tessin (CH), die Region Rhone-Alpes (F), die Autonome Region Valle d’Aosta (I), die Autonome Provinz Bozen Südtirol (I) sowie die Europäische Akademie Bozen und die Umweltagenturen der Regionen Valle d’Aosta, Friuli Venezia Giulia und Piemonte zusammengeschlossen, um gemeinsam im Rahmen des Monitraf-Projektes (2006-2008) die Auswirkungen des Verkehrs im Alpenraum zu analysieren und Maßnahmen zur Reduktion negativer Auswirkungen zu entwickeln.

Die Monitraf Resolution

Die Grafik zeigt die 5 Säulen, auf denen die weitere Zusammenarbeit aufbauen soll.
Quelle: iMonitraf! Best Practise Guide, Infras, Zürich 2010

Die Monitraf Resolution, im Jannuar 2008 von den politischen Vertretern der Regionen in Innsbruck unterzeichnet, legt vier wesentliche Stoßrichtungen für die weitere Zusammenarbeit fest: a) ein gemeinsames Monitoring System, b) die Harmonisierung bestehender Maßnahmen, c) die Entwicklung einer gemeinsamen Verlagerungspolitik und c) die Analyse von Steuerungsinstrumenten für den Güterverkehr im Alpenraum.  [Link zur Resolution]

iMonitraf! - Implementing Monitraf!

Meilensteine zur Implementierung von Monitraf
Synthesebericht iMonitraf 2012, Infras, CSGC Schweiz

Ausgerüstet mit diesem politischen Mandat wurde im September 2009 das iMonitraf!-Projekt gestartet, mit dem Ziel, den Worten Taten folgen zu lassen und die Umsetzung von Maßnahmen voranzutreiben. Zahlreiche Beobachter, darunter die Alpenkonvention, das Land Salzburg, die Region Trient, die autonome Region Friuli Venezia Giulia, die Region Provence-Alpes-Côte d’Azur, die Region Piemonte und Slovenien haben sich diesem Prozess angeschlossen.

 

Auf Grundlage der Resolution wurden im Projekt iMonitraf! im Wesentlichen drei Zielsetzungen verfolgt:

  1. Gründung eines politischen Netzwerkes zum gegenseitigen Austausch und zur Stärkung der gemeinsamen Stimme der Alpenregionen
  2. Einrichtung einer Web-Gis Plattform zur Darstellung der aktuellen Verkehrssituation und der Auswirkungen künftiger Szenarien der Verkehrsentwicklung
  3. Erarbeitung einer gemeinsamen Strategie zur Harmonisierung bestehender Verkehrslenkungsmaßnahmen und zur Einführung eines Steuerungsinstrumentes.