Wie ist das mit der Beratung?

Jugendliche ab 14 Jahre sind strafmündig, das bedeutet, dass sie bei einem Verstoß gegen Rechtsvorschriften strafrechtlich verfolgt werden können. Nach den Bestimmungen des Tiroler Jugendgesetzes betrifft dies unter anderem die Überschreitung der festgelegten Ausgehzeiten sowie den unerlaubten Erwerb oder Konsum von Tabakwaren oder Alkohol. Verstöße gegen das Tiroler Jugendgesetz werden von der Polizei an die jeweilige Bezirksverwaltungsbehörde angezeigt. Die Polizei ist berechtigt, Alkohol, Tabakwaren oder andere jugendgefährdete Waren von geringem Wert ohne Anspruch auf Entschädigung abzunehmen und zu vernichten.

Die Bezirksverwaltungsbehörde prüft die eingelangten Anzeigen bzw. Polizeiberichte im Hinblick auf mögliche Verwaltungsübertretungen. Darüber hinaus erfolgt zusätzlich eine Prüfung der Kinder- und Jugendhilfe hinsichtlich einer möglichen Gefährdung des Kindswohls. Die Kinder- und Jugendhilfe kann Kontakt mit den Jugendlichen und/oder den Eltern aufnehmen um gegebenenfalls Unterstützung anzubieten. Dies stellt keine Strafverfolgung dar.

Bei Vorliegen einer Verwaltungsübertretung, wie z.B. bei einem Verstoß gegen das Tiroler Jugendgesetz, wird grundsätzlich eine Geldstrafe verhängt. Für Jugendliche beträgt die Strafhöhe nach dem Tiroler Jugendgesetz bis zu 215,00.

Anstelle der Verhängung einer Geldstrafe besteht für Jugendliche die Möglichkeit, ein Informations- und Beratungsgespräch in Anspruch zu nehmen. Die Voraussetzungen dafür sind:

  • erstmalige Übertretung des Tiroler Jugendgesetzes
  • Grund zur Annahme, dass die Teilnahme am Gespräch den/die Jugendliche/n von weiteren Übertretungen des Tiroler Jugendgesetzes abhält
  • Absolvierung des Informations- und Beratungsgespräches grundsätzlich innerhalb von drei Monaten

Das Informations- und Beratungsgespräch dauert maximal drei Stunden (erfahrungsgemäß ca. eine Stunde) und wird von den Jugendlichen mit dem/der BeraterIn selbst vereinbart. Nimmt der/die Jugendliche innerhalb eines Zeitraumes von drei Monaten ohne wichtigen Grund nicht am Informations- und Beratungsgespräch teil, so ist das Strafverfahren fortzusetzen.

Besondere Bestimmungen bestehen betreffend Tabak und vergleichbare Produkte, wie z.B. Wasserpfeifen, E-Shishas:

  • Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren haben die Möglichkeit, bei der ersten Übertretung eine Jugendschutzberatung und bei der zweiten Übertretung eine Suchtberatung in Anspruch zu nehmen (Beratung vor/statt Strafe).
  • Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren erhalten bei den ersten zwei Übertretungen eine „nachweisliche Verwarnung“, bei der dritten Übertretung besteht die Möglichkeit, eine Suchtberatung wahrzunehmen (Beratung vor/statt Strafe).

Eine Suchtberatung dauert mindestens drei Stunden und wird von den Jugendlichen mit dem/der BeraterIn selbst vereinbart. Üblicherweise wird die Suchtberatung in drei Sitzungen zu jeweils einer Stunde durchgeführt. Wird die Suchtberatung innerhalb eines Zeitraumes von drei Monaten ohne wichtigen Grund nicht absolviert, so ist das Strafverfahren fortzusetzen.


Rechtliche Auskünfte

Amt der Tiroler Landesregierung
Abteilung Gesellschaft und Arbeit
Meinhardstraße 16, 6020 Innsbruck
Tel: +43 512 508 7802 Fax: +43 512 508 747805
gesellschaft.arbeit@tirol.gv.at

Anfragen zu BeraterInnen:

Amt der Tiroler Landesregierung
Abteilung Gesellschaft und Arbeit - Jugend
Meinhardstraße 16, 6020 Innsbruck
Tel: +43 512 508 7851
Fax: +43 512 508 747805
ga.jugend@tirol.gv.at


Bezirksverwaltungsbehörden:

Bezirkshauptmannschaft Imst
Stadtplatz 1, 6460 Imst
Tel: +43 5412 6996
Fax: +43 5412 69965215
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Gilmstraße 2, 6020 Innsbruck
Tel: +43 512 508 5000
Fax: +43 512 508 5005
bh.innsbruck@tirol.gv.at

Bezirkshauptmannschaft Kitzbühel
Hinterstadt 28, 6370 Kitzbühel
Tel: +43 5356 62131
Fax: +43 5356 621316305
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Bezirkshauptmannschaft Kufstein
Bozner Platz 1-2, 6330 Kufstein
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Innstraße 5, 6500 Landeck
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Fax: +43 5442 69965415
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Bezirkshauptmannschaft Lienz
Dolomitenstr. 3, 9900 Lienz
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Bezirkshauptmannschaft Reutte
Obermarkt 5 und 7, 6600 Reutte
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Franz-Josef-Str. 25, 6130 Schwaz
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