2. Oktober: Internationaler Tag der Gewaltlosigkeit

Unterstützt bei sexualisierter Gewalt: Tiroler Verein Frauen gegen VerGEWALTigung

  • Gewalt an Frauen: Hinschauen und Handeln
  • Land Tirol fördert Verein Frauen gegen VerGEWALTigung mit jährlich rund 82.000 Euro
  • Verein bietet umfangreiche Beratungs- und Unterstützungsleistungen
  • Expertinnen verweisen auf Bedeutung sicherer Räume für betroffene Frauen

Jede fünfte Frau – also 20 Prozent der Frauen – ist ab ihrem 15. Lebensjahr körperlicher und/oder sexueller Gewalt ausgesetzt. Umso wichtiger ist es, auch anlässlich des Internationalen Tags der Gewaltlosigkeit am 2. Oktober auf bestehende Angebote und Hilfsleistungen hinzuweisen: „Viele Frauen sind von Gewalt betroffen. Darüber zu reden ist ein erster Schritt. Dabei möchte ich auch explizit auf die vorhandenen Unterstützungsleistungen hinweisen. Mit Fachpersonen an der Seite fällt es oft leichter, mit der schweren Situation umzugehen“, betont Frauenlandesrätin Gabriele Fischer im Austausch mit Doris Stauder, Geschäftsführerin des Vereins Frauen gegen VerGEWALTigung. Vonseiten des Landes wird der Verein jährlich mit rund 82.000 Euro gefördert. „Sexualisierte Gewalt ist kein Einzelschicksal. Jede fünfte Frau in Österreich ist davon betroffen. Somit ist auch diese Gewaltform ein gesamtgesellschaftliches Problem. Es liegt in der Verantwortung von uns allen, das Thema Gewalt an- und auszusprechen, hinzuschauen, aufzuklären und damit zu enttabuisieren. Und das am besten, bevor Gewalt passiert“, stellt LRin Fischer klar.

„Sexualisierte Gewalt beginnt, wenn Frauen und Mädchen auf ihren Körper reduziert und gedemütigt werden“, stellt Doris Stauder klar. „Dies ist ein massiver Angriff auf die körperliche, geistige und seelische Integrität. Dabei wirkt sich die Gewalt schwerwiegend auf wesentliche Lebensbereiche aus“. Ein leicht zugängliches, professionelles und gut vernetztes Hilfsangebot ist daher besonders wichtig.

Der Verein Frauen gegen VerGEWALTigung bietet zahlreiche Unterstützungsleistungen an. Er besteht seit 1982 und ist eine Fachstelle zu sexualisierter Gewalt sowie eine Opferschutzeinrichtung. Das Angebot umfasst psychosoziale Beratung, Sensibilisierung, Prozessbegleitung und die Beratung von Bezugspersonen. „In allen Bereichen hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, dass ein geschützter Raum für betroffene Frauen geschaffen wird, in dem es möglich ist, über Gewalt zu sprechen“, fasst Stauder zusammen. Die betroffenen Frauen können sich den Beraterinnen anvertrauen, die über ein umfangreiches Fachwissen verfügen, aktiv zuhören und ihre Berichte ernstnehmen. Gleichzeitig beziehen Beraterinnen klar Stellung gegen Gewalt und informieren über Opferrechte.

Die Beraterinnen unterstützen bei Alltagsproblemen und/oder vermitteln an andere Fachstellen weiter. Bei Bedarf kann auch an PsychotherapeutInnen weitervermittelt werden.

Beratung von Bezugspersonen

Im Sinne des ganzheitlichen Ansatzes sind die Einbeziehung des sozialen Umfeldes und dessen Reaktionen auf die sexualisierte Gewalt, die betroffene Frauen erlebt haben, wesentlich. Ein stabiles soziales Umfeld stellt eine hilfreiche Ressource für betroffene Frauen und Mädchen dar. Durch das Beratungsangebot können sich Bezugspersonen vor Überforderung schützen und die betroffene Frau bzw. das betroffene Mädchen unterstützend begleiten.

Rechtsberatung bei Anzeigen und Prozessbegleitung

Falls Frauen Anzeige erstatten wollen, bietet der Verein im Vorfeld die entsprechende Rechtsberatung. Im Falle einer Anzeige wird Prozessbegleitung angeboten, indem die Frauen zur Anzeige und zum Gericht begleitet werden – dies ist seit 2005 ein im Opferschutzgesetz verankertes Recht, das kostenlos in Anspruch genommen werden kann. Außerdem wird den Frauen eine Rechtsanwältin für die juristische Begleitung zur Seite gestellt. Gemeinsam mit der Anwältin wird die organisatorische Abwicklung während des Prozessverlaufs übernommen.

Sensibilisierungs- und Präventionsarbeit

Die Fachstelle bietet Kurzfortbildungen zum Thema sexualisierte Gewalt und Trauma für MultiplikatorInnen sowie Präventionsworkshops zum Thema sexualisierte Gewalt für Jugendliche in Schulen, in der offenen Jugendarbeit und in Wohneinrichtungen an. Sie leistet Sensibilisierungsarbeit in Form von Vorträgen, Öffentlichkeitsarbeit und ist bei relevanten Veranstaltungen präsent. Darüber hinaus arbeitet der Verein Frauen gegen VerGEWALTigung bei einrichtungsübergreifenden Projekten mit und nimmt an regionalen und bundesweiten Vernetzungen und Gremien teil.

 

Kontakt:

Verein Frauen gegen VerGEWALTigung
GF DSAin Doris Stauder
Sonnenburgstraße 5
6020 Innsbruck
Telefon: +43 512 574416
E-Mail: office@frauen-gegen-vergewaltigung.at

www.frauen-gegen-vergewaltigung.at

Beratungen werden auch in Landeck angeboten.