Lawinengefahrenstufe 5 in Osttirol

LH Günther Platter: „Dank allen Einsatzkräften für ihre tatkräftige Unterstützung!“

Kategorien:  BH ImstBH InnsbruckBH LienzLH PlatterSicherheitEinsatzorganisationenLawinen/Muren/HochwasserVerkehr AutorIn: Rainer Gerzabek
Es besteht verbreitet eine gefährliche Lawinensituation. Deshalb heißt es für Win-tersportlerInnen am Wochenende, sich unbedingt vorab zu informieren. Im freien Gelände ist höchste Vorsicht geboten.
Es besteht verbreitet eine gefährliche Lawinensituation. Deshalb heißt es für Win-tersportlerInnen am Wochenende, sich unbedingt vorab zu informieren. Im freien Gelände ist höchste Vorsicht geboten.

Auch die letzten 24 Stunden hat es in großen Teilen Tirols weiteren, zum Teil intensiven Niederschlag gegeben. Teilweise feuchter Schnee führt vermehrt zu Baumstürzen. Deshalb kommt es in mehreren Regionen Tirols zu Verkehrsbehinderungen und Straßensperren. Der Lawinenwarndienst Tirol hat für Osttirol die Lawinengefahrenstufe 5 und für den Bereich der Ötztaler, Stubaitaler und Zillertaler Alpen die Lawinengefahrenstufe 4 ausgegeben. LH Günther Platter will sich, sobald es das Wetter zulässt, selbst ein Bild vor Ort machen und sichert finanzielle Unterstützung zu.

 „Unser Land Tirol hat derzeit viel zu tragen. Ob die Coronakrise oder jetzt die aktuellen Wetterereignisse – überall sind die Blaulichtorganisationen, das Bundesheer sowie tausende Freiwillige im Einsatz, denen ich meinen tief empfundenen Respekt und herzlichen Dank ausdrücken möchte. Besonders herausfordernde Arbeit leisten die Bürgermeister und Gemeinden in diesen Stunden - ihnen auch ein herzlicher Dank. Sobald es das Wetter zulässt, werde ich mir die Auswirkungen der Wetterereignisse dieses Wochenendes vor Ort anschauen und kann schon jetzt finanzielle Unterstützung zusichern. Das Land Tirol steht den Tirolerinnen und Tirolern in jeder schwierigen Situation zur Seite“, betont LH Günther Platter. „Jetzt sind Solidarität und Zusammenhalt gefragt, der unser Land auch in vergangenen Krisen schon immer ausgezeichnet hat!“

Lawinengefahrenstufe 5 für Osttirol und Lawinengefahrenstufe 4 für die Ötztaler, Stubaier- und Zillertaler Alpen musste heute, Sonntagfrüh, Rudi Mair, Leiter des Lawinenwarndiensts Tirol, ausgeben: „Nach intensiven Schneefällen hat es nunmehr bis 1.300 Meter hinauf geregnet. Wir haben eine kritische Lawinensituation. Ich rate allen Wintersportlerinnen und Wintersportlern, in dieser Situation unbedingt zuhause zu bleiben.“

BH Olga Reisner ersucht die Osttiroler Bevölkerung um entsprechende Sicherheitsvorkehrungen: „Nach den intensiven Schneefällen ist es wärmer geworden und hat bis in höhere Lagen geregnet, wodurch erhöhte Gefahr für Hangrutschungen, Muren und Lawinen besteht.“

Handynetz- und Stromausfall im hinteren Ötztal

Ab Umhausen/Tumpen sind im hinteren Ötztal sowohl das gesamte Handynetz als auch die Stromversorgung ausgefallen. Aus diesem Grund wurden alle Feuerwehrhäuser ab Tumpen bis zum Talende sowie die Rotkreuz-Stationen in Längenfeld und Sölden mit Personal besetzt. Die Bevölkerung wird gebeten, jedweden Notfall direkt bei den Feuerwehrhäusern zu melden. Zusätzlich wurden auch alle Bergrettungs-Stationen im hinteren Ötztal in Alarmbereitschaft versetzt.

Straßensperren in Tirol

Die Landeswarnzentrale hat wegen Baumstürzen und Vereisungsgefahr aktuell folgende Straßensperren gemeldet:

  • Die B 186 Ötztalstraße zwischen Umhausen und Längenfeld bleibt gesperrt, solange kein Flugwetter herrscht und die Gefahrenlage nicht genau eingeschätzt werden kann. Die Freiwillige Feuerwehr musste ihren Sicherungseinsatz aufgrund fehlender Eigensicherheit abbrechen.
  • L 238 Niederthaier Straße
  • B 189 Miemingerstraße
  • L 310 Piburger Straße

Auf drei Abschnitten gesperrt ist die B 182 Brennerstraße und zwar zwischen dem Gasthof Stefansbrücke und Schönberg, Schönberg und Mühlbachl sowie ab der Abzweigung Schmirn-Vals  und Brennersee wegen Hangrutschungen und vereister Fahrbahn. „Parallel dazu hat es noch an einigen Stellen dieses Verkehrsweges sowohl tal- als auch bergwärts Hangrutschungen gegeben. Deshalb bleibt die Brennerstraße bis auf Weiteres gesperrt. Morgen, Montag, gibt es im Laufe des Tages einen Lokalaugenschein, bei dem über die weitere Vorgangsweise beraten wird“, schildert Landesgeologe Roman Ausserlechner die aktuelle Situation.  

Unterbrochene Stromverbindungen in den Bezirken Imst, Innsbruck-Land und Lienz

Aktuell gibt es Probleme mit der Stromversorgung in folgenden Gemeinden (Stand laut TINETZ heute, Sonntag, 11 Uhr – die erste Zahl in der Klammer gibt Auskunft über die ausgefallenen Trafostationen, die zweite Zahl über die insgesamt vorhandenen):

Bezirk Imst:

Nassereith (6/34)

Arzl i.P. (1/24)

Ötz (3/26)

Umhausen (12/41)

Längenfeld (2/47)

Silz (1/44)

Stams (2/22)

Bezirk Innsbruck Land:

Pfaffenhofen (2/10)

St. Sigmund i.S. (4/13)

Gries i.S. (1/12)

Reith b. Seefeld (1/22)

Steinach a.Br. (1/33)

Schmirn (9/12)

Vals (6/7)

Bezirk Lienz:

Innervillgraten (10/14)

Außervillgraten (16/24)

Schlaiten (3/4)

Ainet (1/6)

St. Jakob i.D. (1/26)

Tristach (4/17)

Nikolsdorf (1/11)

Matrei i. O. (8/75)