100. Jahrestag: Denkmal zur Teilung Tirols eingeweiht

Markstein am Latzfonser Kreuz (Klausen/Südtirol) zugleich Wegweiser für eine gemeinsame, europäische Perspektive

Kategorien:  Landtag AutorIn: Maximilian Oswald
(Bildmitte, v.li.) LTPin Sonja Ledl-Rossmann, LTP Josef Noggler und LTP Walter Kaswalder nahmen an der Einweihung des Marksteins, der die Mitte des historischen Tirols symbolisiert, teil.
(Bildmitte, v.li.) LTPin Sonja Ledl-Rossmann, LTP Josef Noggler und LTP Walter Kaswalder nahmen an der Einweihung des Marksteins, der die Mitte des historischen Tirols symbolisiert, teil.
LTPin Ledl-Rossmann beim Landesüblichen Empfang am Latzfonser Kreuz.
LTPin Ledl-Rossmann beim Landesüblichen Empfang am Latzfonser Kreuz.
Die drei LandtagspräsidentInnen von Tirol, Südtirol und Trentino schritten gemeinsam die Front der Schützenformation ab.
Die drei LandtagspräsidentInnen von Tirol, Südtirol und Trentino schritten gemeinsam die Front der Schützenformation ab.
LTPin Sonja Ledl-Rossmann betonte in ihrer Rede, dass die zu Unrecht gezogene Grenze am Brenner dank der intensiven Zusammenarbeit in der Europaregion immer weniger spürbar ist.
LTPin Sonja Ledl-Rossmann betonte in ihrer Rede, dass die zu Unrecht gezogene Grenze am Brenner dank der intensiven Zusammenarbeit in der Europaregion immer weniger spürbar ist.
Der Markstein am Latzfonser Kreuz zeigt die Entfernungen zu den Außengrenzen des historischen Tirols und wurde u.a. von der Innsbrucker Glockengießerei Grassmayr realisiert.
Der Markstein am Latzfonser Kreuz zeigt die Entfernungen zu den Außengrenzen des historischen Tirols und wurde u.a. von der Innsbrucker Glockengießerei Grassmayr realisiert.

100. Jahrestag: Denkmal zur Teilung Tirols eingeweiht

Markstein am Latzfonser Kreuz (Klausen/Südtirol) zugleich Wegweiser für eine gemeinsame, europäische Perspektive

Am heutigen Samstag, 10. Oktober, wurde in unmittelbarer Nähe des Schutzhauses “Latzfonser Kreuz” (Klausen/Südtirol) ein Markstein, der genau in der Mitte des historischen Tirols liegt, eingeweiht. Im Beisein der drei LandtagspräsidentInnen Sonja Ledl Rossmann, Josef Noggler (Südtirol) und Walter Kaswalder (Trentino) sowie von Schützen und Gästen aus der gesamten Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino wurde das Denkmal mit der Aufschrift „Markstein Mitte Tirols als Denkmal für die am 10. Oktober 1920 erfolgte ungerechte Teilung des Landes Tirol und als Wegweiser für eine europäische Perspektive“ feierlich gesegnet.

„Ein grausamer Krieg, Machtpolitik und ein Frieden, der keiner war, haben zur Zerreißung des Landes geführt. Doch nun ist Tirol wieder eins. Natürlich – auf eine andere Art und Weise, als es noch vor 100 Jahren der Fall war, aber dennoch vereint – in der Europaregion Tirol, Südtirol und Trentino“, so LTPin Sonja Ledl-Rossmann.

Ein Projekt für Wurzeln und Weitsicht

Südtirols Landtagspräsident Josef Noggler betonte die symbolische Kraft des neuen Gedenkortes: „Das gefällt mir so an unseren Bergen: Man muss mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen, um Halt zu haben, und man wird dafür mit einem Ausblick in die Ferne belohnt, über die Grenzen hinaus. Beides tut uns gut. Und beides - Wurzeln und Weitsicht - tut auch der Europaregion gut.“

Sepp Kaser, Projektleiter des Schützenbezirks Brixen, ging auf die Baugeschichte des Marksteins ein und betonte als Abschluss seiner Rede: „Herkunft ist Zukunft - auch in Zukunft soll es uns Auftrag sein, im Rahmen der Möglichkeiten unsere Heimat Gesamttirol zu erhalten“. Anschließend enthüllten die Ehrengäste das Denkmal.

Der Mittelpunkt des historischen Tirols

Der vom Südtiroler Schützenbund, dem Schützenbezirk Brixen sowie der Schützenkompanie Latzfons errichtete und u.a. von der Glockengießerei Grassmayr aus Innsbruck realisierte Markstein soll dem 100. Jahrestag der Annexion Südtirols und Welschtirols sowie anderer Gebiete durch Italien am 10. Oktober 1920 gedenken und dabei den Mittelpunkt des somit zerrissenen historischen Tirols symbolisieren.

Er weist die Entfernungen zu den Außengrenzen des ehemaligen Kronlandes und soll, wie bei der Segnung betont wurde, die Verbundenheit zum Heimatland Tirol aufzeigen und ein Zeichen für die europäische Zukunft der drei Mitgliedsländer der Euregio setzen. Wird um die Grenzen des Historischen Tirols ein Rechteck gelegt und in diesem zwei Diagonalen gezogen, so befindet sich der Mittelpunkt des historischen Tirols in Latzfons (Gemeinde Klausen).

Die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino hat für das Denkmal die Schirmherrschaft übernommen.