Pflanzenschädlinge

Genauso wie Menschen und Tiere können auch Pflanzen an Krankheiten leiden. Sie werden durch Schadorganismen verursacht, wie beispielsweise Viren, Bakterien, Pilze, Insekten, Milben oder Nematoden. In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der eingeschleppten Schädlinge aufgrund des zunehmenden weltweiten Handels, der verkürzten Transportzeiten sowie der Auswirkungen des Klimawandels gestiegen.

Pflanzenschädlinge können sich über Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse, wie beispielsweise Samen, Blumen, Obst und Gemüse ausbreiten, auch wenn diese gesund aussehen. Auch über Erde, die an Wurzeln haftet, oder durch Verpackungsmaterial aus Holz können Schädlinge übertragen werden. Die unbeabsichtigte Einschleppung und die Verbreitung über den Handel und Verkehr stellt ein hohes Risiko dar und kann zu schweren wirtschaftlichen Einbußen in der Land- und Forstwirtschaft führen und die biologische Vielfalt gefährden. In der Vergangenheit wurde diese Problematik durch die Einführung von Kraut- und Knollenfäule, Reblaus, Kartoffelkäfer und dem Ulmensterben besonders deutlich.

Um die Land- und Forstwirtschaft sowie die Umwelt zu schützen gibt es Gesetze. Viele Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse dürfen nur mit behördlicher Genehmigung und vorhergehender Begutachtung aus und in Drittstaaten (außerhalb des EU-Binnenmarktes) befördert werden. Pflanzengesundheitliche Kontrollmaßnahmen sichern die nachhaltige Pflanzenproduktion, schützen Pflanzen in ihren Lebensräumen und damit die Umwelt und den Verbraucher.

Zu den wichtigsten Tätigkeiten des landwirtschaftlichen Pflanzenschutzes gehören die Planung und Durchführung von Bekämpfungsmaßnahmen sowie die systematische Überwachung (Monitoring) von Quarantäneschadorganismen, die pflanzengesundheitliche Binnenmarktkontrolle und die Kontrolle der Ausfuhr von Pflanzen und Pflanzenerzeugnissen in Drittländer (Ausstellung von Pflanzengesundheitszeugnissen). Eine Ausnahme bilden Holz und Holzprodukte - deren Kontrolle obliegt, wie auch der forstliche Pflanzenschutz auf Waldflächen, der Abteilung Waldschutz. In die Zuständigkeit des Amtlichen Pflanzenschutzdienstes des Landes Tirol fällt weiters die Registrierung und Autorisierung von Betrieben und Privatpersonen (Einführer, Exporteure und Erzeuger von bestimmten Pflanzen und Pflanzenerzeugnissen) einschließlich Registerführung und Betriebskontrollen.

Die Ergebnisse der Kontrollen können im Grünen Bericht (Bericht zur Lage der Tiroler Land- und Forstwirtschaft) eingesehen werden.

Helfen Sie mit unsere Pflanzen und die einzigartige Natur vor eingeschleppten Pflanzenschädlingen zu schützen:

  • Führen Sie von Auslandsreisen aus Drittstaaten keine Pflanzen, Samen, Obst, Gemüse und Blumen ohne entsprechende Erlaubnis ein.
  • Wenn Sie Pflanzen oder Pflanzenerzeugnisse einführen wollen, wenden Sie sich vorher an uns. Wir beraten Sie gerne über Ihre rechtlichen Möglichkeiten und Verpflichtungen.
  • Melden Sie uns Verdachtsfälle über das Auftreten von gebietsfremden Schadorganismen, damit wir im Ernstfall rechtzeitig geeignete Maßnahmen zur Eindämmung einleiten können.

 

Beispiele für eingeschleppte, pflanzengefährliche Schädlinge („Quarantäneschadorganismen“):

Adulter Asiatischer Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis) (links), Larve (mittig) und Schadbild an einem Baum (rechts)

Der Asiatischer Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis) ist schön … kann aber unsere Bäume abtöten.

Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) (links & mittig) und Schadbild mit sekundärer Pilzinfektion an einer Kirsche (rechts)

Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) ist winzig… kann aber große Mengen Kirschen und anderer weicher Früchte schädigen.

 

Aktuelles

Seit 14. Dezember 2019 gelten EU-weit neue phytosanitäre Bestimmungen

Hinweis Pflanzengesundheit Nr 1: Neues Pflanzengesundheitsregime

Hinweis Pflanzengesundheit Nr 2: Der neue EU-Pflanzenpass

Hinweis Pflanzengesundheit Nr 3: Lieferschein als EU-Pflanzenpass

Hinweis Pflanzengesundheit Nr 4: Pflichten der Unternehmer

Informationen des Pflanzenschutzdienstes

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2020 zum Internationale Jahr der Pflanzengesundheit ernannt

monatliche Beiträge über Aspekte der Pflanzengesundheit (BMLRT)

Feuerbrand

Merkblatt zum Feuerbrand

Maßnahmen gegen den Feuerbrand

Alternativen für Feuerbrand-Wirtspflanzen

Kirschessigfliege

Merkblatt zur Kirschessigfliege

 

Weiterführende Informationen

Abteilung Waldschutz des Landes Tirol

Amtlicher Österreichischer Pflanzenschutzdienst

Bundesamt für Ernährungssicherheit

Bundesamt für Wald

Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) - Pflanzengesundheit

European and Mediterranean Plant Protection Organization (EPPO)

Europäische Kommission - Pflanzengesundheit

Flyer & Videoclips (EN, Version 1 & Version 2) mit Informationen zur Einschleppung neuer Pflanzenschädlinge und -krankheiten

Informationen der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit zu Landwirtschaft

International Plant Protection Convention (IPPC)

Pflanzen- und Tierkrankheiten im Geografischen Informationssystem des Landes Tirol

Suchmaschine für landwirtschaftliche Schaderreger (AGES)

 


Kontakt

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