Mietzins-Beihilfe und Annuitäten-Beihilfe

Wohnblock mit Gerüst rundherum
Wohnhaus mit Gerüst

Das Land Tirol möchte mit der Mietzins-Beihilfe und
mit der Annuitäten-Beihilfe die Tiroler Bevölkerung unterstützen.

Mietzins-Beihilfen sind monatliche Zuschüsse zum Wohnungs-Aufwand
für Miet-Wohnungen.
Annuitäten-Beihilfen sind monatliche Zuschüsse zum Wohnungs-Aufwand
für Eigentums-Wohnungen.
Die Mietzins-Beihilfe und die Annuitäten-Beihilfe sind Förderungen
vom Land Tirol und von den Gemeinden.
Das Land Tirol zahlt 80 Prozent,
die Wohnort-Gemeinde zahlt 20 Prozent dieser Beihilfen.

Sie müssen diese Beihilfen nicht zurückzahlen,
aber sie müssen die Beihilfen für den Wohnungs-Aufwand verwenden.
Diese Beihilfen gibt es grundsätzlich nur für Wohnungen,
die nicht mit Mitteln aus der Wohnbau-Förderung gefördert sind.

1. Welche Wohnungen und Häuser fördern wir?

Wir fördern:

  • Miet-Wohnungen
  • Eigentums-Wohnungen

Wichtig:

  • Es muss eine in sich abgeschlossene Wohnung sein.
  • Der Bezieher oder die Bezieherin der Beihilfe
    muss die Wohnung regelmäßig benutzen.
    Das heißt, die Wohnung muss der Haupt-Wohnsitz sein.
  • Die Wohnung muss mindestens ein Zimmer,
    eine Küche oder Kochnische,
    einen Vorraum und eine Toilette haben.

Wir fördern nicht:

  • vermietete Einzel-Zimmer
  • Räume in Wohn-Heimen
  • Wohnungen, die nicht direkt vom Eigentümer oder
    von der Eigentümerin gemietet werden

2. Wer bekommt die Mietzins-Beihilfe oder die Annuitäten-Beihilfe?

  • Österreichische Staatsbürger und Staatsbürgerinnen und
    gleichgestellte Personen.
    Gleichgestellte Personen sind zum Beispiel EU -Bürger und
    EU-Bürgerinnen.
  • Andere Personen,
    die seit mindestens 5 Jahren ihren Haupt-Wohnsitz in Tirol haben.

3. Wie hoch ist die Mietzins-Beihilfe und die Annuitäten-Beihilfe?

Die Höhe von Mietzins-Beihilfe und Annuitäten-Beihilfe hängt ab:

  • Von der Haushalts-Größe,
    also davon, wie viele Personen in der Wohnung leben
  • Vom monatlichen Familien-Einkommen
  • Vom anrechenbaren Wohnungs-Aufwand.

3.1 Wohnungs-Aufwand

Als Wohnungs-Aufwand gelten die Miete oder
die laufenden Rückzahlungen von Krediten für die gesamten Baukosten.
Dazu gehören auch die Kosten für die Verwaltung,
für die Erhaltung und für mögliche Steuern.
Das gilt aber nicht für Eigenheime.
Die Kosten für den Baugrund gehören nicht zum Wohnungs-Aufwand.

Wenn Sie von woanders Zuschüsse bekommen,
vermindert sich der Wohnungs-Aufwand.

Beim Wohnungs-Aufwand werden höchstens 3,50 Euro
für 1 m2  Nutzfläche angerechnet.
Manche Gemeinden fördern bis zu 5 Euro
für 1 m2 Nutzfläche.

3.2 Welche Nutzfläche wird gefördert?

Welche Nutzfläche angerechnet wird, hängt davon ab,
wie viele Personen im Haushalt leben, und
wie groß die Wohnung ist.

Bei einem Haushalt mit einer Person
werden 50 m2 Nutzfläche angerechnet.
Für jede weitere Person im selben Haushalt
werden zusätzlich 20 m2 Nutzfläche angerechnet.
Insgesamt werden aber höchstens 110 Nutzfläche angerechnet.
Bei Wohnungen über 110 Nutzfläche gilt eine besondere Regelung.

3.3 Wie weisen Sie Ihren Wohnungs-Aufwand nach?

Bei Miet-Wohnungen weisen Sie Ihren monatlichen Wohnungs-Aufwand
mit einem Formular nach.
Auf diesem Formular bestätigt Ihr Vermieter oder
Ihre Vermieterin die Höhe Ihrer Miete.

Bei Wohnungs-Eigentum weisen Sie Ihre monatlichen Zahlungen
mit einem anderen Formular nach.

Auf diesem Formular bestätigt der Kredit-Geber oder die Kredit-Geberin
beziehungsweise der Verwalter oder die Verwalterin
die Höhe von Ihren Zahlungen.

Für den Wohnungs-Aufwand werden nur Hypothekar-Kredite anerkannt,
wie sie die Bank zugesagt hat.
Aber nur bis zu einer bestimmten Höhe.

Die entsprechenden Formulare finden Sie unter Punkt 6.

3.4 Wie weisen Sie Ihr Einkommen nach?

Als Nachweis für Ihr Einkommen oder Ihr Familien-Einkommen
müssen Sie den Jahres-Lohnzettel vom letzten Jahr oder
den aktuellsten Steuerbescheid über Ihr Einkommen vorlegen.
Bei Landwirten müssen Sie den Bescheid über den Einheits-Wert vorlegen.

Andere Einkommen:
Für die Berechnung vom Familien-Einkommen gelten auch folgende Einkommen:

  • Unterhalts-Leistungen
    Das können Leistungen sein, die Sie bekommen oderdie Sie bezahlen müssen.
  • Steuerfreie Bezüge,
    zum Beispiel Wochen-Geld,
    Arbeitslosen-Geld,
    Karenzurlaubs-Geld oder Kinderbetreuungs-Geld.

Wichtig:
Wenn Sie eine Förderung beantragen,
müssen Sie alle Einkommen nachweisen:

  • Ihr eigenes Einkommen
  • Das Einkommen von Ihrem Partner oder von Ihrer Partnerin
  • Das Einkommen von anderen Personen,
    die im selben Haushalt leben und für die es keine Familien-Beihilfe gibt

Von diesen Personen wird ein Drittel des Einkommens,
aber wenigstens der Mindest-Satz
nach dem Tiroler-Mindest-Sicherungs-Gesetz herangezogen.

Die Lehrlings-Entschädigung wird aber nicht
zum Familien-Einkommen dazugezählt.

Weitere Nachweise:
Wenn Sie ein viel zu niedriges Einkommen
im Verhältnis zum Wohnungs-Aufwand angeben,
müssen Sie weitere Nachweise bringen.
Zum Beispiel eine Erklärung, die das Land glauben kann.
Oder das Land geht von den aktuellen Richtlinien
nach dem Tiroler Mindest-Sicherungs-Gesetz aus.

Wenn Sie Ihr Einkommen nicht für den nötigen Zeitraum nachweisen können,
berechnet das Land Ihr Einkommen nach Ihren Angaben.

3.5 Wie wird die zumutbare Belastung für den Wohnungs-Aufwand berechnet?

Die zumutbare Belastung für den Wohnungs-Aufwand
ergibt sich aus dem monatlichen Familien-Einkommen und
aus der Zahl der Personen, die im Haushalt wohnen.
Die zumutbare Belastung für den Wohnungs-Aufwand
wird in Prozent angegeben.
Das Zeichen für Prozent ist %.
Grundlage für die Berechnung ist ein Zwölftel
vom Netto-Einkommen  einer Familie.

Die genaue Berechnung finden Sie in den Richtlinien in schwerer Sprache:

Herunterladen Link: Mietzins- und Annuitätenbeihilfe (Ausgabe 1.1.2019)

Bei einem monatlichen Familien-Einkommen bis 2.300 Euro
vermindert sich der Wohnungs-Aufwand um bis zu 6 Prozent.

Das sind ungefähr 100 bis 130 Euro.
Dies gilt bei folgenden Haushalten:
• Bei Haushalten, bei denen ein Mitglied um mindestens 55 Prozent vermindert erwerbsfähig ist.
55 Prozent sind etwas mehr als die Hälfte.

• Bei Haushalten mit einem behinderten Kind.

• Bei Familien. Als Familie gelten miteinander verheiratete Personen mit oder ohne Kinder. Als Familie gelten auch Allein-Erhalter oder Allein-Erhalterinnen mit wenigstens einem Kind im selben Haushalt, für das es Familien-Beihilfe gibt.

 

 

3.6 Bekommen auch Studierende eine Beihilfe?

Auch Studierende bekommen die Beihilfe,
wenn sie einen Mietvertrag haben.
Als Wohnungs-Aufwand werden dabei höchstens 2,5 Euro
für 1 m2 Nutzfläche für die Förderung anerkannt.
Als Nutzfläche werden höchstens 50 m2 Nutzfläche angerechnet.
Wenn mehrere Studierende in einer Wohngemeinschaft leben,
werden höchstens 90 m2 Nutzfläche angerechnet.

Wenn einzelne Studierende der Wohn-Gemeinschaft
ihr Studium abschließen und
dann arbeiten gehen,
dann gibt es die Beihilfe noch für das Jahr weiter,
in dem die Beihilfe beantragt worden ist.

Wenn Studierende neben dem Studium mindestens halbtägig arbeiten,
wird die Beihilfe anders berechnet.

Für andere Wohngemeinschaften gibt es keine Beihilfe.
Auch beim Vermieten von einzelnen Zimmern gibt es keine Beihilfe.

Für die Berechnung der Beihilfe kann auch das Einkommen der Eltern
oder von anderen Personen, die Unterhalt zahlen müssen,wichtig sein.

3.7 Was ist sonst noch wichtig?

Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein,
damit Sie eine Mietzins-Beihilfe oder
eine Annuitäten-Beihilfe bekommen können.
Und Sie müssen selbstständig und regelmäßig in der Wohnung wohnen.

Wenn Ihnen eine Person, die Ihnen nahesteht,
die Wohnung vermietet,
kann das Einkommen dieser Person wichtig sein.
Solche Personen sind zum Beispiel die Eltern oder
der Ehemann oder die Ehefrau.

Wenn es anderen gegenüber ungerecht ist,
dass Sie eine Beihilfe bekommen sollen,
kann Ihnen das Land die Beihilfe ganz oder
zum Teil verweigern.
Zum Beispiel, wenn Sie oder Ihre Eltern oder andere Personen,
die Ihnen Unterhalt zahlen müssen,
sehr viel verdienen oder sehr viel Geld haben.

Es gibt keine Beihilfen unter 7 Euro.
Wenn Sie die Beihilfe zu Unrecht empfangen haben,
müssen sie die Beihilfe zurückzahlen.

3.8 Gibt es die Beihilfe auch in besonderen Härtefällen?

In besonderen Härtefällen kann die Landes-Regierung
die Beihilfe auch bewilligen,
wenn es normalerweise keine Beihilfe gibt.

4. Wie wird die Förderung abgewickelt?

Zuerst müssen Sie um die Förderung ansuchen.
Nach der Bewilligung wird die Förderung ausbezahlt.

4.1 Muss sich die Gemeinde an den Beihilfen beteiligen?

Sie können nur dann eine Mietzins-Beihilfe oder
eine Annuitäten-Beihilfe bekommen,
wenn sich Ihre Gemeinde an der Beihilfe beteiligt.

4.2 Was brauchen Sie für das Ansuchen um Beihilfe?

Für die Bewilligung der Mietzins-Beihilfe und Annuitäten-Beihilfe
ist Ihr Gemeinde-Amt oder Stadtamt zuständig.
Wenn Sie in Innsbruck wohnen,
ist das Stadtmagistrat Innsbruck zuständig.

Für den Antrag müssen Sie das entsprechende Formular ausfüllen.
Wenn Sie das erste Mal um Beihilfe ansuchen,
müssen Sie den Mietvertrag von Ihrer Wohnung oder
von Ihrem Haus herzeigen.
Für diesen Vertrag müssen Sie eine Gebühr bezahlt haben.
Das erste Mal müssen Sie auch Ihre Staatsbürgerschaft nachweisen.
Ihr Einkommen müssen Sie jedes Mal nachweisen.

Sie bekommen die Beihilfe für jeweils ein Jahr,
frühestens mit dem Einziehen in die Wohnung und
zugleich mit dem Bezahlen der Wohnung.

Wichtig:
Sie müssen jedes Jahr neu um Beihilfe ansuchen.
Und zwar spätestens innerhalb von 3 Monaten,
bevor die Beihilfe ausläuft.
Wenn die Höhe der Beihilfe ausgerechnet ist,
wird der Betrag auf einen ganzen Euro aufgerundet oder abgerundet.

4.3 Müssen Sie Änderungen melden?

Sie müssen jede Änderung innerhalb eines Monats melden.
Zum Beispiel müssen Sie melden,
wenn sich Ihr Einkommen verändert hat oder
wenn weniger oder mehr Personen im Haushalt leben.
Das müssen Sie entsprechend nachweisen.

Die Änderungen melden Sie beim zuständigen Gemeinde-Amt,
beim Stadtamt oder
beim Amt der Tiroler Landes-Regierung.
Hier ist die Stelle für Mietzins-Beihilfe und Annuitäten-Beihilfe
in der Abteilung Wohnbau-Förderung zuständig.

5. Wo können Sie um Mietzins-Beihilfe und
um Annuitäten-Beihilfe ansuchen?

Sie können beim zuständigen Gemeinde-Amt oder beim Stadtamt
um Mietzins-Beihilfe und Annuitäten-Beihilfe ansuchen.
Wenn Sie in Innsbruck wohnen,
ist das Stadtmagistrat Innsbruck zuständig.

6. Formulare

Hier kommen Sie zum Formular für die Mietzins-Beihilfe in schwerer Sprache:
Herunterladen Link: Ansuchen um Mietzins-Beihilfe in schwerer Sprache

Hier kommen Sie zum Formular für die Annuitäten-Beihilfe in schwerer Sprache:
Herunterladen Link: Annuitäten-Beihilfe in schwerer Sprache

Hier kommen Sie zum Formular für die Mieten-Bestätigung in schwerer Sprache:
Herunterladen Link: Mieten-Bestätigung in schwerer Sprache

Hier kommen Sie zum Formular für die Kredit-Bestätigung in schwerer Sprache:
Herunterladen Link: Kredit-Bestätigung in schwerer Sprache