Landhauskapelle: Berufsschüler gestalten neuen Volksaltar

Sakrale Holzinstallation als schulisches Abschlussprojekt

Kategorien:  Landtag AutorIn: Maximilian Oswald
Schüler Markus Wurzrainer (li.) und Fachlehrer Martin Lettenbichler (re.) erläutern Bischof Hermann Glettler (2.v.li.), LTPin Sonja Ledl-Rossmann und Schuldirektor Christian Margreiter (2.v.re.) die Besonderheiten des neuen Volksaltars.
Schüler Markus Wurzrainer (li.) und Fachlehrer Martin Lettenbichler (re.) erläutern Bischof Hermann Glettler (2.v.li.), LTPin Sonja Ledl-Rossmann und Schuldirektor Christian Margreiter (2.v.re.) die Besonderheiten des neuen Volksaltars.
Der aus Eichenholz gefertigte Altar ist dank ausgeklügeltem Stecksystem ohne Werkzeug auf- und wieder abbaubar.
Der aus Eichenholz gefertigte Altar ist dank ausgeklügeltem Stecksystem ohne Werkzeug auf- und wieder abbaubar.
(1. Reihe v.li.) Fachlehrer Martin Lettenbichler, LTPin Sonja Ledl-Rossmann, Architekt Markus Illmer und Bischof Hermann Glettler mit den Schülern der TFBS Absam.
(1. Reihe v.li.) Fachlehrer Martin Lettenbichler, LTPin Sonja Ledl-Rossmann, Architekt Markus Illmer und Bischof Hermann Glettler mit den Schülern der TFBS Absam.

Nach 150 Planungs- und Arbeitsstunden war es soweit: Die zwölf angehenden Tischlereitechniker der Tiroler Fachberufsschule für Holztechnik Absam fügten die letzten Elemente des neuen, aus weiß lackiertem Eiche-Massivholz gefertigten Volksaltars zusammen. Sichtlich stolz erklärte Markus Wurzrainer der Abschlussklasse 4bTT anschließend Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann und Bischof Hermann Glettler die Besonderheiten der liturgischen Holzinstallation in der Georgskapelle.

„Ein lang gehegter Wunsch ist heute in Erfüllung gegangen: Unsere Kapelle verfügt nun über einen Volksaltar ‚Made in Tirol‘, der sich perfekt in das barocke Gesamtkunstwerk einfügt“, schwärmt LTPin Ledl-Rossmann. Bischof Glettler ergänzt: „Die strahlend weiße Altar-Skulptur gibt dem Raum eine neue Mitte, ein starkes Zeichen für den lebendigen Christus, dem wir in der Feier der Hl. Messe alles anvertrauen, was uns beschäftigt. Wir feiern auf diesem Altar seinen Tod und seine Auferstehung. Alles, was es an belastender Dunkelheit gibt, kann durch ihn verwandelt werden.“

Gemeinschaftsprojekt mit regionaler Expertise

Nach Vorgesprächen zwischen Hausherrin LTPin Sonja Ledl-Rossmann mit Bischof Hermann Glettler, den für die Liegenschaften des Landes zuständigen Landesrat Johannes Tratter und dem Pfarrer der Landschaftlichen Pfarre Mariahilf Hermann Röck fiel der Startschuss für das Projekt schließlich Mitte 2020. Entwurf und Planung übernahm der Innsbrucker Architekt Markus Illmer, der bereits in der Vergangenheit für bauliche Adaptierungen in der Georgskapelle verantwortlich zeichnete. Für die Realisierung konnte anschließend die Tiroler Fachberufsschule für Holztechnik in Absam gewonnen werden. „Die Entscheidung, unsere künftigen Fachkräfte hier mit einzubeziehen, lag nahe. Für die zwölf Schüler war es eine tolle Gelegenheit, ihr Können bei einem in ihrer Ausbildung wohl einzigartigen Projekt unter Beweis zu stellen. Als Land bekommen wir im Gegenzug eine regional produzierte und hervorragend ausgeführte Handwerksleistung“, erläutert LR Johannes Tratter.

Auch Bildungs- und Arbeitslandesrätin Beate Palfrader zeigt sich über das Können der Berufsschulabsolventen in spe begeistert: „Es ist beeindruckend zu sehen, mit welchen Fertigkeiten diese Schüler nach ihrer vierjährigen Ausbildungszeit in das Arbeitsleben starten werden. Von der genauen Analyse der Räumlichkeiten und den digitalen Planungsschritten bis hin zur Fertigung und abschließenden Montage: Der Beruf des Tischlereitechnikers bzw. der Tischlereitechnikerin ist abwechslungsreich, vielseitig und hat absolutes Zukunftspotenzial.“

Modulare Steckbauweise ohne Eingriff in historische Bausubstanz

Da es sich bei der Georgskapelle um einen 290 Jahre alten, geschützten Sakralbau handelt, erfolgte die Projektumsetzung in enger Abstimmung mit dem Denkmalamt. Der neue Volksaltar erhebt sich auf einem ebenso in Weiß gehaltenen Podest und fügt sich somit optisch in die Farbgestaltung der bestehenden Architekturelemente ein.

Bei der Ausführung entschied man sich für einen innovativen und zugleich praktischen Ansatz: „Die Holzinstallation basiert auf einem Stecksystem, das Auf- und Abbau ohne Verwendung von Werkzeug erlaubt. Auch haben wir darauf geachtet, dass die historische Bausubstanz mit keinem Montageteil angegriffen wird“, erklären Christian Margreiter, Schulleiter der TFBS, und Fachlehrer Martin Lettenbichler, der das Abschlussprojekt betreute.

„Bewährungsprobe“ bei Georgifeier

Für seine Funktion wird der Volksaltar bei der Feier für Tirols Landespatron, dem Heiligen Georg, am 28. April eingeweiht werden – pandemiebedingt noch in kleinem Rahmen. „Die Schüler der TFBS Absam haben gemeinsam mit ihren Lehrkräften und Architekt Markus Illmer ein Meisterstück geschaffen, das ich, sobald es wieder möglich ist, mit der Bevölkerung teilen möchte“, so LTPin Ledl-Rossmann.