Equal Pay Day 2020

Lohngerechtigkeit nur durch Vielzahl an politischen und wirtschaftlichen Maßnahmen

Kategorien:  LRin FischerFrauen & Gleichstellung AutorIn: Iris Reichkendler
Frauenlandesrätin Gabriele Fischer
Frauenlandesrätin Gabriele Fischer

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – diese Forderung begleitet frauenpolitische Initiativen seit Jahrzehnten. Doch bis heute ist es nicht gelungen, die Lohnschere zu schließen – Frauen verdienen nach wie vor weniger als Männer. Ab dem morgigen Equal Pay Day, der in Tirol für den 12. Oktober berechnet wird, arbeiten Frauen für den Rest des Jahres also umsonst. „Für die Umsetzung von Lohngerechtigkeit zwischen den Geschlechtern braucht es mehr als nur Gesetze und Verordnungen. Es braucht eine Vielzahl an politischen und wirtschaftlichen Maßnahmen“, stellt Tirols Frauenlandesrätin Gabriele Fischer klar.

Mit dem Gleichstellungspaket 2020-2023 hat Tirol das Zepter in die Hand genommen, um Gleichstellung auf vielen gesellschaftlichen Ebenen zu erreichen. Dazu zählt auch der Lohnzettel. „Der größte finanzielle Impuls des Gleichstellungspaketes in Höhe von fast drei Millionen Euro wird in den Arbeitsmarkt gesetzt mit dem Ziel, gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern am Erwerbsleben zu erreichen, Einkommensunterschiede zu reduzieren und damit Armut und Diskriminierung zu bekämpfen“, berichtet LRin Fischer, denn: „Es geht um eine eigenständige Existenzsicherung von Frauen und die Verbesserung ihrer sozialen Absicherung – nur damit können die ökonomische Abhängigkeit von Männern beendet und Machtstrukturen aufgebrochen werden. Es muss gleich sein, ob du eine Frau oder ein Mann bist, die gleichen Chancen und Möglichkeiten stehen allen offen: weil es gleich sein muss, ob sich eine Frau oder ein Mann bewirbt, weil es gleich sein muss, welchen Beruf Frau oder Mann sich aussucht und weil es gleich sein muss, dass deine Chefin Chef ist“, stellt LRin Fischer klar und bedankt sich bei Arbeitslandesrätin Beate Palfrader für die sehr gute Zusammenarbeit im Bereich der Maßnahmen des Gleichstellungspakets beim Handlungsfeld Arbeitsmarkt.

Ein wichtiger Schritt dafür ist auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie: „Die gläserne Decke, an die Frauen mit Kinderwunsch oftmals stoßen, muss durchbrochen werden. Wir als Gesellschaft müssen sicherstellen, dass Frauen Kind und Karriere unter einen Hut bringen können. Das heißt: bedarfsgerechte Kinderbetreuung und Halbe-Halbe bei jeder familiären Verpflichtung – sei es bei der Sorgearbeit oder der Pflege“, betont LRin Fischer. Für Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie werden aus dem Gleichstellungspaket 860.000 Euro investiert, zusätzlich sollen 480.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds hinzukommen.

Konkret werden im Rahmen des Gleichstellungspaketes beispielsweise Maßnahmen zur Erhöhung des Anteils von Frauen in der Technik und von Männern in der Betreuung in Form von Ausbildungsschecks finanziert und die geschlechtersensible Berufsorientierung an Schulen sowie der Girls‘ Day ausgebaut. Geplant sind Sonderförderungen für Aktionen, Projekte und Veranstaltungen, die das Thema Männer und familiäre Sorgearbeit behandeln sowie eine Kampagne zur geschlechterspezifischen Sorgearbeit. Auch die Entwicklung innovativer Ansätze in der Kinderbetreuung ist im Gleichstellungspaket vorgesehen.

„Wir müssen als Gesellschaft als Ganzes die Voraussetzungen schaffen, dass Frauen Lohngerechtigkeit erfahren und infolgedessen sich eine eigene Existenzsicherung aufbauen können. Und wir müssen es jeder Frau mit Kindern ermöglichen, einem Beruf nachzugehen. Der Equal Pay Day zeigt Jahr für Jahr auf, das noch viel zu tun ist“, stellt LRin Fischer abschließend klar.