Landesstraßendienst für den Winter 2020/21 gerüstet

Neue Silos und Soleanlagen in Tirol – Vorbereitungen für „Corona-Winter“

Kategorien:  LHStv GeislerSicherheitVerkehr
Der Winter kann kommen – die Salzlager sind voll und die Mitarbeiterinnen des Landesstraßendienstes sind einsatzbereit.
Der Winter kann kommen – die Salzlager sind voll und die Mitarbeiterinnen des Landesstraßendienstes sind einsatzbereit.
Im Zuge der Neuerrichtung einer Straßenmeisterei im Bezirk Reutte im heurigen Sommer, wurden dort zwei neue Salzsilos aufgestellt.
Im Zuge der Neuerrichtung einer Straßenmeisterei im Bezirk Reutte im heurigen Sommer, wurden dort zwei neue Salzsilos aufgestellt.

Der Winter kann kommen – zumindest wenn es nach den MitarbeiterInnen des Landesstraßendienstes geht. Denn das Land Tirol ist gerüstet, die Salzlager sind voll und die MitarbeiterInnen einsatzbereit. Jährlich gibt das Land Tirol 15 Millionen Euro aus, um die Sicherheit auf den insgesamt 2.236 Kilometern des Landesstraßennetzes auch im Winter bestmöglich zu gewährleisten. So wurde auch im heurigen Sommer investiert, um die Straßen Tirols im Winter schnell und sicher von Schnee und Eis zu befreien.  „Auch heuer ist der Landesstraßendienst wieder bestens für die Wintermonate vorbereitet. Unsere 14 Straßenmeistereien im Land sorgen für saubere und sichere Landesstraßen und die durchgehende Erreichbarkeit aller Landesteile. Maßnahmen wie der Ausbau von Salzsilos und der Feuchtsalzstreuung, aber auch die Ausstattung der Fahrzeuge des Landesstraßendienstes mit modernen Abbiegeassistenten sowie umfangreiche Corona-Präventionsmaßnahmen dienen der Umwelt, der Sicherheit der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer sowie der Bediensteten“, sagt der für die Landesstraßen zuständige LHStv Josef Geisler.

Neue Silos und Ausbau der Feuchtsalzstreuung

Im Zuge der Neuerrichtung der Straßenmeisterei in Stanzach im Bezirk Reutte im heurigen Sommer, wurden dort zwei neue Salzsilos aufgestellt. Die beiden Silos verfügen über ein Fassungsvermögen von je 250 Kubikmetern, das entspricht einem Speichervermögen von insgesamt 550 Tonnen Streusalz. Auch wurde eine neue Soleanlage für die Feuchtsalzstreuung errichtet, diese hat ein Fassungsvermögen von 20.000 Litern. Am Standort Ried im Oberinntal im Bezirk Landeck wurde ebenfalls eine solche Anlage neu errichtet. „Die Verwendung von Sole senkt den Salzbedarf erheblich. Drei weitere Fahrzeuge wurden für den kommenden Winter mit einer Ausrüstung für reine Feuchtsalzstreuung ausgestattet“, begründet Bernd Stigger, Leiter des Sachgebiets Straßenerhaltung, die Investitionen.

Abbiegeassistenten: Technische Hilfen im Wintereinsatz

Im Rahmen eines Pilotversuchs waren im vergangenen Winter bereits drei Lkw der Landesstraßenverwaltung mit neuartigen Abbiegeassistenten ausgestattet. Der Einsatz dieser Technologie und die dadurch gesteigerte Sicherheit für alle VerkehrsteilnehmerInnen hat sich bewährt. Zehn weitere Lkw wurden bereits mit dem Abbiegeassistenten nachgerüstet. Bei Lkw-Neuanschaffungen zählt die Technologie mittlerweile zur Standardausstattung.

Maßnahmen für den Corona-Winter 2020/21

Um auch für die gesundheitliche Sicherheit der MitarbeiterInnen im Straßendienst bestmöglich zu sorgen, wurden bereits präventive Maßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie. So werden sämtliche Einsatzfahrzeuge vor einem FahrerInnenwechsel desinfiziert. Außerdem sind Arbeitszeiten und Pausen so geregelt, dass Zusammenkünfte und Kontakte vermieden werden. Befindet sich mehr als eine Person in einem Fahrzeug, sind alle Personen im Fahrzeug verpflichtet, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Sollten mehrerer MitarbeiterInnen ausfallen, gibt es entsprechende Vereinbarungen mit externen Frächtern: Bei Engpässen im Personal- oder Fahrzeugbereich können diese beauftragt werden.

Salzeinsatz: Winter 2019/20 in Summe unter dem Durchschnitt

Der Winter 2019/20 war für den Landesstraßendienst bezüglich Salzeinsatz unterdurchschnittlich. „Der durchschnittliche Wintersalz-Verbrauch liegt in Tirol bei rund 29.000 Tonnen. Im vergangenen Winter wurden rund 22.700 Tonnen Salz auf die Tiroler Straßen aufgebracht, womit wir etwa 20 Prozent unter dem Mittelwert lagen“, rechnet Stigger vor. Ein Spitzenwert wurde zum Vergleich im Winter 2005/2006 mit 40.000 Tonnen erreicht. Die großen Schwankungen bei den Niederschlägen zeigen sich im Salzverbrauch bei einzelnen Monaten: Im Vergleich zum Salzverbrauch von 5.380 Tonnen Salz im heurigen Jänner, musste im Jänner 2019 mit einem Salzverbrauch von 14.360 Tonnen der seit 2004 höchste Monatswert überhaupt verzeichnet werden.

Zahlen und Fakten 

  • 175 Räum- und Streufahrzeuge
  • 376 MitarbeiterInnen in 14 Straßenmeistereien
  • Betreutes Straßennetz: 2.236 Kilometer (4.788 Fahrstreifenkilometer)
  • Landesstraßen von 470 bis über 2.000 Meter Seehöhe
  • Durchschnittliche Räumungskosten: 15 Millionen Euro jährlich
  • Personal: 376 MitarbeiterInnen in 14 Straßenmeistereien mit 85 landeseigenen Räum- und Streufahrzeugen, dazu kommen rund 50 extern beauftrage Frächter mit ihren MitarbeiterInnen und 90 Winterdienstfahrzeugen
  • Durchschnittlich geleistete Winter-Arbeitsstunden: 150.000 Stunden
  • Durchschnittlicher Winter-Salzverbrauch: 30.000 Tonnen (Spitzenwert 2005/2006: 40.000 Tonnen)
  • Salzlagerung: 83 über das ganze Land verteilte Silos und Lagerhallen