Maßnahmenpaket "Jahr des Ehrenamts"
2026 steht im Zeichen des Ehrenamts. Dazu hat die Tiroler Landesregierung in ihrer Regierungssitzung am 13. Jänner 2026 ein Maßnahmenpaket beschlossen. Das sieht folgendes vor:
1. Gute Rahmenbedingungen & Absicherung
Zur Stärkung der Rechtssicherheit und des Schutzes von Ehrenamtlichen, Freiwilligen und Funktionär:innen werden folgende Maßnahmen verfolgt:
- Prüfung und Umsetzung einer landesweiten, subsidiären Haftpflichtversicherung für ehrenamtlich und freiwillig Tätige, basierend auf bestehenden Modellen.
- Aufbau bzw. Bündelung einer zentralen, niederschwelligen Rechts- und Grundberatung für Ehrenamtliche und freiwillig Tätige.
- Definition von Mindeststandards für gute Rahmenbedingungen (Information, Versicherung, Beratung).
- Entwicklung eines zentralen Wikis mit rechtlichen Basisinformationen, Musterdokumenten und FAQs.
2. Service, Beratung & Qualifizierung
Zur systematischen Entlastung von Vereinsfunktionär:innen, Freiwilligenkoordinator:innen und Verantwortungsträger:innen werden folgende Schritte gesetzt:
- Bündelung bestehender Service-, Beratungs- und Weiterbildungsangebote unter einer koordinierten Ansprechstelle. Synergien mit bestehenden Einrichtungen sollen genutzt und Doppelstrukturen sollen im Sinne des Tirol Konvents vermieden werden.
- Verbesserung der Sichtbarkeit bestehender Qualifizierungsangebote (z. B. Vereins- und Freiwilligenakademien) und Ausbau derselben als niederschwellige, zeitlich flexible Weiterbildungsformate (Online-, Kurz- und Abendformate).
- Weiterentwicklung und Vernetzung digitaler Werkzeuge zur Vereins-, Freiwilligen- und Ehrenamtsarbeit.
3. Anerkennung, Sichtbarkeit & Motivation
Zur gesellschaftlichen Wertschätzung und nachhaltigen Motivation ehrenamtlichen und freiwilligen Engagements werden folgende Maßnahmen geprüft und umgesetzt:
- Prüfung der Einführung eines anerkannten Ehrenamtsnachweises zur Dokumentation von Engagement und Kompetenzen.
- Bündelung bestehender Ehrungsformate und Entwicklung klarer Kriterien zur Vermeidung von Überschneidungen (inkl. junges Engagement und Frauen).
- Umsetzung einer landesweiten Sichtbarkeits- und Bewusstseinskampagne zum Ehrenamt und freiwilligen Engagements.
- Durchführung von regionalen Ehrenamtstagen mit Weiterbildung, Vernetzung und öffentlicher Anerkennung. (Anregung: Integration in die Freiwilligenwoche Ende April als Format, das etabliert ist)
4. Zukunft des Ehrenamtes und freiwilligen Engagements
Zur langfristigen Sicherung des Ehrenamtes und freiwilligen Engagements werden neue Zielgruppen und Engagementformen gezielt angesprochen:
- Stärkere Kooperation mit Schulen, Jugendorganisationen, Gemeinden und Betrieben zur Nachwuchsgewinnung.
- Anerkennung und Ausbau der Förderung projektbezogener, zeitlich begrenzter und digitaler Engagementformen.
- Prüfung von Maßnahmen zur inklusiven Öffnung des Ehrenamtes und freiwilligen Engagements (flexible Beteiligungsmodelle, niederschwellige Einstiege).
- Setzung thematischer Jahresschwerpunkte mit gesellschaftlicher Relevanz (z. B. Demokratie, Zusammenhalt).