Equal Pay Day in Tirol

Rollenbilder im Fokus

  • Aktionstag macht Einkommensdifferenz zwischen Frauen und Männern sichtbar
  • Fällt in Tirol heuer auf den 27. Februar – Einkommenslücke beträgt knapp 16 Prozent
  • Enquete des Landes Tirol thematisiert Rollenbilder am Arbeitsmarkt
  • Girls’ Day Tirol feiert am 23. April 25-jähriges Jubiläum

Vom Jahresanfang bis zum 27. Februar arbeiten Frauen in Tirol statistisch gesehen ohne Bezahlung. Sie müssen damit im Schnitt 58 Tage länger arbeiten, um auf das durchschnittliche Jahreseinkommen von Männern zu kommen. Auf diese Einkommenslücke macht das Frauennetzwerk Business & Professional Women (BPW) jedes Jahr mit dem Equal Pay Day aufmerksam. Österreichweit fiel der Aktionstag heuer auf den 11. Februar. In Tirol liegt der Equal Pay Gap, also die Einkommensdifferenz zwischen Frauen und Männern, bei knapp 16 Prozent. „Der Equal Pay Day zeigt, dass die Arbeit von Frauen vielfach noch immer weniger wert ist als die von Männern. Es geht dabei nicht um individuelle Entscheidungen, sondern um systematische Benachteiligung. Diese wiederum hängt eng mit Rollenbildern am Arbeitsmarkt zusammen“, betont Frauenlandesrätin Eva Pawlata und verweist auf die Enquete Frauen und Gleichstellung am 27. April, die gezielt diese Rollenbilder in den Fokus nimmt.

Warum die Lücke bestehen bleibt

Die Berechnung des Equal Pay Day basiert auf den Einkommen von vollzeitbeschäftigten Frauen und Männern. „Das zeigt, dass die Einkommensdifferenz nicht einfach auf Teilzeit oder Care-Arbeit reduziert werden kann. Rechnet man diese Faktoren zusätzlich ein, verschärft sich die wirtschaftliche Ungleichheit weiter“, so LRin Pawlata.

Die Einkommensdifferenz zwischen den Geschlechtern hängt maßgeblich mit der ungleichen Verteilung von Frauen und Männern auf verschiedene Berufsbereiche sowie mit unterschiedlichen Aufstiegsmöglichkeiten zusammen. Frauen sind überdurchschnittlich häufig in dienstleistungsorientierten, sozialen, pädagogischen oder pflegerischen Berufen tätig, die im Durchschnitt niedriger entlohnt werden. Männer sind hingegen stärker in technischen, handwerklichen oder leitenden Funktionen vertreten, die tendenziell höher bezahlt sind.

Rollenbilder prägen Karrierechancen

Die Enquete Frauen und Gleichstellung findet bereits zum dritten Mal im Großen Saal des Landhauses in Innsbruck statt. Dazu lädt LRin Pawlata politische EntscheidungsträgerInnen, SozialpartnerInnen, MitarbeiterInnen in Frauen- und Gleichstellungseinrichtungen sowie weitere Interessierte ein. Im Mittelpunkt steht ein interdisziplinärer Dialog über die Wirkung von Rollenbildern in der modernen Arbeitswelt und deren Folgen für Karrierechancen, Unternehmensstrukturen und gesellschaftliche Teilhabe. Diskutiert wird auch, wie Arbeit und Wirtschaft zur Veränderung überkommener Geschlechterrollen beitragen können.

Ein Vierteljahrhundert Girls’ Day Tirol

Um die Chancengleichheit von Frauen am Arbeitsmarkt zu fördern, setzt das Land Tirol auch gezielt bei der Berufsorientierung an. „„Ein vielfältiger Arbeitsmarkt ist ein starker Arbeitsmarkt: Wenn wir Berufs- und Ausbildungswege für alle Geschlechter gleichermaßen öffnen und stereotype Zuschreibungen überwinden, reduzieren wir Einkommensunterschiede und sichern dringend benötigte Fachkräfte“, betont Arbeitslandesrätin Astrid Mair.

Der Girls’ Day Tirol feiert heuer sein 25-jähriges Jubiläum. Er bietet Schülerinnen Einblicke in MINT-Berufe – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – sowie in handwerkliche Berufsfelder. Ziel ist es, Interessen zu stärken, Talente sichtbar zu machen und Berufswahlentscheidungen jenseits traditioneller Rollenbilder zu unterstützen. Der Aktionstag findet heuer am 23. April statt. Mehr Informationen zum Girls‘ Day Tirol finden sich unter www.girlsday-tirol.at.