Archivbestände des Tiroler Landesarchivs

Archiv

Archive wie das Tiroler Landesarchiv, die das Schriftgut von Dutzenden Institutionen aus vielen Jahrhunderten hüten, wachsen sich mit ihren Beständen zu komplexen Gebilden, ja Labyrinthen aus. Die logische Deduktion, wodurch Gleiches und Ähnliches zusammengefasst und verbunden wird, soll der rettende rote Faden sein. Geboten wird daher, thematisch aufgegliedert, eine Übersicht der Archivbestände nach Herkunft oder Provenienz. Wer (welche Behörde, Amt, Person usw.) hat welches Schriftgut für welchen Zeitraum hinterlassen, diese Frage soll hier beantwortet werden.

Das meiste, aber nicht alles, was im Archiv aufbewahrt wird, kann ohne weiteres eingesehen werden. Für "neue" Akten und andere Unterlagen gelten Schutzbestimmungen.


Sammlungen

Darunter ist eine Zusammenstellung von Einzelstücken verschiedener Herkunft wie Fotos, Filme, Siegel, aber auch gedrucktes und nichtgedrucktes Schriftgut zu verstehen, wobei ein gezieltes Sammlungsinteresse die Grundlage bildet. Die Sammlungen des Tiroler Landesarchivs haben einen Bezug zur Geschichte Tirols und gehen meist auf Private zurück.

Behörden und Ämter

Hier liegt der Schwerpunkt des Tiroler Landesarchivs, ist es doch sein vordringlicher Auftrag (und der seiner Vorläufer gewesen), das Schriftgut von Behörden und Ämtern aufzubewahren. Die Bestände der Tiroler Behörden und Ämter werden sachlich und chronologisch strukturiert angeführt.

Tiroler Landschaft und Landtag

Neben den Tiroler Landesfürsten haben die Tiroler Landstände oder Landschaft, in deren Nachfolge dann der Tiroler Landtag, ein eigenes Archiv unterhalten, dessen Bestände einen eigenen Archivkörper im Tiroler Landesarchiv bilden.

Gemeindearchive

Um 1900 haben eine Reihe von Tiroler Gemeinden ihre Archive, die vornehmlich Urkunden umfassen, im damaligen Landschaftlichen Archiv, das die Bezeichnung Tiroler Landesarchiv führte, deponiert.

Klosterarchive

Das Tiroler Landesarchiv besitzt einige Kloster- und Stiftsarchive. Das hängt vornehmlich damit zusammen, dass der Staat im späten 18. Jahrhundert im Zuge der Klosteraufhebung, von der die Niederlassungen kontemplativer Orden betroffen waren, deren Archive eingezogen und staatlichen Archiven überantwortet hat.

Adelsarchive

Dankenswerter Weise haben einige Adelsfamilien aus Tirol ihre wertvollen Archive dem Tiroler Landesarchiv überlassen und übereignet.

Firmenarchive

Die Kategorie Zunft- und Firmenarchive fällt im Tiroler Landesarchiv bescheiden aus.

Vereinsarchive

Der Erwerb der Vereinsarchive kam auf zwei Wegen zustande: Vereine haben nach ihrer Selbstauflösung ihr Archiv dem Tiroler Landesarchiv überantwortet. Andererseits besitzt es Archive von Vereinen, die 1938 von den Nationalsozialisten aufgelöst wurden und nach 1945 nicht wieder aufgelebt haben.

Verbändearchive

Auch hier spiegeln sich die politischen Umbrüche der Zeitgeschichte wieder. Es handelt sich einerseits um Schriftgut von Verbänden (Heimatwehr, Vaterländische Front), die von den Nationalsozialisten verboten und aufgelöst wurden. Andererseits haben sich nach 1945 alliierte und österreichische Behörden, allerdings mit wenig Erfolg, bemüht, zwecks Beweissicherung Schriftgut aus den Tiroler Dienststellen der NSDAP und ihrer Organisationen sicherzustellen.

Nachlässe

Eine Reihe von Persönlichkeiten haben ihre privaten, häufiger ihre politischen, wissenschaftlichen und heimatkundlichen Unterlagen dem Tiroler Landesarchiv als Nachlässe überantwortet.

Landesevidenz

Das Tiroler Landesarchiv verwahrt für Tirol die Wehrmeldeunterlagen der Ergänzungskommandos der k. u. k. Armee und jene der Wehrmeldeämter der Deutschen Wehrmacht auf.

Tiroler Ehrenbücher

Die Tiroler Ehrenbücher sind ein Sammel- und Überbegriff  für  Dokumentationen und Zusammenstellungen der Gefallenen Tirols aus dem Ersten Weltkrieg (1914–1918), dem Zweiten Weltkrieg (1939–1945) und den Tiroler Freiheitskriegen (1796–1814).

   

Weitere Informationen: Wilfried Beimrohr: Das Tiroler Landesarchiv und seine Bestände (Tiroler Geschichtsquellen 47). Innsbruck 2002