Tiroler Energieausweisdatenbank soll EU-Bürokratie teilweise abfedern – wöchentliches Update „Vereinfachung & Entbürokratisierung“
Im Mai 2024 trat die Gebäuderichtlinie der Europäischen Union in Kraft. Diese verfolgt das Ziel, die Energieeffizienz von Gebäuden weiter zu erhöhen und den Zugang zu relevanten Gebäudedaten für EigentümerInnen, NutzerInnen und weiterer Beteiligter zu verbessern. Die Richtlinie muss bis Mai 2026 in nationales Recht umgesetzt werden, weshalb das Land Tirol aufgefordert ist, ein Tiroler Energieeffizienzgesetz zu beschließen. „Das Ziel der Europäischen Union, die Energieeffizienz von Gebäuden weiter zu erhöhen, ist ein hehres und unterstützenswertes. Die Ausgestaltung schießt aber am Ziel vorbei und verursacht enormen bürokratischen Aufwand, womit Kraft, Zeit und Geld für die Umsetzung konkreter Energieeffizienz-Maßnahmen fehlt. Das Land Tirol nützt im Rahmen des Tirol Konvent aber seine technischen Möglichkeiten, um Bürgerinnen und Bürger aber auch Betriebe bestmöglich zu unterstützen und mit der Energieausweisdatenbank ein entsprechendes Hilfsmittel zu schaffen“, sieht LH Anton Mattle die EU-Gesetzgebung kritisch.
Um die Berichtspflichten zumindest teilweise abzufedern, hat das Land Tirol deshalb die bestehende Energieausweisdatenbank ausgebaut. Das Projekt wurde bereits mit dem Ziel gestartet, eine zentrale, digitale Plattform zur Erfassung, Verwaltung und Qualitätssicherung von Energieausweisen sowie die Unterstützung der Baubehörden bei Überprüfung energierelevanter Anforderungen zu schaffen. Nach einer Konzeptions- und Umsetzungsphase ging die Energieausweisdatenbank Tirol im Mai 2023 in Betrieb. Seit diesem Zeitpunkt steht den BerechnerInnen, den Baubehörden und der Abteilung Wohnbauförderung in ihren jeweiligen Wirkungsbereichen eine landesweit einheitliche Datenbasis zur Verfügung. Darin werden Bestandsenergieausweise für den Zweck der Verpachtung und Vermietung oder des Verkaufs sowie Energieausweise für baurechtliche Vorhaben erfasst.
Seit Einführung der Datenbank wurden 19.000 Energieausweise hochgeladen, durchschnittlich gibt es 600 Uploads pro Monat. Rund 1.000 BerechnerInnen von Energieausweisen haben sich bereits registriert und 209 Baubehörden nützen bereits den Service. Um der Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie gerecht zu werden, wurde nun im Rahmen der Energieausweisdatenbank ein Kundenportal eingerichtet und mit Februar 2026 in Betrieb genommen. Der Zugang erfolgt über das Digital Service Tirol, wodurch eine sichere, datenschutzkonforme Identifizierung gewährleistet wird. Über ein integriertes Rechte- und Berechtigungssystem können sich Privatpersonen sowie Firmen und Institutionen registrieren und entsprechend ihrer Berechtigungen auf die freigegebenen Daten zugreifen. Der wesentliche Mehrwert liegt darin, dass bisherig oftmals analoge Berarbeitungsschritte sowie die Dokumentations- und Aufbewahrungsnotwendigkeiten für die Energieausweise durch ein modernes Kundenportal ersetzt werden und somit spürbare Vereinfachungen für BauträgerInnen, HausverwalterInnen und EigentümerInnen umgesetzt wurden.
Hier geht's zur vollständigen Pressemeldung: "Neuer Bahnhof Imst-Pitztal kommt auf Schiene“ | Land Tirol