Gesundheit wird zum Kinderspiel

Kindergartenvorsorgeprogramm: Insgesamt rund 36.900 kostenlose fachärztliche und logopädische Untersuchungen pro Jahr an Tirols Kindergärten durchgeführt

  • Rund 85 Prozent aller Kindergartenkinder nehmen am Vorsorgeprogramm teil
  • Kindergerechte Materialien bereiten Kinder spielerisch auf Untersuchungen vor

Töne erkennen, Sätze bilden, die Sehstärke testen und den allgemeinen Gesundheitszustand überprüfen: Bereits seit über 70 Jahren setzt das Land Tirol mit dem Kindergartenvorsorgeprogramm auf eine frühe Gesundheitsförderung. Dabei werden Kinder etwa auf Seh- und Hörvermögen, Sprachentwicklung oder allgemeine gesundheitliche Auffälligkeiten untersucht. Diese Woche besuchte Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele den Kindergarten Reichenau-Süd in Innsbruck, um sich ein Bild zu machen, wie die Vorsorgeuntersuchungen direkt im Kindergartenalltag umgesetzt werden. Rund 85 Prozent aller Kindergartenkinder in den 488 Tiroler Kindergärten nehmen an dem flächendeckenden Vorsorgeangebot teil. Im Kindergartenjahr 2024/25 wurden insgesamt rund 17.200 allgemeinmedizinische Untersuchungen, etwa 5.500 augenfachärztliche Kontrollen sowie jeweils rund 7.100 Hörtests und logopädische Sprachtestungen durchgeführt.

„Das Kindergartenvorsorgeprogramm ist ein zentraler Baustein der Gesundheitsvorsorge in Tirol. Indem die Untersuchungen direkt im Kindergarten stattfinden, erreichen wir die Familien niederschwellig und können gesundheitliche Auffälligkeiten wie Hör- oder orthopädische Beeinträchtigungen frühzeitig erkennen. Ergänzend zu den Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen sowie Programmen wie der Zahngesundheitsvorsorge oder dem Ernährungsprogramm von avomed lernen Kinder im Kindergartenvorsorgeprogramm schon früh, wie wichtig es ist, auf die eigene Gesundheit zu achten“, so die Landesrätin.

Vier kostenlose Untersuchungen im Kindergarten

Das Kindergartenvorsorgeprogramm bietet allen Erziehungsberechtigten die Möglichkeit, ihre Kinder freiwillig und kostenlos untersuchen zu lassen. Das Programm umfasst vier Untersuchungen: Neben einer jährlichen allgemeinmedizinischen Untersuchung und einer einmaligen Augenuntersuchung durch FachärztInnen oder OrthoptistInnen werden zudem eine einmalige Hörprüfung und eine Überprüfung der Sprachentwicklung durch eine logopädische Fachkraft durchgeführt. Ziel ist es, mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen frühzeitig zu erkennen.

„Gerade im Kindergartenalter lassen sich viele gesundheitliche Entwicklungen gut beobachten. Durch die Untersuchungen können wir beispielsweise Zahnfehlstellungen, Karies oder einen offenen Biss frühzeitig erkennen. Auch Entwicklungsverzögerungen beziehungsweise Schwächen in motorischen oder sprachlichen Fähigkeiten fallen dabei oft auf, sodass wir den Eltern entsprechende Empfehlungen – etwa für Logopädie oder Ergotherapie – für weitere Abklärungen geben und damit späteren Folgewirkungen frühzeitig entgegenwirken können“, hebt Schulärztin und Allgemeinmedizinerin Sandra Massimiani die Bedeutung der regelmäßigen Kontrollen hervor.

Sprachentwicklung früh fördern

Die logopädische Hör- und Sprachüberprüfung ist ein wichtiger Bestandteil des Programms. Sie umfasst unter anderem das Hören von Tönen, die Differenzierung von Lauten, die Aussprache sowie den Wortschatz. „Die Hör- und Sprachentwicklung ist ein entscheidender Faktor für eine gelingende Kommunikation und Integration in der Kindergartengruppe sowie für den späteren Schulerfolg. Wenn wir frühzeitig feststellen, dass ein Kind Unterstützung braucht, können gezielte Fördermaßnahmen eingeleitet werden. Dadurch haben die Kinder bessere Voraussetzungen für den Schuleintritt“, erklärt Logopädin Jeannin Schwechheimer.

Neben den logopädischen Sprachüberprüfungen im Kindergartenvorsorgeprogramm, unterstützt zudem die Sprachberatung des Landes Tirol Kindergärten und Kinderkrippen bei allen Fragen zur Sprachentwicklung und -förderung von Kindern. Die kostenlose Beratung bietet praxisnahe Impulse, fachliches Feedback und Unterstützung direkt im pädagogischen Alltag. Ziel ist es, alle Kinder in ihrer Sprachentwicklung bedürfnisorientiert und individuell zu begleiten.

Der erste Gesundheitspass

Um den Kindern mögliche Ängste vor den Untersuchungen zu nehmen und sie vorzubereiten, werden den Kindergärten seitens des Landes verschiedene Materialien vorab zur Verfügung gestellt. Dabei kommt das Bilder- und Malbuch „Melissa freut sich auf die Untersuchungen in ihrem Kindergarten“ zum Einsatz, das in den Einrichtungen aufliegt und den Kindern die Abläufe spielerisch näherbringt. Ergänzend dazu erhalten die Kinder einen eigenen Gesundheitspass, der nach jeder Untersuchung mit einem Stempel oder Sticker versehen werden kann.