Große Beutegreifer: Alpenländer treiben gemeinsames Management voran

Seit 2022: Enge Zusammenarbeit der ARGE ALP bei Monitoring und Austausch von Wolfsdaten

  • Auf Antrag Tirols: länderübergreifende genetische Datenbank für große Beutegreifer in konkreter Umsetzung
  • Neu: Künftig auch Informationsaustausch zum Bären im Alpenraum
  • Verlässliche Datengrundlage als Basis für abgestimmte Managementmaßnahmen

Vor vier Jahren legten die AgrarreferentInnen der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (ARGE ALP) in Innsbruck den Grundstein für ein länderübergreifendes Wolfsmanagement. Seither arbeiten die zehn Mitgliedsländer beim Monitoring und beim Austausch von Wolfsdaten im Alpenraum eng zusammen. Vor Kurzem trafen sich FachexpertInnen der ARGE-ALP-Mitgliedsländer sowie nationaler Koordinierungsstellen in Bregenz: Der Datenaustausch zum Wolfsmonitoring sowie zu Kennzahlen der Berglandwirtschaft wird fortgesetzt und weiter vertieft. Zudem soll – der Resolution aus dem Vorjahr folgend – künftig auch ein Datenaustausch zum Bären erfolgen. Dieser umfasst sowohl Informationen zur räumlichen Ausdehnung und Genetik als auch zu vom Bären verursachten Schäden.

„Der Wolf kennt – ebenso wie der Bär – keine Landesgrenzen. Deshalb darf auch das Management nicht dort enden. Wir brauchen eine gute Datengrundlage auf Landesebene, in ganz Österreich und im internationalen Austausch. Die Zusammenarbeit im Rahmen der ARGE ALP ist dabei eine zentrale Säule: Sie hilft uns, die Bestände großer Beutegreifer im Alpenraum besser zu erfassen und Maßnahmen abgestimmt umzusetzen“, betont Tirols Agrarreferent LHStv Josef Geisler und führt aus: „Unser gemeinsames Ziel ist ein abgestimmtes, grenzüberschreitendes Bestandsmanagement, das eine gezielte und nachvollziehbare Steuerung der Wolfspopulation ermöglicht und Konflikte langfristig reduziert.“

Auf Antrag Tirols wird derzeit an der technischen Umsetzung einer länderübergreifenden genetischen Datenbank für große Beutegreifer gearbeitet, die an eine bestehende slowenische Datenbank angebunden werden soll. Zusätzlich zu den bisherigen Monitoringdaten zum Wolf sollen künftig auch Informationen zu Bären zwischen den Mitgliedsländern ausgetauscht werden. Auf Initiative Tirols werden Monitoringdaten zu Wölfen und deren Auswirkungen auf die Almwirtschaft seit dem Jahr 2022 in Form eines gemeinsamen Berichts der ARGE-ALP-Mitglieder veröffentlicht. Dieser Bericht wird künftig um die Daten zu Bären ergänzt. Der Bericht für die Jahre 2024 und 2025 befindet sich derzeit unter Federführung des aktuellen Vorsitzlandes Vorarlberg in Ausarbeitung und wird voraussichtlich im Herbst 2026 veröffentlicht. Berichte der vergangenen Jahre finden sich auf der Website der ARGE ALP

Zur ARGE ALP

Neben Tirol gehören zur ARGE ALP die Länder Salzburg, Vorarlberg und Bayern, die italienischen Regionen Lombardei, Trentino und Südtirol sowie die Schweizer Kantone Tessin, Graubünden und St. Gallen. Die Gesamtbevölkerungszahl der ARGE ALP beläuft sich auf rund 26 Millionen Menschen. Im Rahmen des Bündnisses nehmen sich die Mitgliedsländer gemeinsam wichtigen grenzüberschreitenden Themen wie Verkehr, Berglandwirtschaft, Energie oder Klimaschutz an. Mehr Informationen zur ARGE ALP finden sich unter www.argealp.org.