Internationaler Frauentag: Klare Haltung für Gleichstellung und Vielfalt

Gleichstellung als dauerhafter Auftrag – auch beim Land Tirol

  • 1.800 Anfragen an Servicestelle Gleichbehandlung und Antidiskriminierung
  • Frauenanteil in Führungspositionen der Landesverwaltung seit 2003 vervierfacht
  • Fachveranstaltungen greifen aktuelle Gleichstellungsthemen auf – Landes-Enquete zu Rollenbildern am 27. April 2026

Der Internationale Frauentag am 8. März rückt weltweit die Themen Gleichstellung, Frauenrechte und Chancengleichheit in den Fokus. Auch für das Land Tirol ist Gleichstellung ein zentraler Auftrag. „Gleichberechtigung ist kein Selbstläufer – es braucht eine klare Haltung für Gleichstellung und Vielfalt“, betont Frauenlandesrätin Eva Pawlata und führt aus: „Gerade in der Arbeitswelt zeigen sich viele Fragen der Gleichstellung ganz konkret – etwa bei Karrierechancen oder der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Deshalb wollen wir bei der Frauen-Enquete heuer besonders darüber sprechen, wie stark Rollenbilder die Arbeitswelt noch prägen.“ Die Enquete Frauen und Gleichstellung findet am 27. April im Landhaus in Innsbruck statt. Eingeladen sind politische EntscheidungsträgerInnen, SozialpartnerInnen, MitarbeiterInnen in Frauen- und Gleichstellungseinrichtungen sowie weitere Interessierte. Gleichstellungsmaßnahmen sind ein zentraler Bestandteil der Strategien und Förderprogramme des Landes Tirol. Darüber hinaus ist Gleichstellung auch innerhalb der Landesverwaltung institutionell verankert: 1997 wurde das Landes-Gleichbehandlungsgesetz beschlossen, 2002 folgte das erste Frauenförderungsprogramm für den Landesdienst, das zuletzt 2022 aktualisiert wurde.

Gleichstellung mit Struktur und Wirkung

Auf dieser Grundlage konnten zahlreiche Verbesserungen für die Bediensteten umgesetzt werden – von besseren Rahmenbedingungen für Teilzeitbeschäftigte über Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie bis hin zur beruflichen und sozialen Integration von Menschen mit Behinderungen. Die Wirkung struktureller Maßnahmen zeigt sich auch in der Entwicklung der Führungspositionen in der Landesverwaltung: Der Frauenanteil ist seit 2003 von neun auf mittlerweile 36 Prozent gestiegen. Instrumente wie Teilzeit-Führung unterstützen gezielt mehr Frauen auf ihrem Weg in Leitungsfunktionen.

„Gleichstellung ist kein abgeschlossenes Kapitel. Sie braucht kontinuierliche Weiterentwicklung und muss nicht nur verteidigt, sondern auch aktiv gestaltet werden“, erklärt Gleichbehandlungsbeauftragte Isolde Kafka, die auch der Servicestelle für Gleichbehandlung und Antidiskriminierung vorsteht. Die Servicestelle ist seit 2018 zentrale Anlaufstelle für mehr als 5.000 Bedienstete. In den Jahren 2023 und 2024 wurden insgesamt rund 1.800 Anfragen bearbeitet – insbesondere zu Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Behinderung oder Alter.

Aktuelle Herausforderungen im Fokus

Ob bestehende Hindernisse bei der Gleichstellung oder neue gesellschaftliche Entwicklungen: Aktuelle Gleichstellungsfragen werden regelmäßig im Rahmen von Fachveranstaltungen ebenso wie internen Weiterbildungen aufgegriffen. So findet am Tiroler Bildungsinstitut Grillhof rund um den Internationalen Frauentag jährlich die Fortbildung „Lieber gleich berechtigt als später“ für MitarbeiterInnen der Landesverwaltung statt. Heuer stand die Frage „Gleichbehandlung in Gefahr?“ im Mittelpunkt – diskutiert wurden unter anderem Angriffe auf Frauenrechte und geschlechtliche Vielfalt sowie digitale Gewalt und Hass im Netz.

„Der Internationale Frauentag erinnert an historische Errungenschaften und fordert uns zugleich auf, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Eine offene Gesellschaft lebt von Vielfalt – diese zu sichern und weiterzuentwickeln ist unser gemeinsamer Auftrag“, so LRin Pawlata abschließend.