Land Tirol fördert Mobilitätsprojekte

Rad- und Fußverkehr auf der Überholspur

  • Verkehr reduzieren, nachhaltige Mobilität und Bewusstsein stärken
  • Land Tirol fördert Mobilitätsprojekte von Klimabündnis Tirol 
  • Beratungen, Mitmach-Kampagnen, Initiativen zur Steigerung der Verkehrssicherheit 

Radfahren, Scooterfahren oder zu Fuß gehen – diese Mobilitätsformen sind nicht nur umweltfreundlich, sondern auch kostengünstig und gut für die Gesundheit. Bereits seit mehreren Jahren fördert das Land Tirol mit dem Tiroler Mobilitätsprogramm Projekte, die unter anderem vom Klimabündnis Tirol durchgeführt werden und dazu beitragen, dass mehr Menschen im Alltag aufs Rad umsteigen oder häufiger zu Fuß gehen. „Mobilität ist ein zentraler Pfeiler der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie und damit wesentlich für unseren Weg zu einem nachhaltigen Lebensraum für alle“, sagt Klimaschutz- und Mobilitätslandesrat René Zumtobel. „Die zahlreichen Projekte des Klimabündnis tragen dazu bei, dass die Menschen sicher unterwegs sein können und, dass beispielsweise auch die Gemeinden in Tirol gezielt dabei unterstützt werden, die Infrastruktur für Radfahrerinnen und Radfahrer sowie Fußgängerinnen und Fußgänger zu verbessern.“ Die umgesetzten Projekte reichen vom Pedibus für einen sicheren Schulweg über die Initiative „Tirol radelt“ bis hin zur umfassenden Beratung für mehr umweltfreundliche Mobilität in Gemeinden.

Projekte für Jung und Alt – im Großen und im Kleinen

„Wir richten uns mit unseren Angeboten an Schulen, Betriebe und Gemeinden – sie sind für uns die Dreh- und Angelpunkte, wenn es um nachhaltige Mobilität und Bewusstseinsbildung geht“, erläutert Andrä Stigger, Geschäftsführer von Klimabündnis Tirol. „Letztendlich geht es um die Frage, wie und von wem der öffentliche Raum genutzt wird. Wir setzen uns für eine faire Verteilung ein – Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrende und Autos sollen gleichermaßen Platz finden.“

So setzt das Klimabündnis Tirol jedes Jahr federführend die Europäische Mobilitätswoche um, an der im vergangenen Jahr 76 Gemeinden, 22 Bildungseinrichtungen, Betriebe, Vereine und weitere Stakeholder teilnahmen. Diese Aktionswoche, die jedes Jahr im Herbst stattfindet, schafft Bewusstsein für nachhaltige Mobilität. 

Ebenfalls bereits etabliert hat sich die Mitmach-Kampagne „Tirol radelt“. Sie motiviert TirolerInnen, ihre Alltagswege mit dem Rad zurückzulegen und die Kilometer mittels App oder auf der Website einzutragen. Die Kilometer können für eine Gemeinde, einen Betrieb, die Schule oder einen Verein gesammelt werden. Am Ende werden radbezogene Preise verlost. Letztes Jahr wurden in Tirol von mehr als 7.000 RadlerInnen mehr als sechs Millionen Kilometer zurückgelegt. Die Aktion beginnt für 2026 bereits dieses Wochenende.

Für Bildungseinrichtungen spielt die Gehgemeinschaft „Pedibus“ eine immer größere Rolle. Dabei werden vor allem ErstklässlerInnen in den ersten Wochen des neuen Schuljahres auf dem Schulweg von Erwachsenen begleitet. An vordefinierten „Haltestellen“ können sich Kinder ihren FreundInnen und der Begleitperson anschließen. So lernen sie, sich selbständig und sicher im Straßenverkehr zu bewegen. 

Beliebt ist auch der Malwettbewerb „Crazy Bike“, an dem jedes Jahr bis zu 1.000 VolksschülerInnen in Tirol teilnehmen. Dem bzw. der GewinnerIn winkt ein außergewöhnlicher Preis: Das selbst gemalte Fantasierad wird in die Realität umgesetzt. Letztes Jahr gewann Erna Mungenast aus Zams mit ihrem „Football-Pflanzen-Bike“. Ältere Kinder können im Zuge von „Radwerkstatt“-Workshops lernen, wie sie einfache Reparaturen an ihren Fahrrädern selbst durchführen können. 

Ein weiterer Fokus des umfassenden Angebots liegt auf SeniorInnen und MigrantInnen. Eigene Fahrradkurse bieten älteren Menschen die Möglichkeit, den Umstieg von einem regulären Fahrrad auf ein E-Bike zu erlernen und geben Sicherheit im Straßenverkehr. Da es in manchen Ländern bis heute unüblich ist, dass insbesondere Frauen – teilweise aber auch Männer – Fahrrad fahren lernen, werden auch spezielle Fahrradkurse für Erwachsene angeboten, bei denen das Radfahren von Grund auf gelehrt und als Mobilitätsform ermöglicht wird.

Gemeinden in zentraler Rolle bei der Mobilitätswende

Seit 2018 hat sich das Projekt „PRO-BYKE“ in Tirol etabliert. Ein Beratungsangebot für Gemeinden, um die Infrastruktur für RadfahrerInnen zu verbessern – sei es ein Radweg, ein Radfahrstreifen oder auch sichere und ausreichende Abstellmöglichkeiten für Räder. Aktuell gibt es 28 PRO-BYKE-Gemeinden in Tirol. Auch der Fußverkehr wird gefördert: Das seit 2024 bestehende Angebot „PRO-FUSS“ zur Verbesserung der FußgängerInneninfrastruktur soll 2026 in drei Gemeinden kostenlos angeboten werden. 

Immer mehr Menschen aktiv bei Mobilitätswende mit dabei

„Damit Menschen motiviert werden, öfter aufs Auto zu verzichten und Kinder von Klein auf sicher unterwegs sein können, braucht es unterschiedliche Angebote. Das große Interesse in den vergangenen Jahren zeigt, dass ein steigender Anteil der Bevölkerung aktiv an der Mobilitätswende mitarbeiten will“, ist LR Zumtobel überzeugt. „Die Umsetzung der Projekte trägt dazu bei, umweltfreundliche Mobilität zu stärken, den Verkehr in den Tiroler Gemeinden und Städten zu beruhigen, die Belastungen durch den motorisierten Verkehr zu reduzieren sowie den Ausstoß von Schadstoffen und Treibhausgas-Emissionen im Verkehrsbereich zu senken – und somit schlussendlich die Lebensqualität in den Tiroler Gemeinden zu erhöhen.“