LH Mattle: „20 Millionen Euro für die Zukunft Osttirols und gegen Abwanderung“

Regionalwirtschaftliches Programm für ganz Osttirol startet mit Juli 2026

  • Jährlich zwei Millionen Euro an Landesfördermitteln für Projekte, von denen Bevölkerung und regionale Wirtschaft profitieren
  • Laufzeit bis 2036 – für mehr Investitionen, starken Arbeitsmarkt, wettbewerbsfähige Betriebe und mehr Zusammenarbeit
  • Bereits seit 2016 erfolgreiches Programm für Natura 2000 Region Isel – über 100 Millionen Euro an Investitionen ausgelöst

Die wirtschaftliche Entwicklung einer Region stärken, bestehende Arbeitsplätze sichern und neue schaffen, Kaufkraft stärken und Abwanderung verhindern: Das sind die Ziele eines Regionalwirtschaftlichen Programms (RWP). Ein solches gibt es nun für den gesamten Bezirk Lienz: 20 Millionen Euro stehen dafür für die kommenden zehn Jahre bereit – jährlich sind das zwei Millionen Euro. Nachdem Ziele, Entwicklungsschwerpunkte, Umsetzungsstrategien sowie einem Aktionsplan final vorliegen, können Unternehmen und andere ProjektwerberInnen voraussichtlich ab Juli dieses Jahres für Förderungen ansuchen. LH Anton Mattle präsentierte heute, Freitag, gemeinsam mit dem derzeitigen Präsidenten des Bundesrates, Markus Stotter, Bürgermeister von Oberlienz und Obmann des Planungsverbands 36 „Lienzer Talboden“, Dietmar Ruggenthaler, Bürgermeister von Virgen und Obmann Regionsmanagement Osttirol sowie Obmann Planungsverband 34 „Iselregion“, und Matthias Scherer, Bürgermeister von Obertilliach und Obmann des Planungsverband 35 „Osttiroler Oberland“, die Eckpunkte des RWP Osttirol. 

„Mittel, die direkt den Osttirolerinnen und Osttirolern zugutekommen“

„Osttirol ist eine Region mit echten Zukunftschancen. Aber nur durch die richtigen Investitionen können diese Trümpfe auch ausgespielt werden. Trotz der budgetär herausfordernden Zeit wollen wir konkrete Projekte unterstützen und ermöglichen, die die Abwanderung verhindern und die positive Entwicklung des Bezirkes Lienz weiter fördern. Mit dem Regionalwirtschaftlichen Programm setzen wir einen wichtigen Impuls für die Wirtschaft, machen die Region weiterhin attraktiv für Investitionen und schaffen Arbeitsplätze. Wie wichtig das ist, zeigt die derzeitige Bevölkerungsentwicklung in Osttirol – um sich gezielt gegen Abwanderung zu stemmen, braucht es weiterhin erfolgreiche Betriebe, attraktive Gemeinden und eine gute Daseins-Vorsorge“, erklärt LH Mattle und führt weiter aus: „Vor Ort in Osttirol gibt es mit den Gemeinden, der regionalen Wirtschaft und dem Tourismus viele starke Partner. Wenn das Land Tirol in den kommenden Jahren im Bezirk Lienz 20 Millionen Euro investiert, dann werden damit Investitionen ausgelöst, die um ein Vielfaches höher sind.Das RWP Osttirol ist eine Investition in die Zukunft Osttirols und kommt direkt der Bevölkerung zu Gute.“ So fließen Mittel in geförderte Projekte zur Qualitätssicherung im Bereich Tourismus, zur Stärkung von Betrieben oder auch zum Ausbau nachhaltiger Energieträger. 

Ein Programm aus der Region für die Region 

Seit Herbst 2025 wurde unter Einbindung regionaler Akteure vor Ort mithilfe einer externen Begleitung durch ExpertInnen und in enger Abstimmung mit dem Land Tirol, der Bezirkshauptmannschaft Lienz und dem Regionsmanagement Osttirol (RMO) ein Programm für ganz Osttirol geschaffen. „Durch die Einbeziehung der Menschen und der Expertise vor Ort ist sichergestellt, dass das Programm auf die Chancen und Bedürfnisse in der Region maßgeschneidert ist“, so LH Mattle. 

Stärkung der Ortskerne, mehr Digitalisierung und Sicherung von Arbeitsplätzen

Konkrete Ziele des neuen RWP Osttirols sind: Daseinsvorsorge stärken, Ortskerne lebendig halten, Wirtschaft und Gesellschaft bei Transformationen unterstützen (unter anderem im Bereich Digitalisierung oder Mobilitätswende) oder Strategien schaffen, die Herausforderungen aufgrund des demographischen Wandels entgegenwirken. 

„Ganz Tirol wächst – nur in Osttirol nimmt die Bevölkerung ab. Der Bevölkerungsrückgang ist eine zentrale Herausforderung im Bezirk, Strategien um dies zu ändern, sind ein zentrales Anliegen dieses Programms. Wir müssen vor allem auf die Jugend setzen und Osttirol für junge Menschen noch attraktiver machen. Dafür braucht es zukunftsfitte Arbeitsplätze.“, erklärt der derzeitige Präsident des Bundesrates, Bürgermeister und Planungsverbandsobmann Markus Stotter: „Auch in anderen Bereichen müssen wir in Osttirol weiter konsequent arbeiten, um nicht den Anschluss zu verlieren – sei es im Bereich der Digitalisierung oder auch dem nachhaltigen Tourismus. Das RWP Osttirol ist hier eine maßgebende Unterstützung, um den gesamten Bezirk zukunftsfit zu gestalten.“

Vier Aktionsfelder – viele Möglichkeiten 

Das neue RWP Osttirol sieht konkret vier Aktionsfelder vor, in denen Projekte und Unternehmen unterstützt werden können: Attraktivierung des Tourismus und der Freizeitinfrastruktur, Steigerung der Innovation und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, Energie- und umweltbezogenen Maßnahmen, Sondermaßnahmen in der Daseinsvorsorge und Standortqualität sowie weitere regionale Einzelmaßnahmen. „So können mit dem Programm vielfältig Projekte gefördert werden – von nachhaltigen Tourismusangeboten, über Projekte zur Belebung der Dorfzenten und die Nutzung erneuerbarer Energiequellen bis zu zukunftsfähigen Infrastrukturprojekten. All diese Projekte werden unseren Bezirk weiter beleben“, so Bürgermeister und Obmann Matthias Scherer. Förderungen ansuchen können Unternehmen gleichermaßen wie Gemeinden, Tourismusverbände oder auch Vereine.

Förderungen können voraussichtlich ab 1. Juli beantragt werden

Noch im März wird das finale RWP nach derzeitigem Planungsstand von der Generalversammlung des RMO sowie von der Tiroler Landesregierung beschlossen. Nach vorliegendem Beschluss im Landtag kann das Programm starten – das wird voraussichtlich im Juli sein. Ab dann können Förderungen eingereicht werden. Die Förderungen können – abhängig vom Projekt – von 20 Prozent (betriebliche Projekte) bis zu maximal 50 Prozent der Gesamtkosten (etwa bei Ortskernbelebungen und Leerstandsaktivierungen) betragen. Das RMO bietet umfassende Beratungen für FörderwerberInnen vor Ort an.

Die Förderungen werden vom Land Tirol auf Basis der Empfehlung eines Fördergremiums vergeben. In diesem sind als ExpertInnen unter anderem VertreterInnen der Wirtschaftskammer, der Arbeiterkammer, der Landwirtschaftskammer, des AMS, des Tourismusverbands, des Nationalparks Hohe Tauern sowie des RMO vertreten. 

Natura 2000 Region Isel als Vorgeschmack für Erfolg des RWP Osttirol

Vorbild des RWP Osttirol ist das bereits seit 2016 laufende RWP für die Natura 2000 Region Isel. „Bereits das Erfolgsmodell in der Natura 2000 Region Isel hat gezeigt, welche Wirkung Regionalwirtschaftliche Programme entfalten können. Insgesamt wurden dort mit acht Millionen Euro Investitionen von über 100 Millionen Euro ausgelöst. Das sind 100 Millionen Euro, die den Unternehmen, Gemeinden und der Bevölkerung vor Ort zugutekommt“, erklärt Bürgermeister und RMO-Obmann Dietmar Ruggenthaler und verweist auf bisherige Erfolgsprojekte: „Beispielsweise der Iseltrail wären ohne dieses Programm schlichtweg nicht umsetzbar gewesen.“

Mit den Mitteln wurden beispielsweise regionale Betriebe unterstützt. So auch die Makkon GmbH in Matrei in Osttirol, ein Unternehmen für Sondermaschinenbau und Automatisierungslösungen. „Die erhaltenen Förderungen waren für uns eine wichtige Unterstützung bei der Erweiterung unseres Betriebsgebäudes mit der Montagehalle und Ermöglichung der internen Teilefertigung mit CNC-gesteuerten Werkzeugmaschinen“, erklärt der Geschäftsführer der Makkon GmbH, Markus Köll. „Als innovatives Unternehmen für maßgeschneiderte Sondermaschinen und Automatisierungslösungen entwickeln wir modernste computergesteuerte Anlagen für unterschiedlichste Industrie- und Produktionsbereiche. Mit diesen Investitionen und vor allem unseren hochmotivieren Mitarbeitern, deren Anzahl wir nach der Erweiterung auf 35 verdreifachen konnten, haben wir die Wertschöpfung am Standort exponentiell erhöhen können und haben damit auch die Basis für die weitere Entwicklung unseres Unternehmens geschaffen“, so Köll.

Mit dem RWP für die Natura 2000 Region Isel wurden zudem beispielsweise neue Produkte und Dienstleistungen, nachhaltige Wohneinheiten im Tourismus oder Qualitätsverbesserungen in der Gastronomie möglich. „Die vielen konkreten Projekte der vergangenen Jahre zeigen den enormen Mehrwert des Sonderförderprogramms. Jedes einzelne Vorhaben hat einen Beitrag dazu geleistet, die Natura 2000 Region Isel sowohl für die Bürgerinnen und Bürger als auch den Tourismus und die Wirtschaft zu attraktiveren. Die positive Bilanz ist ein Vorgeschmack darauf, welche Vorteile der gesamte Bezirk durch die Ausweitung des Programms in den kommenden Jahren erwarten kann“, so LH Mattle.