- Sicherheitsbrunch: Jährlicher Empfang des Landes mit VertreterInnen aller Tiroler Einsatz- und Blaulichtorganisationen
- Jahr des Ehrenamtes: 50.000 ehrenamtliche Mitglieder als tragende Säule der Einsatzorganisationen
- Land Tirol wendet für Einsatzorganisationen jährlich rund 88 Millionen Euro auf
- Vortrag „Strategische Abhängigkeiten Europas müssen aufgebrochen werden“ zeigte Herausforderungen auf
- Wasserkraft in Tirol als wichtiger Schlüssel zur Energieunabhängigkeit
Neben Professionisten und Spezialisten, sind es auch 50.000 ehrenamtliche Mitglieder in den Tiroler Einsatzorganisationen, die in Tirol für Sicherheit in allen Bereichen sorgen. 2026 ist das Jahr des Ehrenamts, damit rückt das ehrenamtliche Engagement noch stärker in den Fokus. Deshalb stand der jährliche Sicherheitsempfang des Landes ganz besonders im Zeichen des ehrenamtlichen Engagements: LH Anton Mattle und Sicherheitslandesrätin Astrid Mair luden heute, Montag, VertreterInnen der Tiroler Einsatz- und Blaulichtorganisationen zum Sicherheitsbrunch ins Landhaus in Innsbruck. Dabei bedankten sie sich bei VertreterInnen von Bergrettung, Bergwacht, Bundesheer, Feuerwehr, Grubenwehr, Höhlenrettung, Johanniter, Malteser, Rettungshundebrigade, Polizei, Rotes Kreuz, Samariterbund und Wasserrettung für ihren Einsatz: „Ob der Brand in einem Recyclinghof in Nußdorf-Debant oder auf der Nordkette bei Innsbruck, die Suche nach Verunglückten nach Lawinenabgängen oder auch der Murenabgang in Gschnitz – auch im Jahr 2025 haben die Tiroler Einsatzorganisationen wieder Enormes geleistet. Dafür möchten wir stellvertretend Danke sagen. Tirol ist ein sicheres Land – und das aufgrund der hervorragenden Arbeit aller Einsatzorganisationen“, betonen LH Mattle und Sicherheitslandesrätin Mair. Das Land Tirol sichert die Arbeitsgrundlage der Einsatzorganisationen jährlich mit rund 88 Millionen Euro. Damit können etwa neue Fahrzeuge oder Ausrüstung gekauft, sowie Schulungen und Ausbildungen durchgeführt werden.
Teil des heurigen Sicherheitsbrunches war zudem ein Fachvortrag von Daniel Hikes-Wurm von der Generaldirektion Verteidigungspolitik im Bundeministerium für Landesverteidigung (BMLV). Er gab einen Einblick in die strategischen Abhängigkeiten Österreichs bzw. der EU.
Tirol kämpft gegen Abhängigkeiten an
Ob Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine oder Spannungen in der transatlantischen Partnerschaft unter der US-Präsidentschaft Donald Trumps: Europa durchlebt turbulente Zeiten. Daniel Hikes-Wurm stellte in seinem Vortrag die Problematiken strategischer Abhängigkeiten der EU in verschiedenen Bereichen – von der Energie über die digitale Infrastruktur bis hin zu Waffenimporten – sowie nationale und europäische Bemühungen zur Stärkung von Resilienz und Unabhängigkeit dar.
„Europa steht vor großen Herausforderungen. In zentralen Bereichen, wie bei der Energieversorgung, der digitalen Infrastruktur oder der Versorgung mit kritischen Rohstoffen, ist Europa stark von Drittstaaten abhängig. In einer Zeit, in der sich die Bedrohungslandschaft ständig ändert und die von geopolitischen Verwerfungen geprägt ist, ist effektive Zusammenarbeit auf nationaler sowie europäischer Ebene umso bedeutsamer. Es bedarf gemeinsamer Anstrengungen und massiver Investitionen, um die europäische strategische Autonomie und Souveränität zu stärken“, so Hikes-Wurm.
Insbesondere im Aufbrechen der Abhängigkeit von Energie – etwa Öl oder Strom – sei Tirol Vorreiter, betont LH Mattle: „Angesichts globaler Krisen und Konflikte müssen wir mehr denn je auf unsere eigenen Stärken setzen. Tirol hat großes Potenzial, sich selbst mit sauberer und leistbarer Energie zu versorgen. Bis 2050 möchten wir energieautonom werden – also den Energiebedarf aus heimischen, erneuerbaren Energieträgern decken.Damit macht sich Tirol unabhängig von internationalen Konflikten. Ich will, dass Tirol ein Land bleibt, das selbst bestimmt und keines, über das von außen entschieden wird.“
Schwarzstartfähige Kraftwerke als Zünder nach Blackouts
Der Wiederaufbau des Stromnetzes nach dem Blackout auf der iberischen Halbinsel im Frühjahr 2025 wurde beispielsweise maßgeblich durch Wasserkraftwerke ermöglicht. Denn, diese Anlagen sind schwarzstartfähig. Das bedeutet, sie können ohne externe Energiezufuhr in Betrieb genommen werden. Dadurch sind sie in der Lage, nach einem großflächigen Stromausfall die ersten Netzbereiche Schritt für Schritt wieder hochzufahren und dadurch den Wiederaufbau des Stromnetzes ins Rollen zu bringen. Auch in Tirol stehen solche schwarzstartfähigen Wasserkraftwerke zur Verfügung. Sie können im Ernstfall einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, das Stromsystem nach einem Ausfall rasch zu stabilisieren und die Versorgung wiederherzustellen.
Neben der Schwarzstartfähigkeit von Wasserkraftwerken kann insbesondere mit Pumpspeicherkraftwerken zudem Energie gespeichert werden. „Wir sind sozusagen das Notstromaggregat Europas. Wasserkraft ist aber auch ein wichtiger Faktor für die Versorgungssicherheit und die Netzstabilität“, so LH Mattle. Konkret werden bei Pumpspeicherkraftwerken Zeiten genutzt, an denen ein Stromüberfluss besteht – beispielsweise an sonnigen Tagen. Mit der überschüssigen Energie wird Wasser den Berg hinaufgepumpt. Wird mehr Strom benötigt, kann das Kraftwerk wiederum die Energie zur Verfügung stellen. Solche Pumpspeicherkraftwerke gibt es beispielsweise im hinteren Zillertal mit den Pumpspeicherkraftwerken des Verbundes oder im Kühtai mit dem Pumpspeicherkraftwerk der TIWAG, das derzeit mit einem weiteren Speicher erweitert wird.
Tirols Ehrenamtsstruktur auch in Europa keine Selbstverständlichkeit
Das Land Tirol nützte den Sicherheitsbrunch auch, um sich bei den vielen Ehrenamtlichen zu bedanken. Von der Bergrettung über die Feuerwehr bis hin zur Wasserrettung – viele der Tiroler Einsatzorganisationen setzen neben hauptberuflichen MitarbeiterInnen zentral auf das Ehrenamt. „Sie sind tagtäglich in ihrer Freizeit im Einsatz, um Menschen in Not zu helfen während sie sich selbst in gefährliche Situationen begeben. Das verdient unseren besonderen Dank. Mit dem Jahr des Ehrenamts möchten wir diese Leistungen zusätzlich würdigen und weitere Erleichterungen für freiwilliges Engagement schaffen“, verweist LH Mattle auf geplante Initiativen des Landes (siehe dazu Presseaussendung des Landes vom 13. Jänner 2025). Sicherheitslandesrätin Mair ergänzt: „Unser Sicherheitsapparat würde ohne die Leistung der tausenden Ehrenamtlichen nicht funktionieren – allein schon die finanziellen Kosten wären nicht stemmbar. Nur dank dem freiwilligen Engagement können wir garantieren, dass Hilfe kommt, wenn sie gebraucht wird – egal wann, egal wo. Das ist keine Selbstverständlichkeit und vielen anderen Ländern – selbst in Europa – nicht der Fall.“
LH Mattle und LRin Mair rufen Interessierte auf, einer Einsatzorganisation beizutreten und sich freiwillig zu engagieren: „Ob Bergsportbegeisterte, Hundefreundinnen und -freunde oder auch Schwimm-Enthusiastinnen und -Enthusiasten – die Tiroler Einsatzorganisationen bieten für Freiwillige und ihre Interessen den richtigen Platz.“



