- Tägliche Lkw-Kontrollen in Musau oder Nassereith
- Rund 1.400 Lkw pro Tag am Fernpass
In ganz Tirol werden Lkw täglich auf Herz und Nieren überprüft. So auch am Fernpass. An der voll ausgebauten Lkw-Kontrollstelle in Musau (Bezirk Reutte) und am Kontrollplatz in Nassereith (Bezirk Imst) sind täglich BeamtInnen der Tiroler Polizei im Einsatz. Zudem wird im Rahmen des Streifendienstes kontrolliert. „Auch 2025 wurde der Lkw-Verkehr am Fernpass wieder genau überwacht. Die Strecke ist insbesondere für den Schwerverkehr eine Herausforderung, weshalb es einerseits das 7,5-Tonnen-Fahrverbot und andererseits engmaschige Kontrollen für all jene Lkw, die unter der gesetzlichen Ausnahmereglung unterwegs sind, gibt“, so Verkehrslandesrat René Zumtobel. Bereits seit 2019 besteht eine eigene Schwerverkehrskontrollgruppe der beiden Bezirkspolizeikommandos Imst und Reutte, die 2025 rund 3.660 Einsatzstunden geleistet hat und auch vom mobilen Prüfzug des Landes bei technischen Unterwegskontrollen regelmäßig unterstützt wird. Neben der Kontrolle von Lenkberechtigung, Ladungssicherung und des technischen Zustands der Fahrzeuge steht am Fernpass insbesondere die Einhaltung des 7,5-Tonnen-Fahrverbots im Fokus. Die Bilanz 2025: Im Durchschnitt wurde rund neun Stunden pro Tag an unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten kontrolliert und 889 Lkw wegen Verstößen gegen das Fahrverbot angezeigt. Zudem wurden bei den Schwerverkehrskontrollen 2025 mehr als 650 Überladungen festgestellt und mehr als 3.300 Mal die Sozialvorschriften – das betrifft insbesondere die Einhaltung von Lenk- und Ruhezeiten – nicht eingehalten.
„Die Lkw-Kontrollen bilden eine wesentliche Säule des vielfältigen Maßnahmenpakets des Landes am Fernpass. Dazu gehören auch Fahrverbote für den Ausweichverkehr im Sommer und Winter, Dosierampeln sowie der laufende Austausch mit den deutschen Nachbarregionen, um die Situation entlang der alpinen Straße grenzüberschreitend für alle Anrainerinnen und Anrainer zu verbessern“, sagt LR Zumtobel. Dass Dosierungen sowie Fahrverbote für Lkw und den Ausweichverkehr notwendige Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen für die Bevölkerung sind – darauf macht in Kürze auch eine Plakataktion des Landes Tirol auf der B 179 Fernpassstraße aufmerksam.
7,5-Tonnen-Fahrverbot bleibt bestehen
Mehrere Rechtsgutachten haben bereits bestätigt, dass das bestehende Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen auch nach Fertigstellung des Fernpasstunnels bestehen bleibt. Ausnahmen vom Fahrverbot gibt es für den Ziel- und Quellverkehr. „Die Polizei kann bei ihren Kontrollen nicht nur über die Begleitpapiere, sondern auch die digital erfassten Fahrzeugdaten genauestens auswerten und sicherstellen, ob die kontrollierten Lkw auch tatsächlich unter die in der Verordnung definierten Ausnahmebestimmungen fallen“, so LR Zumtobel.
Mehr als drei Viertel des gesamten Güterverkehrs über den Fernpass hat seinen Start- oder Zielpunkt in den Bezirken Reutte, Imst, Landeck sowie Innsbruck-Land oder Innsbruck-Stadt. Eine noch strengere Auslegung des Fahrverbots würde heimische Unternehmen und damit auch die Versorgung der Bevölkerung im Gebiet erheblich betreffen, sind sich ExpertInnen einig.
Factbox Lkw-Kontrollen am Fernpass 2025
- Mehr als 3.660 Einsatzstunden an den Kontrollplätzen in Musau, Nassereith sowie im Rahmen des Streifendienstes durch die Polizei
- 889 Verstöße gegen das 7,5-Tonnen-Fahrverbot
- Mehr als 964.000 Euro an Sicherheitsleistungen wurden eingehoben.
- Rund 61.000 Euro wurden für Organstrafverfügungen fällig.
- Überladung: 653 Delikte
- Nicht eingehaltene Sozialvorschriften: 3.327 Delikte
- Ladungssicherung: 15 Delikte
- Technische Mängel: 953 Delikte
- 397 Mal wurde die Weiterfahrt mit dem Lkw untersagt.



