Mehr Sicherheit im Krisenfall: Zweckzuschuss für Tiroler Bergrettung

Bergrettung Tirol konnte mit Zweckzuschuss neue Fahrzeuge und Spezialausrüstung anschaffen

  • Zweckzuschuss: Jährlich 2,3 Millionen Euro für Tirols Rettungsorganisationen
  • Jahr des Ehrenamts rückt auch Leistungen der Ehrenamtlichen im Sicherheitsbereich in den Fokus

Ob Sturm, extreme Schneefälle oder Murenabgänge: Krisen- und Katastropheneinsätze stellen Tirols Rettungsorganisationen immer wieder vor große Herausforderungen. Solche Einsätze dauern oft viele Stunden oder sogar Tage, erfordern zahlreiche Einsatzkräfte und benötigen teure Spezialausrüstung. Um die HelferInnen bestmöglich zu unterstützen, gibt es einen eigenen Zweckzuschuss für Rettungsorganisationen. Mit diesem können Spezialgerätschaften für den Ernstfall angekauft werden. Die Tiroler Bergrettung nutzt die Mittel beispielsweise, um notwendige Einsatzfahrzeuge wie ein Skidoo sowie Spezialausrüstung – etwa spezielle Zelte – anzuschaffen. Sicherheitslandesrätin Astrid Mair machte sich kürzlich gemeinsam mit dem Landesleiter der Bergrettung Tirol, Ekkehard Wimmer, ein Bild der neuen Ausrüstung. 

„Durch den Klimawandel werden wir künftig häufiger mit Extremwetterereignissen und damit Kriseneinsätzen konfrontiert werden. Für herausfordernde Einsätze braucht es die bestmögliche und vor allem spezielle Ausrüstung. Mit dem Zweckzuschuss setzen wir genau hier an“, so Sicherheitslandesrätin Mair, die zudem ergänzt: „Die Ausrüstung ist jedoch nur ein Baustein für mehr Sicherheit. Im Mittelpunkt stehen immer die Menschen – die über 4.600 ehrenamtlichen Bergretterinnen und -retter in Tirol. Ihr Engagement und ihre Professionalität sind der Grund, warum Tirol in Sachen alpiner Sicherheit ein absolutes Vorzeigeland ist.“ Dieses ehrenamtliche Engagement steht auch im Fokus des „Jahr des Ehrenamts“, das die Tiroler Landesregierung kürzlich ausgerufen hat. „Das Tiroler Sicherheitsnetz würde ohne diese vielen helfenden Händen nicht in der Form funktionieren – auch angesichts vermehrter Einsätze“, sensibilisiert die LRin Mair.

Einsätze der Bergrettung steigen

In den vergangenen Jahren musste die Bergrettung in Tirol immer häufiger ausrücken. Im Jahr 2025 wurden erstmals über 4.000 Einsätze verzeichnet. „Immer mehr Bergsportlerinnen und -sportler sind im Gelände unterwegs – gerade deshalb ist Ausbildung, Tourenplanung und Ausrüstung besonders wichtig. Die Erfahrungen zeigen, dass Extremwetterereignisse und Katastrophen nicht weniger werden. Darauf müssen wir uns einstellen, um bei Unglücken wie Muren oder Lawinen bestmöglich helfen zu können“, erklärt Landesleiter Wimmer. 

Die neue Spezialausrüstung verbessert die PatientInnen-Bergung und Versorgung weiter. „Wir haben beispielsweise neue Zelte, die schnell im Gelände aufgestellt werden können, um bei der Versorgung vor dem Wetter geschützt zu sein. Die neuen Einsatzfahrzeuge helfen uns, im umwegigen Gelände noch rascher zu Verunglückten zu gelangen. Zusammengefasst: Jede Ausrüstung verbessert die PatientInnen-Versorgung nachhaltig und kann im Ernstfall Leben retten“, so Wimmer. 

Über den Zweckzuschuss

Der Zweckzuschuss für Krisen- und Katastropheneinsätze wurde 2024 vom Bund eingeführt. Für die Tiroler Zivilschutz- und Rettungsorganisationen stehen daraus jährlich rund 2,3 Millionen Euro zur Verfügung. Diese werden vom Land verteilt. Die Mittel werden zusätzlich zu den jährlichen Förderungen des Landes vergeben. 


Factbox: Überblick der angeschafften Spezialausrüstung mit Mitteln des Zweckzuschusses

  • Einsatzfahrzeug mit Umbau für Liegendtransport
  • Quad inkl. Umbau für die Bergrettung
  • Skidoo inkl. Spurwalze
  • Digitalfunkgeräte für Sondereinheiten (ÄrztInnen und HundeführerInnen)
  • Canyoningtragen inkl. Zubehör
  • Pager für die Alarmierung von EinsatzleiterInnen in den Ortsstellen
  • Funkgeräte für die Kommunikation der EinsatzleiterInnen in den Ortsstellen
  • Katastrophen-Faltzelte
  • Defi-Monitoreinheiten