Mit dem geplanten Erweiterungsbau setzt das Bezirkskrankenhaus Kufstein einen entscheidenden Schritt für die Zukunft der medizinischen Versorgung im Tiroler Unterland. Das Projekt schafft zusätzliche Kapazitäten, stärkt die wohnortnahe Betreuung und setzt zentrale Vorgaben des Regionalen Strukturplans Gesundheit um. Der Gemeindeverband und das Land Tirol reagieren auf die demographische Entwicklung mit einem klaren Bekenntnis zum Ausbau und investieren daher gezielt in die Weiterentwicklung des BKH Kufstein.
Landeshauptmann Anton Mattle sieht darin ein klares Bekenntnis zur regionalen Gesundheitsversorgung: „Die Investitionen in das Bezirkskrankenhaus Kufstein sind ein starkes Signal für das Tiroler Unterland und für ganz Tirol: Während manche in Österreich über Krankenhausschließungen von Wien aus diskutieren, setzen wir in Tirol bewusst auf den Erhalt und die Stärkung der Bezirkskrankenhäuser als tragende Säulen der regionalen Gesundheitsversorgung. Durch gut durchdachte, effiziente und gezielte Investitionen in die bestehenden Standorte wie etwa am BKH Kufstein wird eine wohnortnahe, hochwertige medizinische Versorgung langfristig abgesichert und weiter ausgebaut. Mein Dank gilt den Verantwortlichen vor Ort, die gemeinsam mit dem Land Tirol dieses Projekt möglich machen.“
Der Ausbau ist das Ergebnis intensiver fachlicher, struktureller und finanzieller Vorbereitung. Er fußt auf der kontinuierlichen Weiterentwicklung und soliden Arbeit des BKH Kufstein in den vergangenen Jahren sowie auf der starken finanziellen Unterstützung der Gemeinden. Durch ihre Verbandsumlagen wurden über viele Jahre hinweg jene Rücklagen aufgebaut, die nun die verlässliche Grundlage für dieses wichtige Zukunftsprojekt der regionalen Gesundheitsversorgung bilden. Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele betont die Bedeutung des Vorhabens: „Mit diesem Ausbau investieren wir bewusst in moderne Strukturen, Versorgungssicherheit und die Menschen in der Region. Der Erweiterungsbau ist ein zentraler Schritt, um den Regionalen Strukturplan Gesundheit umzusetzen und wesentliche Versorgungsbereiche wie die Intensivmedizin und psychiatrische Versorgung vor Ort auszubauen. Damit schaffen wir die Grundlage für eine zukunftsfitte, wohnortnahe Versorgung und stärken das BKH Kufstein als regionaler Gesundheitsversorger nachhaltig..“ Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf rund 174 Millionen Euro, umgesetzt in mehreren Bauphasen bis voraussichtlich Ende 2032. Mit dem Erweiterungsbau werden die im Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG 2030) vorgesehenen 437 Plan-Betten inklusive ambulanter Betreuungsplätze umgesetzt und die Kapazitäten um rund 15 % erhöht, um dem steigenden Bedarf durch die demographische Entwicklung gerecht zu werden. Dies betrifft vor allem die Fächer Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie, Orthopädie und Traumatologie sowie Akutgeriatrie/Remobilisation (AGR) und den Palliativbereich.
Des Weiteren werden im Bestand Neuverortungen und Umbauarbeiten umgesetzt, um – ganz im Sinne der Gesundheitsreform „digital vor ambulant vor stationär“ – digitale Möglichkeiten auszubauen, Abläufe zu optimieren und die ambulante Versorgung zu stärken. Geplant sind neue Ambulanzbereiche für Innere Medizin, Neurologie, Gynäkologie, Anästhesie und Psychiatrie. Die Intensivstation wird zusammengeführt und auf 17 Betten erweitert. Hinzu kommen ein neuer Entbindungsbereich, Räume für ambulante Operationen sowie eine vergrößerte zentrale Erstversorgung. Auch zusätzliche Logistik- und Lagerflächen werden geschaffen. Damit wird das BKH Kufstein organisatorisch, funktional und medizinisch an zukünftige Anforderungen angepasst.
Der Erweiterungsbau wird zudem von einem breiten kommunalen Fundament getragen. Als Einrichtung des Gemeindeverbandes steht das BKH Kufstein für die gemeinsame Verantwortung der Bezirksgemeinden. Verbandsobmann Ing. Rudi Puecher unterstreicht: „Unsere Gemeinden stehen geschlossen hinter diesem Projekt. Sie schaffen damit die Basis für eine verlässliche, wohnortnahe Gesundheitsversorgung und bekennen sich klar zum Standort.“
Für das Krankenhaus bedeutet der Ausbau weit mehr als zusätzliche Fläche. Er schafft moderne Rahmenbedingungen, optimiert Abläufe und stärkt die Leistungsfähigkeit des Hauses. Der Ärztliche Direktor Prim. Dr. Peter Ostertag erklärt: „Mit dem Erweiterungsbau gewinnen wir nicht nur Raum, sondern vor allem bessere medizinische und organisatorische Möglichkeiten. Das Projekt verbessert die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten nachhaltig und baut auf der positiven Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte auf.“ Mit dem Vorhaben wird ein zentrales Zukunftsprojekt für das Tiroler Unterland umgesetzt. Es stärkt die regionale Gesundheitsversorgung langfristig, verbessert die Bedingungen für Patientinnen, Patienten und Mitarbeitende und sichert die Weiterentwicklung des Bezirkskrankenhauses Kufstein als den zentralen und leistungsstarken Gesundheitsstandort im Tiroler Unterland.

