- Breites Bildungsangebot: Rund 300 Bildungseinrichtungen bieten Kurse, Seminare, Lehrgänge und Vorträge
- Kostenloses Angebot „Level Up“ fördert grundlegende Bildungsabschlüsse für Erwachsene
Lehrgänge zur beruflichen Qualifizierung, Nachholen von Bildungsabschlüssen oder Workshops zu Demokratie und Medienkompetenz: Im Tiroler Bildungskatalog sind rund 300 Bildungseinrichtungen registriert, die Angebote im Bereich „Lebenslanges Lernen“ in ganz Tirol umsetzen. Um Angebote sowie Bildungseinrichtungen noch besser zu vernetzen, wurde eine neue Strategie für die Erwachsenenbildung in Tirol erarbeitet. Im Auftrag von Bildungslandesrätin Cornelia Hagele entwickelte der Verein Erwachsenenbildung Tirol gemeinsam mit VertreterInnen der allgemeinen und beruflichen Erwachsenenbildung sowie VertreterInnen aus dem Bibliothekenbereich einen strategischen Rahmen für die kommenden Jahre. Diese setzt unter anderem auf ein zentrales wie regionales und leistbares Bildungsangebot, verstärkte Kooperationen und Demokratiebildung sowie innovative Lernformate wie Blended-Learning-Formate aus Präsenz und Online bzw. hybride Kursangebote.
„Erwachsenenbildung ist eine tragende Säule unserer Bildungslandschaft. Sie ermöglicht Erwachsenen in allen Lebensphasen neue Perspektiven – beruflich und persönlich. Mit der neuen Strategie schaffen wir eine klare Grundlage, um Bildung für alle noch besser zugänglich zu machen“, erklärt LRin Hagele und hebt vor allem die Relevanz der regionalen Bildungsangebote hervor: „Indem wir lokale Akteurinnen und Akteure und Bedarfe vor Ort stärker vernetzen, wollen wir ein flächendeckendes und gut abgestimmtes Bildungsangebot in ganz Tirol schaffen.“
Bildung für alle – in ganz Tirol
Die Erwachsenenbildung umfasst sämtliche Formen des formalen (in Bildungseinrichtungen wie Schule, Lehrbetrieb, Hochschule), non-formalen (z. B. Angebote der Erwachsenenbildung, betriebliche Weiterbildungsmaßnahmen) und informellen Lernens (etwa im Alltag, am Arbeitsplatz oder in der Freizeit) von Erwachsenen nach Abschluss der ersten Bildungsphase, sprich nach Eintritt in das Berufsleben bzw. im Übergang vom jugendlichen zum jungen Erwachsenenalter. Vor allem im ländlichen Raum sollen durch Kooperationen mit verschiedenen Bildungseinrichtungen – von der Universität bis hin zu Erwachsenenschulen – Bildungsveranstaltungen wie Workshops, Kurse, Seminare, Vorträge leichter zugänglich gemacht werden.
„Eine wichtige Aufgabe der Erwachsenenbildung ist es, lebensbegleitendes Lernen für alle Menschen und so auch bessere Teilhabechancen zu ermöglichen. Um das umzusetzen, lebt die Erwachsenenbildung von zentralen Orten der Begegnung und des Lernens wie Bildungshäusern und Bibliotheken und gerade in Einrichtungen im ländlichen Raum auch vom großen Engagement vieler ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die neue Strategie zeigt, wie wir gemeinsam qualitativ hochwertige Bildung noch zugänglicher machen und aktiv eine demokratische, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Gesellschaft gestalten können – dazu möchten wir ermutigen“, erklärt Magdalena Modler-El Abdaoui, Vorsitzende des Vereins Erwachsenenbildung Tirol.
Kompetenzen ausbauen – Berufschancen stärken
Auch Basisbildung, Bildungsabschlüsse und Qualifizierung stehen im Fokus. Programme wie „Level-Up Erwachsenenbildung“ unterstützen Erwachsene, die bisher einen eingeschränkten Zugang zu Bildung hatten, beim Erwerb grundlegender Kompetenzen in Mathematik, Deutsch und Fremdsprachen oder beim Nachholen des Pflichtschulabschlusses. „Mit dem Ausbau grundlegender Kompetenzen sowie einem positiven Pflichtschulabschluss wird die Basis für eine weiterführende Bildung oder den Einstieg in das Berufsleben gelegt und die Chancen am Arbeitsmarkt werden gestärkt“, betont LRin Hagele. Die Angebote zur laufenden Weiterbildung sind kostenlos und niederschwellig zugänglich.
Darüber hinaus sollen Bildungsangebote verstärkt auf Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit, MINT-Kompetenzen oder Public Health eingehen. Parallel dazu wird der digitale Wandel aktiv aufgegriffen: Niederschwellige Schulungen für unterschiedliche Zielgruppen – von Familien bis zu SeniorInnen – sollen digitale Kompetenzen stärken. Dabei wird etwa eine enge Zusammenarbeit zwischen lokalen Bildungseinrichtungen und den sogenannten „Computerias“ wird angestrebt.
Sichtbarkeit und Innovation fördern
Die Bedeutung der Erwachsenenbildung wird in Tirol auch durch Auszeichnungen sichtbar gemacht. So würdigt das Land Tirol mit dem „Würdigungspreis für Erwachsenenbildung“ herausragende Leistungen im Bildungsbereich und Büchereiwesen. Zuletzt wurde die Erwachsenenpädagogin und ehemalige Leiterin des Bildungshauses Osttirol, Gabriele Lehner, für ihr Engagement in der Bildung von Erwachsenen im Bezirk Lienz ausgezeichnet (siehe Pressemitteilung, vom 18. September 2024).
Darüber hinaus fördert der „Bildungsinnovationspreis“ des Landes innovative Projekte in der Erwachsenenbildung und im Büchereiwesen, die neue Zugänge zu Bildung schaffen und gesellschaftliche Teilhabe stärken. Diesen erhielten im Jahr 2025 das Bildungshaus St. Michael in Matrei am Brenner sowie die Mediathek Hopfgarten im Brixental in Zusammenarbeit mit der Diakoniewerk Soziale Dienstleistung GmbH (siehe Pressemitteilung, vom 17. September 2025).
Die Preise werden alle zwei Jahre auf Vorschlag des Kulturbeirats für Erwachsenenbildung und Büchereiwesen seitens des Landes Tirol verliehen.
