Orange Wetterwarnung für Tirol

Mittwochnachmittag bis Freitagmittag: Schneewarnung für Nordtirol und Sturmwarnung für Osttirol

Update, 25. März 2026, 17 Uhr: 

Der Lawinenwarndienst des Landes Tirol gibt für morgen, Donnerstag, für die Regionen Tuxer Alpen, Zillertaler Alpen sowie Hohe Tauern die Lawinengefahrenstufe 4 – große Lawinengefahr – aus. In diesen Regionen ist oberhalb der Waldgrenze mit zahlreichen spontanen Lawinen zu rechnen. Seitens des Lawinenwarndienstes wird geraten, in diesen Regionen steile Hänge abseits gesicherter Pisten zu meiden. Zudem sollten Auslaufbereiche spontaner Lawinen gemieden werden. In allen weiteren Teilen Tirols herrscht oberhalb der Waldgrenze Lawinengefahrenstufe 3 – erhebliche Gefahr. Auch in diesen Regionen sollten Touren und Variantenabfahrten sorgfältig geplant werden und abseits gesicherter Pisten sollte Zurückhaltung geübt werden.

Alle Informationen zur aktuellen Lawinensituation in Tirol, Südtirol und dem Trentino finden sich im täglichen Lawinenreport unter www.lawinen.report. Dieser wird jeweils um 17 Uhr für den darauffolgenden Tag online zur Verfügung gestellt.


Originalmeldung, 25. März 2026, 15 Uhr: 

  • Wald/Parks/Alleen: Auf herabfallende Äste und umstürzende Bäume achten
  • Gebirge: steigende Lawinengefahr beachten
  • Straßen: Winterreifenpflicht beachten und Fahrweise anpassen

Der Winter kehrt zurück: Aufgrund einer Kaltfront sind laut GeoSphere Austria auf Basis aktueller Wetterprognosen im Zeitraum von heute, Mittwochnachmittag, bis Freitagmittag, in Nordtirol Neuschneemengen auf den Bergen zwischen 50 und 75 Zentimeter prognostiziert. Die Schneefallgrenze wird bis in tiefe Lage sinken – auch in Tallagen sind bis zu 40 Zentimeter Neuschnee möglich. Besonders betroffen sind die Regionen nördlich des Inntals. Zudem kommt vor allem in Osttirol stürmischer Wind aus nördlicher Richtung auf: Morgen, Donnerstag, und am Freitag können in Osttirol Windspitzen von bis zu 100 km/h auftreten. Auf den Bergen sind Orkanböen mit mehr als 120 km/h Windgeschwindigkeit möglich.

Die GeoSphere Austria gibt daher bis Freitag eine „orange“ Schneewarnung für die Regionen nördlich des Inntals (Warnstufe 3 von 4) bzw. eine „gelbe“ Schneewarnung für das restliche Nordtirol (Warnstufe 2 von 4) sowie ab morgen, Donnerstag, bis Freitag eine orange Sturmwarnung für Osttirol (Warnstufe 3 von 4) aus. 

Die Kombination aus Neuschnee, starkem bis stürmischem Wind und schwachem Schneedeckenaufbau führt zudem zu einem Anstieg der Lawinengefahr. Die Schneefälle können zudem zu winterlichen Fahrverhältnissen auf Straßen führen. 

Warnung ernst nehmen und Winterreifenpflicht beachten

„Schneefälle und Wind sind in Tirol keine Seltenheit. Dennoch gilt es die aktuelle Warnung ernst zu nehmen und Vorsicht walten zu lassen. Besonders wer im Gebirge, im Wald oder auf den Straßen unterwegs ist, sollte die Sturmböen, den Schnee und die aktuelle Lawinengefahr berücksichtigen“, appelliert Sicherheitslandesrätin Astrid Mair.

Verkehrslandesrat Renè Zumtobel mahnt zudem zur Vorsicht im Straßenverkehr und erinnert an die geltende situative Winterreifenpflicht: „Bei Schnee und Sturm steigt die Gefahr auf den Straßen. Die Straßenbetreiber und die Polizei sind auf die zu erwartenden Schneemengen in den kommenden Tagen vorbereitet und werden durch entsprechende Schneeräumung sowie verstärkte Kontrollen für die Sicherheit auf den Straßen in Tirol sorgen. Wichtig ist dennoch, die Fahrweise den winterlichen Straßenverhältnissen anzupassen und Winterausrüstung mitzuführen.“

Schnee und Sturm – Handlungsempfehlungen beachten 

Der starke Wind in Osttirol kann insbesondere in Nähe von Bäumen – unter anderem in Wäldern, Parks oder Alleen – zu Gefahren führen, so Elmar Rizzoli, Leiter des Tiroler Zentrums für Krisen- und Katastrophenmanagement: „Durch Windböen können Äste abbrechen oder sogar ganze Bäume umstürzen. Meiden Sie daher bei starkem Sturm die Nähe zu Bäumen, etwa in Wäldern, Parks und Alleen. Allenfalls kann es auch zu Unterbrechungen im Stromnetz kommen. Vor allem im Gebirge kann es zudem zu starken Orkanböen kommen. Hier gilt besondere Vorsicht.“ Auch in Nordtirol kann es aufgrund des Schnees zu herabfallenden Ästen und umstürzenden Bäumen kommen. Auch hier gilt Vorsicht. 

Neuschnee + Wind + schwache Schneedecke = steigende Lawinengefahr

Nachdem die vergangenen Tage von einer geringen bis mäßigen Lawinengefahr geprägt waren, steigt die Lawinengefahr ab morgen sprunghaft an. „Grund dafür ist die aktuelle Kombination aus viel Schnee, Wind und dem schwachen Schneedeckenaufbau“, erklärt Christoph Mitterer vom Lawinenwarndienst des Landes Tirol: Die ExpertInnen des Lawinenwarndienstes werten aktuell Beobachtungen und Daten aus ganz Tirol aus und tauschen sich mit den Lawinenwarndiensten der Nachbarländer aus, um für die jeweiligen Regionen konkrete Lawinenberichte zu erstellen. „Unabhängig von der Gefahrenstufe kann jedoch gesagt werden: Wir empfehlen Zurückhaltung abseits der gesicherten Pisten. Touren sollen sorgfältig geplant und die jeweilige Lawinengefahrenprognose unbedingt beachtet werden. Vor allem am Samstag, wenn womöglich das Wetter besser wird und zum Fahren abseits der gesicherten Pisten einlädt.“

Alle Informationen zur aktuellen Lawinensituation in Tirol, Südtirol und dem Trentino finden sich im täglichen Lawinenreport unter www.lawinen.report. Dieser wird jeweils um 17 Uhr für den darauffolgenden Tag online zur Verfügung gestellt.

Winterdienst im Einsatz – Umstellen von Dienstplänen und laufende Info

Noch bis 15. April gilt in Österreich bei winterlichen Fahrverhältnissen Winterreifenpflicht für Pkw und Lkw bis 3,5 Tonnen. Ohne entsprechender Ausrüstung steigt bei winterlichen Fahrverhältnissen die Unfallgefahr stark an. Kommt es zu Schneefällen und damit winterlichen Fahrbahnen, ist auch im Frühling der Winterdienst der Tiroler Straßenmeistereien im Einsatz. „Die 14 Tiroler Straßenmeistereien werden laufend über Wetterentwicklungen informiert. Sind Schneefälle in Sicht, bereiten sie sich entsprechend vor und stellen Dienstpläne um. Gemeinsam mit extern beauftragten Frächtern verfügen wir in Tirol über weit mehr als 150 Winterdienstfahrzeuge. In den 83 über das Land verteilten Silos und Lagerhallen ist zudem genug Streusalz gelagert“, erklärt Straßenreferent LHStv Josef Geisler und appelliert zudem an Verkehrsteilnehmende: „Überholen Sie bitte keine Räumfahrzeuge. Das kann sehr gefährlich werden.“

Informationen über die aktuellen Straßenverhältnisse können über die 250 Verkehrswebcams in ganz Tirol eingeholt werden. Der Zugriff ist über www.tirol.gv.at/webcamsoder über die Land Tirol App möglich. 


Handlungsempfehlungen bei Schnee und Sturm

  • Meiden Sie Wälder, Parks und Alleen!
  • Reduzieren Sie im Straßenverkehr die Geschwindigkeit, vermeiden Sie Überholmanöver und halten Sie Abstand! Achten Sie auf den verstärkten Einsatz von Schneeräumfahrzeugen!
  • Parken Sie Fahrzeuge nicht in der Nähe von Bäumen!
  • Schränken Sie Outdooraktivitäten ein!
  • Sichern Sie rechtzeitig bewegliche Gegenstände im Freien (z. B. Partyzelte, Trampoline oder Gartenmöbel), Kinderwagen können leicht umstürzen!
  • Rechnen Sie auf den Bergen mit noch erheblich höheren Sturmspitzen!
  • Rechnen Sie in Schigebieten mit eingeschränktem Liftbetrieb!
  • Rechnen Sie im Gebirge mit mäßigen bis starken Schneeverfrachtungen!
  • Planen Sie Verspätungen im Straßen-, Schienen- und Flugverkehr ein!
  • Beobachten Sie die lokale Wetterentwicklung, holen Sie Warninformationen der Behörden ein und beachten Sie deren Anweisungen!