- Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit in der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino als zentrales Thema
- 1.700 TeilnehmerInnen zeigen großes Interesse am neuen Format
- Erstmals vier Tage für Interessierte jeden Alters mit Workshops und Vorträgen
- Euregio-Days als Abschluss der Euregio-Akademie für junge Menschen aus der Euregio
Ideen aus allen drei Landesteilen der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino sammeln, diskutieren und gemeinsam Lösungen finden: Dafür stehen die Euregio-Days am European Forum Alpbach (EFA). Heuer konnten Interessierte jeden Alters erstmals über vier Tage hinweg – vom 16. bis 19. August – Teil des Zukunftsdialogs sein. Insgesamt nahmen rund 1.7000 Personen an Gesprächen, Workshops und Zusammenkünften teil. Im Fokus stand die Wettbewerbsfähigkeit in der Euregio. „Die große Zahl an Anmeldungen zeigt, dass das neue Format gut angenommen wird und die Menschen bereit sind, mitzudiskutieren und die Zukunft der Euregio aktiv mitzugestalten“, resümiert LH Anton Mattle.
Neues Format: mehr Stimmen, mehr Zeit, mehr Expertise
Euregio-Präsident und Landeshauptmann von Südtirol, Arno Kompatscher, erklärt das neue Format: „Nur gemeinsam können wir die Zukunft bewältigen. Die besten Lösungen entstehen aus dem Dialog und einer Vielzahl von Perspektiven. Mit dem neuen Format der Euregio-Days haben wir Persönlichkeiten aus den unterschiedlichsten Bereichen eingeladen, um einen Blick auf die Herausforderungen der Zukunft zu werfen.“ LH Mattle ergänzt: „Bildung, Digitalisierung, Versorgung, Sicherheit, und vieles mehr – alle diese Themenbereiche sind wichtig, um die Wettbewerbsfähigkeit einer Region zu stärken. Die Stärke des Europäischen Forum Alpbach ist der Dialog, der Austausch und die vielen Experten vor Ort. Genau aus diesem Grund haben wir das Format der Euregio-Days erweitert.“ LH Maurizio Fugatti aus dem Trentino führt zudem aus: „Unsere Territorien haben eine gemeinsame Geschichte und gemeinsame Wurzeln. Die Arbeit, die in diesen Tagen in Alpbach geleistet wurde, hatte zum Ziel, einen Blick auf die Zukunft unserer jungen Generationen zu werfen. Zu wissen, wie Themen wie Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Forschung angegangen werden. Aber auch die Art und Weise, wie wir unsere Territorien bestmöglich verwalten und dabei voneinander lernen, schafft einen großen Mehrwert.“
Vier Tage im Zeichen der Wettbewerbsfähigkeit
Im Rahmen des European Forum Alpbach diskutierten die Teilnehmenden der Euregio-Days mit ExpertInnen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft über die Umsetzung von Projekten in Tirol, Südtirol und dem Trentino, aber auch über Vernetzungsmöglichkeiten, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Europa zu stärken.
- Samstag – ein Tag im Zeichen der Innovation. Bei den Euregio-Awards wurden JungforscherInnen und Unternehmen ausgezeichnet, die mit innovativen Produkten, Dienstleistungen oder Forschungsansätzen einen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der Euregio leisten. Von den 110 Einreichungen setzten sich ein Forschungsprojekt zu Quantenphysik von Eva Casotti von der Universität Innsbruck sowie ein Projekt zur medizinischen Therapie des Kufsteiner Medizintechnikunternehmens RevIVe Medtech GmbH durch (siehe dazu Presseaussendung des Landes vom 16. August 2025).
- Sonntag – ein Tag im Zeichen der Tradition. Am Sonntag fand der Tiroltag statt. Nach dem Landesüblichen Empfang am Kirchplatz in Alpbach wurde beim Euregio-Summit im Congress Centrum Alpbach erneut über Wettbewerbsfähigkeit diskutiert. Die Keynote stammte von Gabriel Felbermayr, Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung. Er referierte zu Chancen und Herausforderungen auf kommunaler Ebene in einem immer verflochteneren globalen Kontext. Zudem sprach der ehemalige Präsident der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker über die EU und die Rolle der Regionen. Anschließend diskutierten kommunale und regionale VertreterInnen aus Tirol, Südtirol und dem Trentino über konkrete Fragen zu Digitalisierung, Kooperationen und Standortentwicklung (siehe dazu Presseaussendung des Landes vom 17. August 2025).
- Montag – ein Tag im Zeichen des „Kompass für Wettbewerbsfähigkeit“. Dabei handelt es sich um den Fahrplan der Europäischen Kommission für nachhaltiges Wachstum in den nächsten Jahren. Im Dialog mit ExpertInnen aus Verwaltung, Wissenschaft und Forschung, Technologietransfer sowie Zivilgesellschaft aus der Euregio diskutierten die Teilnehmenden darüber, wie sich die großen europäischen Leitlinien regional und grenzüberschreitend umsetzen lassen. Dabei analysierten sie auch die Tauglichkeit für die Menschen vor Ort. Europarechtsexperte Professor Walter Obwexer, Leiter des Dialogs, führt aus: „In allen Vorträgen wurden spannende und fundierte Einblicke in aktuelle Entwicklungen gegeben und Vorschläge zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit in der EU sowie den Mitgliedstaaten Österreich, Italien und Deutschland aufgezeigt. Die Teilnehmenden haben nicht nur angeregt zugehört, sondern sich auch aktiv in die Diskussion eingebracht. Nun kommt es darauf an, einzelne Vorschläge in der Euregio zu realisieren.“
Der Montag endete mit einem kulturellen Höhepunkt des EuregioDramaLabs: Eine von der Südtirolerin Maria Christina Hilber (vertreten von Marion Feichter) gemeinsam mit dem Tiroler Thomas Posch und der Trentinerin Laura Venturini konzipierte Performance lud zur Auseinandersetzung mit allgegenwärtigen Grenzen ein. - Dienstag – ein Tag im Zeichen der Wirtschaft und Industrie der Zukunft. Unter Federführung der Standortagentur Tirol und in Kooperation mit der Jungen Industrie Tirol zeigten BranchenexpertInnen auf, was heute bereits möglich ist und wohin die Reise in naher Zukunft gehen wird. Dabei erhielten die Teilnehmenden der Euregio-Days Inputs zu Entwicklungen, die in naher und mittlerer Zukunft zu erwarten sind. Zudem wurden verschiedene Lösungen aufgezeigt, mit welchen unter anderem der Arbeitsalltag erleichtert und der Produktionsprozess effizienter gestalten werden können.
Euregio-Akademie: Junge Perspektiven
Alle zwei Jahre begleitet die Euregio-Akademie das European Forum Alpbach. Das Fortbildungsangebot richtet sich an junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren aus allen drei Landesteilen, die ihr Wissen über die Euregio vertiefen und gleichzeitig netzwerken wollen. Die Jugendlichen treffen einander dazu an drei Wochenenden in jeweils einem Euregio-Land, um ihr Wissen über die Euregio und deren Strukturen zu erweitern und sich mit Fachleuten und VerantwortungsträgerInnen auszutauschen.
Heuer diskutierten die 25 TeilnehmerInnen unter dem Motto „Leben im Wandel – Gestern. Heute. Morgen.“ Themen wie das Leben in den Bergen, den alpinen Lebensraum und den Klimawandel. Die ersten beiden Wochenenden fanden im Mai in Rovereto (Trentino) und im Juni in Bozen (Südtirol) statt. Das abschließende Seminarwochenende wurde während der Euregio-Days in Alpbach abgehalten.
European Forum Alpbach noch bis 29. August
Die Euregio-Days stellen den Auftakt des EFA25 dar, das in insgesamt fünf Modulen bis einschließlich 29. August unter dem Generalthema „Recharge Europe“ über die Bühne geht. Insgesamt erwarten die VeranstalterInnen mehr als 4.000 Personen, darunter Dreiviertel der Mitglieder der österreichischen Bundesregierung, EU-KommissarInnen, internationale Regierungsmitglieder sowie führende WissenschaftlerInnen und VordenkerInnen.