- Digitalfunk BOS-Austria/Tirol sichert Einsatzfähigkeit auch im Krisenfall
- 195 Funkbasisstationen sichern Kommunikation für Einsatzkräfte und Behörden landesweit
- Jubiläums-Lokalaugenschein von LH Mattle und Sicherheitslandesrätin Mair
Das tirolweite Digitalfunknetz feiert heuer sein 20-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass machte sich Landeshauptmann Anton Mattle beim Digitalfunkmasten in Oberperfuss (Bezirk Innsbruck-Land) ein Bild von der leistungsfähigen und ausfallsicheren Infrastruktur, die seit zwei Jahrzehnten die sichere Kommunikation der Behörden und Einsatzorganisationen in Tirol gewährleistet. Gleichzeitig besichtigt Sicherheitslandesrätin Astrid Mair die Technikräume im Landhaus, wo das Netzmonitoring und die Alarmüberwachung für die Standortinfrastruktur, das Landesrichtfunknetz sowie das Warn- und Alarmierungssystem erfolgt. Sämtliche Funkgeräte werden in der zentralen Endgeräteverwaltung erfasst und im System freigeschaltet.
Der Landes-Film zum 20-jährigen Jubiläum des Digitalfunks in Tirol ist auf dem Youtube-Kanal des Landes unter www.youtube.com/watch?v=4qKpJ2FCF3w zu finden.
„Als erstes Bundesland hat Tirol vor 20 Jahren den Digitalfunk eingeführt und damit einen Meilenstein in der Kommunikation zwischen Einsatzorganisationen und Behörden gesetzt. Ein funktionierender Digitalfunk ist das Kommunikationsrückgrat unserer Sicherheitsstruktur“, betont LH Mattle. „Gerade in einem Land wie Tirol mit seiner alpinen Topografie ist es entscheidend, dass Behörden und Einsatzorganisationen jederzeit, unter allen Bedingungen und bei Krisen und Katastrophen miteinander kommunizieren können. Dass Tirol hier seit 20 Jahren eine Vorreiterrolle einnimmt, ist ein starkes Zeichen für Weitblick und Verantwortungsbewusstsein.“
Tirol als Vorreiter im Digitalfunk
Bereits im Jahr 2006 führte Tirol als erstes Bundesland gemeinsam mit dem Innenministerium den Digitalfunk für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben ein – das so genannte Digitalfunk BOS-Austria Netz. Heute sorgen landesweit 195 Funkbasisstationen dafür, dass rund 95 Prozent der Tiroler Landesfläche mit Digitalfunk versorgt sind. Etwa 13.500 Funkgeräte stehen Einsatzkräften von Feuerwehr, Rettung, Polizei, Leitstellen und Krisenstäben zur Verfügung. Auch die Alarmierung über das Warn- und Alarmierungssystem Tirol (WAS-Tirol) sowie die Aktivierung der insgesamt 1.025 Zivilschutzsirenen erfolgt redundant über Digitalfunk und ein eigenständiges Funknetz des Landes Tirol. Sicherheitslandesrätin Mair unterstreicht die Bedeutung des Systems: „Aus meiner Erfahrung weiß ich, wie entscheidend eine verlässliche Kommunikation im Einsatzfall ist – von der Alarmierung bis zur Koordination direkt vor Ort. Gerade bei Naturkatastrophen oder Blackout-Szenarien muss der Funk uneingeschränkt funktionieren. Mit dem Tiroler Digitalfunknetz haben wir ein System geschaffen, das den Einsatzkräften auch in Ausnahmesituationen Sicherheit gibt.“
A-Standort-Konzept sorgt für maximale Ausfallsicherheit
Besonders hervorzuheben ist das sogenannte A-Standort-Konzept, das das Tiroler Digitalfunknetz auch im Krisen- und Katastrophenfall funktionsfähig hält. Rund die Hälfte der Funkbasisstationen ist über ein unabhängiges Richtfunknetzes verbunden, das nicht auf öffentliche Netze angewiesen ist. Voraussetzung dafür ist, dass zwischen den jeweiligen Funkmasten ein Sichtkontakt – selbst wenn es über mehrere Kilometer ist – besteht. Doppelt ausgeführte Technik und eine umfassende Notstromversorgung stellen zudem sicher, dass der Betrieb auch bei großflächigen Stromausfällen aufrechterhalten werden kann. „Unser Ziel war es, ein System zu schaffen, das besonders im Krisen- und Katastrophenfall möglichst zuverlässig funktioniert“, erklärt Alois Angerer, Leiter des Fachbereichs Funktechnik des Landes Tirol. „Durch das eigenständige Richtfunknetz, redundante Technik und Notstromlösungen erreichen wir eine sehr hohe Systemverfügbarkeit. Selbst bei großflächigen Stromausfällen können die Einsatzkräfte weiterhin mit ihren gewohnten Funkgeräten arbeiten.“
Der Lokalaugenschein beim Digitalfunkstandort in Oberperfuss sowie im Technikraum im Landhaus verdeutlichte einmal mehr, wie viel technisches Know-how und kontinuierliche Weiterentwicklung hinter dem Digitalfunknetz stehen. „Mit dem 20-jährigen Jubiläum blickt Tirol nicht nur auf eine erfolgreiche Geschichte zurück, sondern setzt auch weiterhin auf den konsequenten Ausbau und die laufende Modernisierung des Digitalfunknetzes – im Dienste der Sicherheit der Tiroler Bevölkerung. Dass Tirol heute über ein derart robustes und modernes Funksystem verfügt, ist vor allem dem großen Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Landesdienst zu verdanken“, so LH Mattle abschließend.








