Ausstellung zu Leokadia: Auftakt für neues Programm

„Frauen im Widerstand“: Plädoyer für Anerkennung am 9. Februar im Landhaus

  • Start der Führungen mit den KuratorInnen am 21. Jänner
  • Programm und Veranstaltungskalender zu „Tirol erinnert“ unter tirol.gv.at/erinnern
  • Bislang 5.120 BesucherInnen bei Leokadia Justman und Begleitprogramm

Wo hielt sich Leokadia Justman in Innsbruck versteckt? Und warum wurde ein Braunbär im Zweiten Weltkrieg zum Korporal befördert? Antworten auf diese Fragen liefert das neue Begleitprogramm rund um die Ausstellung „Leokadia Justman. Brechen wir aus!“ im Jahr 2026. Auch heuer warten zahlreiche spannende Programmpunkte auf Interessierte – von Zeitzeugengesprächen über Stadtführungen bis hin zu neuen Buchveröffentlichungen.

„Im Jänner startet die Kulturreihe, die sich in Form von Vorträgen, Rundgängen und Konzerten mit der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigt. Dabei wird auch die Rolle von Frauen im Widerstand beleuchtet – ein Thema, das über lange Zeit zu wenig Beachtung fand“, gibt LH Anton Mattle einen Ausblick auf die ersten Veranstaltungen. Seit dem Start vor knapp einem Jahr haben insgesamt 5.120 Interessierte die Ausstellung zu Leokadia Justman im Landhaus besucht.

Menschen, Plätze und vergessene Orte: Stadtrundgang am Holocaust-Gedenktag

Am 27. Jänner 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz – als der größte deutsche Lagerkomplex ist es zu einem Synonym für den industrialisierten Massenmord geworden. Am Holocaust-Gedenktag findet dazu ein Rundgang in Innsbruck statt: Ausgehend vom Eduard-Wallnöfer-Platz rückt die Veranstaltung Geschichten von Menschen, Plätzen und Gebäuden in den Mittelpunkt. Auch vergessene Orte wie das abgerissene Innsbrucker Polizeigefängnis, eine Drehscheibe des Holocaust in Tirol, sind Thema des Rundgangs. Treffpunkt für die knapp zweistündige Veranstaltung ist am Dienstag, 27. Jänner, um 16 Uhr im Landhaus. Anmeldungen sind unter selina.mittermeier@icloud.com möglich.

Neuer Blick auf Frauen im Widerstand 

Bei der Veranstaltung „Frauen im Widerstand – Kampf um Anerkennung“ steht am 9. Februar (19 Uhr, Festsaal Landhaus) eine außergewöhnliche Persönlichkeit im Zentrum: Irena Bokiewicz. Sie wurde bekannt als Pflegemutter des legendären Soldatenbären Wojtek. Dieser war ein Geschenk an polnische Soldaten und wurde im Kriegsverlauf zum Symbol für Mut und Zusammenhalt: Der Bär Wojtek marschierte gemeinsam mit den Soldaten und war unter anderem in der Schlacht um Monte Cassino im Einsatz. Die Tiroler Künstlerin und Wissenschaftlerin Irene Hohenwarter erforscht die Bedeutung des Bären und zeichnet im Projekt „Irene auf den Spuren von Irena“ die Lebensgeschichte von Irena Bokiewicz nach, die stellvertretend für viele Frauen im Widerstand steht. Entstanden ist die Arbeit infolge eines „Curator-in-Residence-Stipendiums“ des Landes Tirol in Krakau. Anmeldungen sind bis 6. Februar unter www.tirol.gv.at/FrauenimWiderstand möglich. 

Interaktiver Stadtplan, Steckbriefe und eine historische Fahndung – Kuratorenführung 

Auch heuer gibt es wieder mehrere Termine, um Einblicke aus erster Hand zu erhalten: Startschuss der diesjährigen Führungen mit den KuratorInnen ist Mittwoch, 21. Jänner: Ausstellungskurator Niko Hofinger lädt Interessierte ein, sich auf eine historische Fahndung und die Spuren von Leokadia Justman in Tirol zu begeben. Am interaktiven Stadtplan zeichnet er in der Ausstellung Leokadias Stationen in Innsbruck nach und gibt mithilfe verschiedener Steckbriefe einen Überblick zu ihren HelferInnen und der Täterschaft. Treffpunkt für die Führung um 17 Uhr ist das Foyer im Landhaus. Wie alle Rundgänge mit den KuratorInnen ist die Führung kostenlos und erfordert keine Anmeldung.


Sonderausstellung „Leokadia Justman. Brechen wir aus!“

Die Ausstellung „Leokadia Justman. Brechen wir aus! Als polnische Jüdin auf der Flucht in Tirol“ ergänzt als Sonderpräsentation die Rahmenausstellung „Vom Gauhaus zum Landhaus. Ein Tiroler NS-Bau und seine Geschichte“ und ist von Montag bis Freitag (9 bis 17 Uhr) im Landhaus 1 zu sehen. Das Projekt ist eine Kooperation des Landes Tirol mit der Universität Innsbruck und dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, der Pädagogischen Hochschule Tirol, dem Archiv für Bau.Kunst.Geschichte, dem Programm ERINNERN:AT des OeAD (Österreichs Agentur für Bildung und Internationalisierung) zum Lehren und Lernen über Nationalsozialismus und Holocaust sowie dem Verein Wissenschaft und Verantwortlichkeit. Alle Veranstaltungen zum Thema „Tirol erinnert“ sind unter tirol.gv.at/erinnern zu finden – dort steht auch der virtuelle 360°-Rundgang der Ausstellung „Vom Gauhaus zum Landhaus“ zur Verfügung.